16. August 2019, 22:08 Uhr

Freie Kita-Plätze in Nachbarorten

16. August 2019, 22:08 Uhr
Mitten im Ort gelegen, gibt es bei der Kindertagesstätte Nieder-Ohmen keinen Spielraum für Erweiterungen. (Archivfoto: rs)

Lebhafte Debatte über die Kinderbetreuung in Nieder-Ohmen: Im Ortsbeirat sorgte kürzlich die Entscheidung für Diskussionsstoff, keine Container-Erweiterung für die Kindertagesstätte Nieder-Ohmen zu errichten. Dabei wird vor allem befürchtet, dass die Plätze in der seitherigen Kindertagesstätte mittelfristig nicht ausreichen. Auf Nachfrage gab Bürgermeister Andreas Sommer zu bedenken, dass innerhalb weniger Monate die Kinderbetreuung an drei Standorten verbessert wurde. In Nieder-Ohmen sei die Lage schwierig, weil man nicht an das Gebäude anbauen kann.

In der Sitzung des Ortsbeirats erinnerte Ortsvorsteher Jörg Matthias an eine Preisabfrage der Gemeinde, wonach eine Kita aus Containern rund 750 000 Euro Miete kosten soll. Dazu kämen weitere Kosten, weshalb die Gemeindevertretung von einer Containerlösung absieht. Jutta Schütt-Frank vom Gemeindevorstand ergänzte, dass die Kita Nieder-Ohmen keine weiteren Kinder aufnehmen kann, aber in der Großgemeinde »noch einige freie Plätze bestehen«.

Eva Metz vom Ortsbeirat sah die Kinder aus dem größten Mücker Ortsteil aktuell versorgt, aber sie kenne eine Mutter, die keinen Kita-Platz für Januar kommenden Jahres findet. »Am besten meldest Du dein Kind gleich nach der Geburt an«, meinte sie ironisch. Schütt-Frank gab zu bedenken, dass die Zahl der Anmeldungen und der belegten Plätze stetig schwankt. Da sei eine Voraussage schwierig.

Metz sieht ihren Jüngsten in der Kita Atzenhain gut versorgt, meint aber, es sei für Eltern schwierig, die Fahrtzeiten zu der Kita in einem anderen Ortsteil mit den beruflichen Anforderungen zu verbinden. Ein Ortsbeiratsmitglied verwies auf die Bauplätze in dem Ort, die Zuzug von jungen Familien bringen. Diese brauchen dann Kinderbetreuung. Aktuell sind einige Nieder-Ohmener Eltern auf einen Betreuungsplatz in Atzenhain angewiesen, sagt Metz. In der Kita Nieder-Ohmen sind die Verhältnisse beengt.

Und der Trend setzt sich fort. »Ich erlebe bei Freundinnen, dass sie auch mit kleinen Kindern schneller wieder arbeiten gehen«, sagt Eva Metz. Der Druck im Job werde seit Jahren stärker. Manches wird allerdings durch Tagesmütter abgefangen.

Zehn Erzieherinnen neu eingestellt

Bürgermeister Sommer wies darauf hin, dass die Kita Nieder-Ohmen beengte Verhältnisse aufweist. Das Gebäude sei völlig eingebaut, die Container sollten deshalb auf einem gut einen Kilometer entfernten Platz aufgestellt werden, »das ist auch nicht optimal«. Er erinnerte daran, dass die Gemeinde in den letzten Monaten viel geschafft hat. »Ende 2018 standen wir vor der Situation, dass zum 1. August über 50 Kinder angemeldet waren, für die kein Platz in einer Einrichtung bereit stand«, erinnerte Sommer. In einem Kraftakt wurden dann drei Einrichtungen erweitert. Die Einrichtung in Sellnrod ist nun wieder in der Hand der Gemeinde, und der Kindergarten Ruppertenrod wurde von reiner Vormittagsbetreuung auf ganztags umgestellt. Dafür wurde das Obergeschoss ausgebaut. In der Kita Merlau ist nun eine Waldgruppe neu geschaffen worden. Sie ist die einzige im ganzen Vogelsbergkreis

»Insgesamt haben wir nun über zehn Erzieherinnen mehr«, fügte Sommer an. »Wir haben in einem Jahr wirklich viel auf die Beine gestellt, das ist eine tolle Leistung der Verwaltung.« Im nächsten Jahr soll die Kita Merlau erweitert werden. In Groß-Eichen werde ebenfalls ein Anbau errichtet. Im Sommer nächsten Jahres sollen die Erweiterungsarbeiten abgeschlossen werden. In Nieder-Ohmen sei eine Erweiterung leider nicht möglich.

Sommer sieht auch, dass in Nieder-Ohmen noch Bauplätze vorhanden sind, also auch mit mehr Kindern gerechnet werden muss. Eine Planung ist aber schwierig, weil die Zahlen durch Wegzug auch schwanken. Zudem wirft ein Inklusionskind die Planungen wieder über den Haufen. Denn wenn ein Kind erhöhten Förderbedarf hat, wird die Gruppe verkleinert.

Für die kommenden Haushaltsjahre 2021 und 2022 kann man aus Sicht des Bürgermeisters durchaus Planungen für neue Kita-Bauten angehen. Dann redet man aber über Millionen Euro bei einem Neubau.

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