20. August 2019, 07:45 Uhr

Trinkwasser

Hoffnungen enttäuscht: Nicht genug Wasser im Bohrloch

Gebohrt, aber doch nicht genug Wasser gefunden. Das ist das ernüchternde Zwischenergebnis der jüngsten Bohrung nach Trinkwasser am Hochbehälter Ulrichstein.
20. August 2019, 07:45 Uhr
Die neue Bohrung nach Trinkwasser ist in 200 Metern Tiefe angelangt, es gibt aber anscheinend dort nicht genug Wasser. (Foto: jol)

Am Samstagabend erreichten die Bohrmeißel die angestrebte Tiefe von 200 Metern, aber die in etwa 180 Metern erhoffte Wasserkluft wurde offenbar nicht gefunden. Nun will der Bohrmeister erst einmal den Meißel ziehen und mit einer Mammutpumpe den Schlamm aus der Bohrstelle saugen, erläuterte Bürgermeister Edwin Schneider. Erst dann könne man sehen, ob nicht doch genug Wasser nachläuft. Das sei auch der Rat der Erkundungsfirma retagg. Erst wenn sich das Ergebnis bestätigt, können die Kommunalpolitiker über das weitere Vorgehen beraten.

Immerhin ist es zur Zeit nicht nötig, Trinkwasser in Tankwagen von anderen städtischen Brunnen heranzubringen, wie Schneider sagt. Auch wegen der Regenfälle der vergangenen Tage decken die sechs Schürfquellen im Bereich Ulrichstein und der Brunnen Rebgeshain den Bedarf der Kernstadtbewohner ab. Benötigt werden normalerweise rund vier Liter pro Sekunde, in Spitzenzeiten sogar fünf Liter/Sekunde.

Die Schürfquellen haben in der trockenen Periode der letzten Wochen nur rund 1,4 Liter pro Sekunde geliefert, dazu kamen rund zwei Liter pro Sekunde aus der neuen Bohrung. Deshalb hatte ein Bohrunternehmen im Auftrag der Stadt von den bisherigen 136 auf 200 Meter weitergebohrt. Die Erkundungsfirma retagg hatte in der Tiefe von 180 Metern eine Kluft ermittelt, in der Wasser stehen sollte.

Wann das Ergebnis der erneuten Bohrung feststeht, ist noch nicht klar. Aus der Bohrstelle muss zunächst das Gestänge gezogen werden. Dann werden die Sedimente abgesaugt und erst danach kann der Wasserzufluss ermittelt werden. Erfahrungsgemäß ist ein Pumpversuch notwendig, bei dem mehrere Tage lang die benötigte Menge Wasser gefördert wird. Wenn die Wassersäule stabil bleibt, reicht der Nachfluss aus.

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