Vogelsbergkreis

Sanierung mit Spendenkomitee

Lauterbach/Wiesbaden (pm). Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat am Dienstag den hessischen Denkmalschutzpreis 2019 überreicht. Zu den Preisträgern gehört die evangelische Kirchengemeinde des Lauterbacher Stadtteiles Sickendorf. Sie erhielt den ersten Preis für Institutionen »für die sensible und zurückhaltende Sanierung« der Heidbergkapelle. Mit Hilfe eines Spendenkomitees gelang es der Gemeinde, die idyllisch am Waldrand gelegene kleine Kirche mit ihren prächtigen bunten Glasfenstern instand zu setzen.
20. August 2019, 21:26 Uhr
Redaktion
Die evangelische Kirchengemeinde Sickendorf erhält den hessischen Denkmalschutzpreis für die sensible und zurückhaltende Sanierung der Heidbergkapelle. 	(Fotos: pm)
Die evangelische Kirchengemeinde Sickendorf erhält den hessischen Denkmalschutzpreis für die sensible und zurückhaltende Sanierung der Heidbergkapelle. (Fotos: pm)

Lauterbach/Wiesbaden (pm). Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat am Dienstag den hessischen Denkmalschutzpreis 2019 überreicht. Zu den Preisträgern gehört die evangelische Kirchengemeinde des Lauterbacher Stadtteiles Sickendorf. Sie erhielt den ersten Preis für Institutionen »für die sensible und zurückhaltende Sanierung« der Heidbergkapelle. Mit Hilfe eines Spendenkomitees gelang es der Gemeinde, die idyllisch am Waldrand gelegene kleine Kirche mit ihren prächtigen bunten Glasfenstern instand zu setzen.

Im Biebricher Schloss ehrte Staatsministerin Angela Dorn Privatpersonen und Organisationen, die eine Leidenschaft teilen: Sie haben mit individuellen Lösungen, handwerklich-technischem Geschick und besonderem Einsatz Denkmäler restauriert oder erforscht. Die Preisträger kommen aus den Landkreisen Waldeck-Frankenberg, Darmstadt-Dieburg, dem Vogelsbergkreis, dem Werra-Meißner-Kreis sowie aus Frankfurt, Offenbach am Main, Gießen und Limburg.

Oberhalb des Dorfes Sickendorf liegt, idyllisch am Rand eines kleinen Wäldchens, die Heidbergkapelle. In den Fahren 1916 bis 1919 wurde sie von der Baronin Riedesel in Gedenken an ihren verstorbenen Gatten errichtet. Der schlichte Saalbau der Kapelle beeindruckt durch eine prachtvolle Innenausstattung mit Ausmalungen, Stuckarbeiten, einem kunstvoll gearbeiteten Leuchter und prächtigen Buntglasfenstern.

Zwei Jahre restauriert

Im Jahr 2016 übernahm die evangelische Kirchengemeinde Sickendorf die Kapelle und arbeitete zunächst an der dringend notwendigen Außeninstandsetzung. Um die Restaurierung der Kapelle stemmen zu können, gründete die Kirchengemeinde ein Spendenkomitee, das sich bis heute für den Erhalt des Bauwerkes einsetzt. In den folgenden zwei Jahren wurde so die sorgfältige Restaurierung des Innenraumes möglich gemacht. Auf Grundlage von umfassenden restauratorischen Voruntersuchungen und der Anlage von Musterflächen wurde in enger Absprache mit den Denkmalbehörden ein Konzept zur Innenraumsanierung erarbeitet. Putzhohlstellen wurden hinterfüllt, die Malschicht gefestigt, Oberflächen gereinigt, der vergilbte Überzug abgenommen und auch für das Feuchtigkeitsproblem konnten kreative Lösungen gefunden werden. Alle Arbeiten hatten zum Ziel, die historische Substanz soweit wie möglich zu erhalten und in ihrem gealterten Zustand zu bewahren. Auch die Buntglasfenster wurden restauriert, Glassprünge vorsichtig geklebt und gebrochene Verbindungen behutsam neu gelötet.

Für ihre vorbildliche Eigeninitiative und ihren zugleich sorgsamen und beispielhaften Umgang mit der Originalsubstanz bei der Restaurierung der Heidbergkapelle wird die Kirchengemeinde Sickendorf mit dem hessischen Denkmalschutzpreis 2019 ausgezeichnet.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,620290

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