19. September 2019, 07:15 Uhr

Klimaschutz

Schüler rufen zur Teilnahme an Streiks für Klimaschutz auf

Der globale Klimastreik kommt auf Vogelsberger Straßen an. Mit Kundgebungen in Homberg, Alsfeld und Lauterbach beteiligen sich Jugendliche und Naturschützer am deutschlandweiten Aktionstag.
19. September 2019, 07:15 Uhr
Sarah Wiegand und Aaron Osiecki stellen an der Ohmtalschule die Klimaschutz-Demo in Homberg am Freitag vor. (Foto: jol)

Es geht um unsere Generation - wir sind diejenigen, die Schäden ertragen müssen, die jetzt ausgelöst werden. Das sagt Sarah Wiegand. Die 13-jährige Schülerin ist seit Monaten für mehr Klimaschutz aktiv und hat mit einem Freund einen Instagram-Account zum Thema eröffnet. Nun lädt sie mit anderen Mitgliedern der Schülervertretung an der Ohmtalschule zu ihrer ersten Demonstration ein. Mitstreiter Aaron Osiecki freut sich darüber, dass viele Jugendliche der 10. Klassen »das sehr positiv aufgenommen haben«. Einige wenige hätten gesagt, »das ist nichts für mich«, aber das sei auch in Ordnung, meint der 15-Jährige. »Wenn es eine Meinung gibt, gibt es auch immer eine andere«, fügt er an. In den achten Klassen ist die Resonanz nicht groß, vor allem die Jungs sind eher an Computerspielen interessiert, berichtet Sarah.

Manche wollen keinen Unterricht verpassen, manche sind generell nicht interessiert: »Das finde ich traurig«. Offizieller Veranstalter der Klimaschutz-Demo am Freitag in Homberg ist die schulbezogene Jugendarbeit. Denn um eine Kundgebung auf der Straße anzumelden, muss man 18 Jahre alt sein. Deshalb hat Holger Schäddel in Absprache mit seinem Arbeitgeber, dem evangelischen Dekanat, die formale Seite übernommen. Aber die Initiative ist von den Jugendlichen der Schülervertretung ausgegangen, betont er. Sonst hätte er das nicht übernommen.

Die Homberger Schüler schließen sich den Forderungen von »Fridays for Future« an. Ziel ist es, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Bis 2035 soll der Ausstoß an Kohlendioxid auf Null reduziert, die Kohleverstromung bis 2030 beendet und die Energieversorgung bis 2035 komplett auf regenerative Energieträger umgestellt werden. Bereits in diesem Jahr sollen Subventionen für fossile Energieträger abgeschafft werden, fordern die Jugendlichen.

Den Anstoß bekamen die Schülervertreter vor etwa drei Wochen, wie Aaron erzählt. Da bekamen sie den Aufruf für den Klimastreik am 20. September mit, berieten in der SV und beschlossen loszulegen. Sie rufen auf mehreren Kanälen zum Mitmachen auf. Ein Flugblatt fordert dazu auf, »zusammen mit Fridays for Future auf die Straße« zu gehen. Die SV hat eine Einladung für Jugendliche in der Schule verteilt. Auf dem Instagram-Account von Sarah und einem Freund wird auf die anderen Aktionen zu m deutschlandweiten Aktionstag verwiesen. Bewusst haben sie sich für eine Aktion in Homberg entschieden: »Da hat man keine Abgase für eine Busfahrt nach Gießen oder Marburg«. Als SV-Verbindungslehrer ist Benjamin Gauger in einem gewissen Konflikt. Persönlich findet er »toll, was die Schüler auf die Beine gestellt haben«. Er verweist auf die persönliche Entscheidung, ob man an der Demo teilnimmt oder nicht. Das Kultusministerium hat vorgegeben, dass die zwei Schulstunden als unentschuldigt zu gelten haben. Die Schule lege den Jugendlichen keine Steine in den Weg, müsse aber die offizielle Vorgabe beachten.

Holger Schäddel hat weniger Probleme mit seinem Arbeitgeber. Die evangelische Landeskirche unterstützt den Aktionstag. Er freut sich, dass die Demo »zum Nachdenken über das Thema anregt«.

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