15. Oktober 2019, 21:50 Uhr

Neue Ehrung »Gemünden engagiert«

Nichts ist umsonst. Das kennt man vor allem aus Vereinen. Denn die Ehrenamtlichen dort werden nach festen Regeln geehrt. Das haben Kommunen übernommen, greifen dafür auf eine Satzung zur Vergabe von Ehrenbechern, -urkunden oder -plaketten zurück. Und wenn sich jemand Verdienste erworben hat, aber in kein Schema passt? Dann wird er in Gemünden trotzdem geehrt.
15. Oktober 2019, 21:50 Uhr
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Von Rolf Schwickert

Ehrungen haben einen sehr hohen Stellenwert. Viele werden sogar ausgesprochen, ohne dass der Geehrte aktiv war. Das betrifft beispielsweise die Mitgliedschaft in Vereinen, Parteien oder auch bei genossenschaftlich organisierten Banken. Die Aktiven werden vor diesem Hintergrund natürlich besonders bedacht. In der Gemeinde Gemünden wird beispielsweise differenziert nach Dauer einer Aktivität und dem Stellenwert des ehrenamtlichen Wirkens.

Das ist der SPD-Fraktion in der Gemeindevertretung nicht genug. Sie hatte einen Bürgerpreis der Gemeinde Gemünden angeregt, weil das ehrenamtliche Engagement in letzter Zeit nachlasse. Ein Preis sei geeignet, wieder mehr Menschen in diesem Sinne zu aktivieren. Patrick Schön (BGG) charakterisierte das Würdigen des Ehrenamtes als sehr wichtig, aber in der Vergangenheit sei das ja in der Gemeinde so schon gehandhabt worden. Man müsse das Rad nicht neu erfinden, um engagierte Menschen in der Öffentlichkeit positiv zu würdigen. Anastassia Eckstein (UBL) sagte, wenn man bei einer Ehrung nur ein Papier aushändige, sei das nicht sinnvoll.

SPD-Vorsitzender Lukas Becker empfand die Gemeindevertretung nicht als hinreichend würdigen Rahmen. Seither waren die Ehrungen der Gemeinde vor Sitzungsbeginn des Kommunalparlamentes ausgesprochen worden. Dafür solle man aber besser eine eigene Veranstaltung einmal im Jahr ausrichten. Außerdem regte Becker an, den zu Ehrenden beispielsweise 100 Euro zu überreichen. Der SPD-Sprecher wies darauf hin, dass die Stadt Alsfeld das so handhabe. Ein Gremium, das über Auszuzeichnende befinden sollte, sei in Gemünden sinnvollerweise der Gemeindevorstand.

Erster Beigeordneter Eckhard Kömpf wertete die Anregung der SPD als zu aufwendig. Bislang habe man vom Gemeindevorstand aus einfach die Ortsbeiräte gefragt, wer für Ehrungen infrage kommt. Die Vorbereitung nach SPD-Vorstellung binde hingegen fast eine Arbeitskraft. Zudem mangele es an Kriterien, wer wann wofür geehrt werden sollte. Das könne unter anderem dazu führen, dass sich Menschen, die nicht geehrt werden, zurückgesetzt fühlten. Jürgen Lutz (UBL) sah nach den bisherigen Informationen durch die SPD keinen Anlass, die seitherige Verfahrensweise zu ändern. Die Gemeindevertretersitzung sei zweifelsfrei ein würdevoller Rahmen.

Dr. Jörg Müller (SPD) regte an, dass man sich auf Ehrenamtliche konzentriere, die außerhalb von Vereinen wirkten. Das griff Erster Beigeordneter Kömpf auf, und sagte, in dieser Weise werde auch seither verfahren. Peter Gabriel (SPD) regte an, man könne auch diejenigen ehren, die neu eine besondere Position übernehmen würden. Damit könne man das Engagement vielleicht befördern. Diese Variante stieß in der Runde allerdings auf Skepsis.

Als Kompromiss regte Kömpf an, eine solche Ehrung könne man mit der jährlichen Abschlussveranstaltung der Gemeindevertreter mit gemeinsamem Essen kombinieren. Man könne das beispielsweise »Gemünden engagiert« nennen, schlug Ausschussvorsitzender Müller vor. Die Auswahl dazu sollte wie seither der Gemeindevorstand unter anderem auf der Basis von Hinweisen der Bevölkerung oder aus den Ortsbeiräten treffen. Der Kompromiss fand die einhellige Zustimmung im Ausschuss.



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