19. Oktober 2019, 08:10 Uhr

Dörfer

Staunen über Adler, Bären und eine Bembel-Tankstelle

Was es in Ermenrod nicht alles gibt: Ein Bürgermeister im Bärenfell, ein Schäfer, der Kaffee röstet, und die größten Adler der Region.
19. Oktober 2019, 08:10 Uhr
Auch Bürgermeister Leopold Bach (2. v. r.) trägt ein tierisches Kostüm bei den Dreharbeiten im »Bärendorf« Ermenrod, hier mit Ortsvorsteher Daniel Blöser sowie den »Bärinnen« Susanne Zaumsegel und Simone Appel. (Foto: jol)

Ungewöhnliche Menschen und ungewöhnliche Stationen besuchte das Team des Hessen-Fernsehens für die neue Folge von »Dolles Dorf«. Der Feldataler Ortsteil wurde am Donnerstag aus der Lostrommel gezogen und am Freitag nahm das Fernsehteam um Reporterin Nora Enns die Besonderheiten unter die Lupe.

Mit Kameramann Marcus Bär (!) hatte man sich schnell darauf geeinigt, dass drei possierliche Bären immer wieder durch das Bild tappen sollen, denn Ermenrod gilt als »Bärendorf«. Diese Bezeichnung geht auf eine alte Erzählung zurück. Danch wurde ein Bauer auf dem Feld eines Tages durch ein lautes Brummen im Gebüsch erschreckt. Als sich das Gebrumm wiederholte, stürzte er ins Dorf zurück und schlug Alarm, denn er habe einn Bären gehört. Mit ein paar beherzten Männern zog er zurück in den Wald - und fand dort einen Esel, wie Ortsvorsteher Daniel Bröser erzählte.

Seither sind die Bären typisch für das Dorf, bei Festumzügen sind immer wieder Ortsbewohner derart kostümiert dabei. Beim Vorbereitungstreffen am Donnerstagabend, als die Ortsbewohner über das Programm für das Fernsehteam sprach, einigte man sich schnell darauf, dass die Bären dazu gehören. So kam es dazu, dass auch Bürgermeister Leopold Bach nicht zögerte und seine tierische Rolle mit angemaltem Bart gern angenommen hat.

Am Freitag nahmen sich Reporterin Enns, Kameramann Bär, Beleuchter Herwig Höhn und Tontechniker Alexander Berschadski die markanten Punkte im Ort vor: »In fast jedem Ort gibt es einen Brunnen, eine alte Kirche und ein Feuerwehrhaus«. Die Fernsehleute suchen aber spezielle Dinge und Orte, die ein Dorf ausmachen. »Uns geht es darum, Geschichten zu erzählen,« erläuterte Nora Enns das Vorgehen. Sie freute sich daher über die Vorschläge aus der Vorbereitungsrunde, denn in einem Fünf-Minuten-Beitrag für die »Hessenschau« gibt es nicht genug Raum, alle Besonderheiten des Dorfes darzustellen. In Ermenrod startete man zunächst an »Kiwis Markthalle«, die freitags geöffnet ist. Ein solches Angebot ist in einem Dorf nicht mehr selbstverständlich, sagt Enns.

Das gilt auch für die Kaffeerösterei Periente. Inhaber Saul Stobetzki heizte den Röstofen an, um eine Probe seines Kaffees herzustellen. Das Kaffeerösten ist ein sinnliches Erlebnis, ließ er wissen, und erzählte vom intensiven Geruch von erhitzten Bohnen, dem Knacken der Schalen, wenn man sie aus dem Ofen holt, und den Dampfschwaden aus dem Röstgerät.

Eine weitere Besonderheit ist die Greifvogelwarte von Michael Simon. Der Falkner hält dutzende von Eulen, Adlern und andere Greifvögel, von denen er einige nachmittags in einer Flugshow präsentiert. Das Mittagessen bereitete dann die »Bärenküche« vor, die Schnitzel kam aus der im Freien postierten Pfanne auf den Tisch am Gerätehaus.

Was Nora Enns besonders gefallen hat? »Ich komme aus Frankfurt, da mag ich die Bembel-Tankstelle«, gab sie freimütig zu. Das ist der inoffizielle Titel des Partyraums bei Ortsvorsteher Bröser.

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