01. November 2019, 22:07 Uhr

Weg mit der Waschschüssel

01. November 2019, 22:07 Uhr
Das tägliche Waschen von Patienten, die nicht selbst die Körperreinigung durchführen können, ist eine wichtige Aufgabe im Alltag der Krankenpflege. (Foto: pm)

Das Krankenhaus Eichhof in Lauterbach hat »Swash« eingeführt. Mit dieser Methode wird die tägliche Hygiene an Patienten, die bettlägerig sind, ohne Waschschüssel und Wasser mit speziellen Waschhandschuhen durchgeführt.

Die Waschhandschuhe sind mit einer besonderen Mischung aus Wasser, Reinigungs- und Pflegelotion getränkt und bestehen aus einem ökologischen Vliesstoff, dessen Grundstoff überwiegend Fasern aus Eukalyptusholz sind. Jede Verpackungseinheit besteht aus acht Reinigungshandschuhen: einen für Gesicht und Brust, zwei für die Arme, zwei für die Beine, einen für den Rücken und je einen Handschuh für Intimbereich und Gesäß. Damit kann eine komplette Körperwäsche durchgeführt werden und die Haut muss nicht abgespült oder getrocknet werden. Und selbst für die Haare gibt es ein Swash-System, bei dem ohne Wasser und Shampoo gearbeitet werden kann.

Handschuhe in die Mikrowelle

»Die Patienten berichten uns davon, dass sie ein sauberes und angenehmes Hautgefühl haben und die Pflegelotion zusätzliches Eincremen überflüssig macht«, beschreibt Pflegedirektorin Kathrin Kleine die ersten Reaktionen. »Verschiedene Studien zeigen, dass Wasser ein wichtiger Faktor in der Übertragung von Krankenhauskeimen ist. Waschschüsseln sind ein Sammelbehälter für Bakterien und auch, wenn wir größte Sorgfalt bei der Reinigung der Behältnisse walten lassen, kann eine Bakterienübertragung zum Beispiel durch den Menschen nicht ausgeschlossen werden«, erklärt Kleine die Hintergründe für den Einsatz von »Swash«.

»Das tägliche Waschen von Patienten, die nicht selbst die Körperreinigung durchführen können, ist eine wichtige Aufgabe im Alltag der Krankenpflege. Manchen Patienten trocknet bei der Benutzung von Seife die Haut aus, es kommt zu Hautirritationen und die natürliche Schutzschicht wird beeinträchtigt. Dies ist dann ein idealer Nährboden für Mikroben«, sagt Ramona Eichenauer, Bereichsleiterin »Konservative Stationen« am Krankenhaus Eichhof, die begeistert von der Methode ist.

Die Waschhandschuhe können vor Benutzung in der Mikrowelle erwärmt werden und erhöhen somit den Komfort für Patienten. Die Ökobilanz zeigt, dass die Methode zu 74 Prozent umweltfreundlicher ist als traditionelles Waschen und sogar für den Intensiv- und Isolationsbereich gibt es spezielle Waschhandschuhe, die antiseptisch sind und Patienten vor Keimen schützen.

»Die Haut der Patienten ist sauberer, weil keine Seifenreste mehr vorhanden sind, die enthaltene Lotion bedeutet zusätzliche Pflege und deutlich hygienischer ist das System ohnehin«, bricht Ramona Eichenauer eine Lanze für die Waschmethode, die sich in immer mehr Krankenhäusern und Seniorenheimen durchsetzt. Ein weiteres Argument für den Einsatz von Swash sei die Zeit- und Kostenersparnis. »Unser Personal hat durch den geringeren Arbeitsaufwand bei der Körperhygiene deutlich mehr Zeit für andere Bedürfnisse der Patienten«, bestätigt Pflegedirektorin Kathrin Kleine.

Dem Einsatz der Waschhandschuhe vorausgegangen war eine genaue Produktbeschreibung und Schulung der korrekten Anwendung für die Pflegekräfte am Krankenhaus Eichhof durch den Hersteller.

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