09. November 2019, 07:25 Uhr

Weihnachten

Am besten zum Weihnachtsbaum aus dem heimischen Wald greifen

Zwei Königinnen mit Säge eröffneten in Antrifttal-Ohmes die Weihnachtsbaumsaison in Deutschland. Die Erzeuger verweisen auf die Umweltfreundlichkeit der Produktion.
09. November 2019, 07:25 Uhr
Der erste Weihnachtsbaum der Saison wird von den Weihnachtsbaumköniginnen Marina und Laura (rechts) eingeschlagen. Hinten die Betriebsinhaber Iris und Dirk Hill. (Foto: jol)

Beim Sägen gerieten die Majestäten doch noch ins Schwitzen, aber das gehört zum Amt dazu. Die amtierende deutsche Weihnachtsbaumkönigin Laura I. und ihre hessische Amtskollegin Marina I. eröffneten in Ohmes ganz offiziell die diesjährige Weihnachtsbaumsaison.

Sie sägten auf dem Gelände von Iris und Dirk Hill in Ohmes die erste Tanne. Auch wenn ihnen Dirk Hill eine scharfe Bügelsäge reichte, mussten sich die Majestäten in ihren Amtstrachten etwas abmühen, bis der etwa zehn Jahre alte Nadelbaum fiel. Er soll nun im SOS-Kinderdorf Frankfurt aufgestellt werden. Dorthin gehen auch gut 6000 Euro Spenden aus einer Sammelaktion der deutschen Weihnachtsbaumerzeuger.

Bei der Saisoneröffnung warben die Vertreter des Erzeugerverbands für Tannen und Fichten aus Betrieben der Region, das sei gut für den Klimaschutz. So verwies Holger Schneider darauf, dass die Bäume klimaneutral produziert werden. Für jeden geschlagenen Baum werde eine neuer gepflanzt, sagte der Vorsitzende des Landesverbands.

Und die Produkte der hessischen Erzeuger werden ab Hof oder über Verkaufsstände abgesetzt, das garantiere kurze Wege. »Das ist ein besserer Beitrag zum Klimaschutz als der Kauf einer Tanne, die über hunderte Kilometer herangekarrt wird«. Erleichtert war Schneider, dass die Baumbestände gut durch die Dürrezeiten gekommen sind. Weihnachtsbäume wachsen rund zehn Jahre, bis sie hiebreif sind.

Die seit Jahren schon am meisten nachgefragte Baumart, die Nordmanntanne, übersteht dank ihrer langen Pfahlwurzeln auch längere trockene Perioden. Die Preise bleiben mit 19 bis 24 Euro pro Meter auf dem Niveau des Vorjahres. Schon im November beginnt die Saison fpr die liebsten weihnachtlichen Accessoires, indem Zweige für Blumenläden bereit gestellt werden. Nach dem ersten Advent geht es dann mit dem Verkauf der Bäume los. Die Pflege der Baumkulturen und der Verkauf erfordern einigen Einsatz, sagte Betriebsinhaber Dirk Hill. »Dabei muss man sich auf die Familie verlassen können«, betont er.

Mehr Werbung für den natürlichen Weihnachtsbaum forderte Saskia Blümel, Geschäftsführerin des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger. Im Sommer wurde ein eigener Verband gegründet, denn immer mehr Menschen würden aus falsch verstandenem Umweltschutz einen Plastikbaum kaufen. Dessen Ökobilanz sei aber deutlich schlechter als der eines Bäumchens aus der Region, das beim Wachsen Kohlendioxid bindet und Sauerstoff abgibt.

Zudem würden Weihnachtsbaumkulturen über zehn Jahren hinweg einen guten Schutz für bodenbrütende Vögel wie die Heidelerche bieten. Der Weihnachtsbaum aus der Region ist ein gutes Beispiel für die Vorzüge der Direktvermarktung, darauf verwies der Erste Kreisbeigeordneter Jens Mischak verwies. In diesem Bereich sei der Vogelsbergkreis besonders aktiv, kürzlich wurden die besten 100 regionalen Produkte ausgezeichnet, die nun als »original Vogelsberg« bezeichnet werden dürfen. Darunter sind die Weihnachtsbäume der Familie Hill. Noch vor einigen Jahren seien viele Weihnachtsbäume aus Dänemark und Polen importiert worden, doch das habe sich gewandelt.

Mittlerweile stammen 80 Prozent der Bäume aus Deutschland. Die jungen Tannen sind gut für die Ökobilanz und binden auf einem Hektar bis zu 145 Tonnen Kohlendioxid und 300 Tonnen Staub, zitierte Mischak aus einer Studie: »Den Trend hin zur Plastiktanne kann ich nicht nachvollziehen«.

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