19. Dezember 2019, 22:03 Uhr

Schmunzeln über Modetrends

19. Dezember 2019, 22:03 Uhr
Viel Spaß bereitet den Besuchern des Seniorennachmittags eine Präsentation von Pfarrerin Ursula Kadelka von Modetrends vergangener Zeiten. Hier sieht man Brigitte Theiß als Model in Aktion. FOTO: EVA

In der besonderen Atmosphäre des mit vielen Lichtern beleuchteten Dorfgemeinschaftshauses erlebten die Gäste den jüngsten Seniorennachmittag. Die Tische waren weihnachtlich geschmückt, es gab eine große Krippe und durch den Raum strömte der Duft von Plätzchen, Kaffee und Glühwein. Gedanken zum Advent und Weihnachten waren das Thema der Andacht, mit der Pfarrerin Ursula Kadelka das Treffen eröffnete. Danach standen in einer nostalgischen Rückschau Modetrends der Fünfziger- und Sechzigerjahre im Mittelpunkt. Unter dem Motto »Kleider machen Leute«, erinnerte Pfarrerin Kadelka anhand von Bildern und der Präsentation eines zusammengetragenen Kleiderfundus an frühere Modehighlights.

Perfekt frisiert auf Mann warten

In den Fünfzigern, den Wirtschaftswunderjahren, herrschte eine starre Vorstellung. Der Mann ging arbeiten und die Frau sollte ihn umsorgen und an seinem Arm gut aussehen. Und es gehörte sich, dass die Dame des Hauses perfekt gekleidet und frisiert auf den Ehemann wartete, um ihn zu bekochen.

Schnell wurden da bei den Gästen Erinnerungen wach, an die Zeit, als Kleidung noch selbst gefertigt wurde, an die ungeliebten gestrickten Strümpfe, die genauso auf der Haut kratzten wie raue Leinenunterwäsche.

Standen besondere Feste an, wurden Kleider nach Mustern aus Burda-Modeheften entweder selbst genäht oder von den ortsansässigen Schneiderinnen in Auftrag gegeben. Und natürlich war auch, dass Mann und Frau früher öfter Hüte trugen, ein Thema. Das alles änderte sich in den Sechzigern radikal. Frauen emanzipierten sich und erlangten sexuelle Selbstbestimmung. Plötzlich waren sie nicht mehr nur die »Heimchen am Herd«.

Das zeigte sich auch in der Mode. Wie aus dem Ei gepellt, mit eingedrehten Locken, im taillierten Kleid mit schwingendem Rock oder im strengen Kostüm mit passender Tasche und Schuhen, sahen die Frauen der Sechziger nicht mehr aus. Statt züchtigen waden- oder zu mindestens knielangen Kleidern trugen sie kurze »Fummel«, weite Pullis oder gar Hosen und ernteten bei der älteren Generation nicht selten abschätzige Blicke und verständnisloses Kopfschütteln. Nach dem Singen eines Ständchens für alle Geburtstagskinder und einem Plausch ging es nach einer Pause nostalgisch weiter. Denn nun waren es die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Gemeindearchivs Roland Albert und Freya Kehr-Linke, die einen Stapel Bilder aus dem Gemeindearchiv mitgebracht hatten und die Gäste baten, ihnen bei Namensnennung der auf den Bildern befindlichen Personen behilflich zu sein.

Sie gaben Erläuterungen zu ihrer Arbeit und dem kürzlich gegründeten Förderverein. Insbesondere, so Freya Kehr-Linke und Roland Albert, sollen die zum größten Teil aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts stammenden Fotografien im Heimatbuch über Burg-Gemünden erscheinen, welches für die 750-JahrFeier erstellt wird.

Butterplätzchengedicht

Wie immer erhielten die Helferinnen und Helfer als Dankeschön Weihnachtspräsente. Zwischendurch erfreute Rudi Brummer, der die Dekoration mit selbst hergestellten Engeln und einer Weihnachtskrippe ergänzt hatte, mit einem Gedicht über »Fränkisches Butterzeug« (Butterplätzchen). Der nächste Seniorennachmittag findet am 12. Februar statt, kündigte Hannelore Diegel an, bevor die Gäste »O du fröhliche« und »Stille Nacht« sangen.

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