31. Dezember 2019, 07:10 Uhr

Silvester

Feuerwerk: Schön fürs Auge, schlecht für die Umwelt

Während Polizei und Feuerwehr Tipps rund um eine sichere Silvesterfeier geben, warnt der BUND-Kreisverband vor Luftverschmutzung und Müllbergen nach der Böllerei.
31. Dezember 2019, 07:10 Uhr
Möglichst laut und bunt soll es sein: Feuerwerk gehört für viele Menschen einfach zu Silvester dazu. Die Kehrseite zeigt sich alljährlich in Kliniken. FOTO: DPA

Viele feiern den Jahreswechsel traditionell mit einem Silvesterfeuerwerk. Auch wenn sich nicht jeder dran hält: Feuerwerkskörper dürfen aber nur vom 31. Dezember bis zum 1. Januar abgebrannt werden.

Die Polizei in Osthessen »ist gut auf Silvester vorbereitet,« heißt es. In Kooperation mit der Bundespolizei, den Stadt- und Kommunalverwaltungen sowie anderen Behörden begleiten die Beamten die Feiern zum Jahresende und »wir sind so für die Bürger Ansprechpartner und Helfer vor Ort«.

Im Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums Osthessen werden in der Silvesternacht verstärkt Fußstreifen in Uniform und in ziviler Kleidung, unterstützt von der Bereitschaftspolizei, unterwegs sein, um für einen friedlichen Verlauf des Jahreswechsels zu sorgen.

Hochsaison im Krankenhaus

Kritik an der Silvesterböllerei kommt dagegen vom Bund für Umwelt und Naturschutz, so weit der BUND-Kreisverband auf die Probleme hin, die mit der Knallerei verbunden sind. Zwar sei das Feuerwerk für die meisten Menschen schön anzusehen. Aber jedes Jahr müssten die Ärzte massenweise Verbrennungen, Augenverletzungen und Hörschädigungen behandeln. »Gebäude und Autos werden beschädigt und - nicht zuletzt - die Luftbelastung durch Feinstaub, Stickoxide und andere Luftschadstoffe nehmen in kurzer Zeit enorm zu«. Im Wettbewerb um ein immer höher, größer und weiter nehme auch der Einsatz von Schwermetallen und Stoffen wie Strontium zu. »Wenn das Spektakel vorbei ist, bleiben dichte Rauchwolken und ein Riesenberg an Müll zurück«

Der BUND Vogelsberg unterstütze die Forderung der Deutschen Umwelthilfe für eine gute Luft zum Jahreswechsel. »Wir halten es für sinnvoll, die Frage zu stellen, ob das Böllern sein muss und noch zeitgemäß ist. Jeder kann sich beispielsweise überlegen, das Böllergeld für einen guten Zweck zu spenden«.

Vielleicht könne auch zur Freude auch beitragen, wenn man auf ein Produkt verzichtet, das schon denjenigen, die es herstellen, wenig Freude macht. »Jedes Jahr sterben Menschen bei der Produktion von Feuerwerkskörpern,« so der BUND.

Rund 97 Prozent der Weltmarktproduktion kommt aus China und Indien. Ein Großteil wird in Kinderarbeit hergestellt, in Indien leisten etwa 70 000 Kinder unter gefährlichen Bedingungen ihren Beitrag zum Silvesterfeuerwerk. Im September 2019 wurde von einer Explosion in einer Feuerwerksfabrik.

»Wir brauchen eine Alternative, dabei geht es uns nicht um ein Verbot des Silvesterfeuerwerks, sondern um eine angemessene Form, um den Start ins neue Jahr zu feiern«, erklärt BUND-Landesvorstandsmitglied Dr. Werner Neumann. Auch in anderen europäischen Ländern gebe es längst gesetzliche Vorgaben. Der letzte Tag im Jahr solle etwas Besonderes sein und nicht im Feuerwerksnebel und im Müll untergehen. Wer trotzdem auf das Feuerwehr nicht verzichten möchte, dem gibt die Polizei folgende Tipps:

Entzünden Sie Feuerwerkskörper niemals in der Hand.

Achten Sie auf ausreichend Sicherheitsabstand zu Personen und Gebäuden.

Schießen Sie Raketen nur aus standsicheren Behältnissen ab.

Finger weg von Eigenbauten und nicht geprüften Feuerwerkskörpern.

Fachwerkhäuser haben eine erhöhte Brandgefahr. Bitte beim Abbrennen von Feuerwerkskörpern unbedingt einen Mindestabstand von acht Metern einhalten. Im Besonderen betrifft dies die Altstadt Alsfeld. Bei Windgeschwindigkeiten ab neun Metern in der Sekunde darf nur Bodenfeuerwerk abgebrannt werden.

Zünden Sie Zündversager niemals zweimal an. Warten sie eine gewisse Zeit, bis sie sich wieder nähern.

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