07. Januar 2020, 07:25 Uhr

Fastnacht

Harter Kampf um Bajazz-Würde beim Herbsteiner Springerzug

Selten war der Wettbewerb um die Rolle des »Bajazz« beim Rosenmontagszug in Herbstein so hart wie in diesem Jahr.
07. Januar 2020, 07:25 Uhr
Präsident Manuel Hensler (l.) und Versteigerungsleiter Holger Korell krönen den neuen Bajazz Gregor Ruhl. FOTO: AU

Nach mehrstündiger Versteigerung stand Gregor Ruhl (22) am Sonntag als neuer Anführer des närrischen Vortänzers des Karnevalszuges fest. Mit 4760 Euro kam nach Angaben von Manuel Hensler, dem Vorsitzenden der Fastnachtsvereinigung Herbstein, ein Rekordergebnis der traditionellen Auktion um den Part des Bajazz zusammen. »Ich kann mich nicht an eine so lange Auktion in meiner Amtszeit erinnern«, sagte er.

»Wenn fünf oder sechs Leute mitsteigern, wirkt sich das halt auch aufs Ergebnis der Auktion aus.« »Es war schon ein harter Kampf«, räumte der neue Bajazz nach der Versteigerung ein. Für ihn bedeute die Rolle des Bajazz, der die Symbolfigur für den Springerzug ist, die Erfüllung eines Kindheitstraums, sagte der karnevalsbegeisterte gelernte Ofenbauer.

Jetzt sei er vor allem glücklich. Große Vorbereitung erfordere der Rosenmontagszug nicht mehr: »Ich glaube, jeder Junge in Herbstein hat schon mal die Sprünge geübt.« Auch die Kondition für den vierstündigen Karnevalszug am 24. Februar habe er: »Ich spiele in meiner Freizeit Fußball - das passt schon.«

Am Rosenmontag trägt der Bajazz ein buntes Gewand und eine goldene Krone und lässt sich bei seinen Sprüngen in einer bestimmten Schrittfolge von Tausenden Zuschauern am Streckenrand anfeuern und bejubeln. Tiroler Steinmetze brachten die Tradition des Springerzugs im 17. Jahrhundert nach Herbstein, als sie Restaurationsarbeiten an der Stadtmauer vornahmen. Im Vorjahr hatte das Höchstgebot für den Bajazz 1120 Euro betragen, der bisherige Rekord war 2018 mit 3810 Euro aufgestellt worden. Bei der Auktion werden alljährlich auch die Rollen der sechs Pärchen versteigert, darunter das Tiroler Pärchen in Reihe eins. Das sind ebenso tanzende und springende Akteure im Karnevalszug.

In der ersten Versteigerungsrunde im »Haus des Gastes« sah es am Anfang gar nicht nach einem großen Interesse aus, bevor es dann spannend wurde. Bajazz und Tiroler Pärchen gingen mit 140 und 60 Euro und die Pärchen zwei bis sechs mit nur je 30 Euro in die zweite Runde. Am Ende lieferten sich Lars Ruhl und Gregor Ruhl ein hartes Duell. So dauerte es über eine Stunde, bis der Sieger feststand.

Springerzug tritt in Tirol auf

Wesentlich billiger hatte im Vorjahr Alexander Talkenberger die Bajazz-Würde ersteigert. Er musste 1120 Euro bezahlen. Das Tiroler Pärchen kostete Tin Thrin und Noah Ehmich 400 Euro. 930 Euro zahlten Steffen Maurer und Peter Bouscheidt für das 2. Pärchen und 1100 Euro zahlten Lucas Bott und Konrad Köhler für »ihr« Pärchen. Die Erlöse werden beispielsweise für die kostenintensiven Kostüme und Figuren der Fastnacht verwandt. Vorjahres-Bajazz Alexander Talkenberger hatte zu Beginn die traditionelle Kappe mit der Jahreszahl 2019 erhalten. Für ihre Verdienste zur Erhaltung der Tradition der Fastnacht wurden Manuel Hensler und Holger Korell zu Ehrenrittern ernannt. Bürgermeister Bernhard Ziegler begrüßte die Narrenschar in Versform und machte Werbung für den Auftritt des Springerzuges in Tirol.

Für den neuen Springerzug heißt es nun fleißig trainieren, bereits am kommenden Samstag müssen die Akteure beim »Abend für den Bajazz« springen. Hauptauftritt ist am Rosenmontag. Dann führt der Springerzug den großen Rosenmontagsumzug an. Weitere Informationen unter www.fv-herbstein.de.

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