Vogelsbergkreis

Viele Liebende beim Valentinssegen

Er gilt als Schutzpatron aller Liebenden, obgleich aus seiner Vita nicht allzu viel bekannt ist: Der Heilige Valentin von Rom soll als Priester Liebespaare trotz Verbots christlich getraut haben und deswegen am 14. Februar 269 hingerichtet worden sein. Die von ihm geschlossenen Ehen sollen unter einem guten Stern gestanden haben, und so wird er bis zum heutigen Tag als Heiliger der Liebe und der Zärtlichkeit verehrt.
23. Februar 2020, 18:48 Uhr
Redaktion
Paare lassen sich den Segen spenden. 	FOTO: PM
Paare lassen sich den Segen spenden. FOTO: PM

Er gilt als Schutzpatron aller Liebenden, obgleich aus seiner Vita nicht allzu viel bekannt ist: Der Heilige Valentin von Rom soll als Priester Liebespaare trotz Verbots christlich getraut haben und deswegen am 14. Februar 269 hingerichtet worden sein. Die von ihm geschlossenen Ehen sollen unter einem guten Stern gestanden haben, und so wird er bis zum heutigen Tag als Heiliger der Liebe und der Zärtlichkeit verehrt.

Während sich die einen an diesem Tag mit Blumen und Schmuck beschenken, suchen immer mehr Menschen die ursprüngliche Idee hinter dem Valentinstag. Die Kolpingfamilie bietet darum mit der katholischen Gemeinde eine Segensfeier für Liebende und alle Menschen an, die der Liebe verbunden sind, unabhängig von ihrer Konfession. Bereits zum sechsten Mal fand sie in diesem Jahr statt, und die Veranstalter können sich über wachsendes Interesse freuen.

Die katholische Kirche ist zu diesem Anlass schön geschmückt, Herzen und roter Samt zierten die Stufen vor dem Altar. Musikalisch rahmten Julia Hansen und Carmen Roth-Apel die Feier ein. Die beiden hatten ansprechende und berührende Liebenslieder ausgewählt. »Das schönste und schwierigste, zarteste und riskanteste Unternehmen der Welt« sei die Liebe, »stark und leicht zerbrechlich«, hieß es. Und: »Als ich dich kennenlernte, warst du ganz anders«. Joachim und Dagmar Schlitt begaben sich mit den Gästen auf eine Reise der Annäherung.

In seiner Ansprache lieferte Pfarrer Zbigniew Wojcik eine moderne Interpretation des Tuns des Heiligen Valentin. So wie dieser sich um Paare sorgte, die von Rechts wegen nicht hätten heiraten dürfen, müsse die Kirche heute alle Menschen, die sich lieben, im Blick haben und dürfe sich nicht Gruppen wie gleichgeschlechtlichen oder wiederverheirateten Paaren verschließen. Einem Appell zur Modernisierung seiner Kirche kam diese Aussage gleich, in erster Linie jedoch zeugte sie von einem Verständnis für liebende Menschen, denen auch die Fürbitten im Anschluss an die Ansprache gewidmet waren.

Der Einladung zum Segen über die Paare und auch zum Einzelsegen folgten fast alle Anwesenden. Nach der Andacht hatte die Kolpingfamilie noch einen Sektempfang mit Häppchen im Pfarrzentrum vorbereitet. Aegidius Kluth: »Das Angebot steht allen offen, die sich davon angesprochen fühlen, und das werden von Jahr zu Jahr mehr. Es wird damit deutlich, dass viele Menschen am Valentinstag etwas anderes suchen als Konsum«.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,668842

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