13. März 2020, 07:30 Uhr

Coronakrise

Jagdmesse in Alsfeld wird nicht stattfinden

Die Absagen von Veranstaltungen wegen Sorge vor dem Coronavirus häufen sich. Nun trifft es auch die für übernächstes Wochenende geplante Veranstaltung »Jagen Fischen Offroad« in Alsfeld.
13. März 2020, 07:30 Uhr
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Aus der Redaktion
Die Fachmesse »Jagen, Reiten, Fischen, Offroad« in der Hessenhalle Alsfeld ist abgesagt. Sie wurde regelmäßig von über 10 000 Menschen besucht. Die Auto- und Frühjahrsausstellung in Alsfeld am vergangenen Wochenende hatte bereits mit mangelndem Besucherinteresse zu kämpfen, in der Corona-Krise halten sich die Menschen zurück. FOTO: ARCHIV

Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern - der Besuch von Bildungseinrichtungen wie Schulen ausgenommen - sind ab spätestens 13. März zu verbieten. Dies geht aus einem Erlass des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration hervor, der am Donnerstagvormittag herausgegeben wurde. »Ein Ausnahmevorbehalt ist nicht zulässig«, heißt es in der Mitteilung. Befristet ist die sogenannte Allgemeinverfügung zunächst bis zum 10. April.

Schon am Dienstag war auf Anordnung des Vogelsberger Gesundheitsamtes die Jagdmesse in Alsfeld abgesagt worden, die in den vergangenen Jahren Besucherzahlen von 10 000 bis 15 000 aufwies.

Gesundheitsamt stark gefordert

Zu dem Zeitpunkt hatte es lediglich Empfehlungen des Robert Koch Instituts gegeben, keinen offiziellen Erlass des Ministeriums, wie mit Großveranstaltungen umzugehen sei. »Der Gesundheitsschutz der Bevölkerung hat Vorrang«, hatte Landrat Manfred Görig am Dienstag erklärt und auf die Empfehlungen des Robert Koch Instituts (RKI) verwiesen. »Diese Faktoren haben wir zugrunde gelegt, folgerichtig konnte die Messe nicht stattfinden.« Bei Veranstaltungen mit weniger als 1000 Besuchern werde man eine Empfehlung an den Veranstalter geben. Wenn es nicht zwingend erforderlich ist, solle die Veranstaltung möglichst nicht stattfinden, erklärt Erster Kreisbeigeordneter Jens Mischak. »Der Einzelfall entscheidet. Es hängt beispielsweise davon ab, wie viele Personen auf engem Raum zusammentreffen und wie sich die konkrete Infektionslage entwickelt«.

Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes sind derzeit stark gefordert, das bringt die aktuelle Situation mit sich. »Wir haben zwar viel zu tun, doch wir haben die Lage im Griff«, betont Gesundheitsdezernent Mischak, der das Engagement des Teams lobt. Corona-Tests werden in den von der Kassenärztlichen Vereinigungen eingerichteten Zentralen durchgeführt, in Krankenhäusern und auch bei Hausärzten. Über die Anzahl der Tests bekommt das Gesundheitsamt keine Rückmeldung. Das Gesundheitsamt wird umgehend informiert, wenn ein Testergebnis positiv ist und leitet die nötigen Maßnahmen ein.

Es gibt klare Kriterien, wer getestet wird: Der Betroffene muss sich in einem Verbreitungsgebiet des Virus aufgehalten haben oder engen Kontakt mit einer nachweislich an COVID-19 erkrankten Person gehabt haben.

Treten dann die typischen Symptome wie Fieber, Husten und/oder Atemnot auf, so besteht der Verdacht auf eine COVID-19-Infektion.



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