17. April 2020, 21:13 Uhr

Drei Patienten werden noch beatmet

17. April 2020, 21:13 Uhr
Zwei weitere Beatmungsgeräte stehen am Krankenhaus Eichhof in Lauterbach bereit - nicht nur im Corona-Krisenfall. Darüber sind Michael Schimanski, Tobias Plücker, Dr. Norbert Sehn und Marie Schubert sehr erleichtert (v. l.). FOTO: PM

Das Krankenhaus Eichhof hat für schwere Covid-19-Fälle nachgerüstet. Dank eines Sonderinvestitionsprogramms des Landes, aus dem das Krankenhaus 57 000 Euro für die Anschaffung von zwei weiteren Beatmungsgeräten erhalten hat, konnten die Intensivkapazitäten mit Beatmung auf 13 Plätze aufgestockt werden.

Die Zahl der Betten, in denen Patienten beatmet oder anderweitig intensivmedizinisch betreut werden können, hat sich am Krankenhaus Eichhof seit Ausbruch des Coronavirus in Deutschland von sechs auf elf Einheiten nahezu verdoppelt. Frühzeitig hatte das Lauterbacher Krankenhaus mit einer eigenen Covid-Station und speziell abgetrennten Bereichen mit Beatmungsbetten auf der Intensivstation auf möglicherweise steigende Fallzahlen im Vogelsberg reagiert.

»Wir haben in der vergangenen Woche zwei weitere Beatmungsgeräte von unserem Lieferanten erhalten. Da wir Bestandskunden sind, gehören wir hessenweit zu den ersten Häusern, die mit den neuen Geräten beliefert wurden«, erklärt der Chefarzt Anästhesiologie und Intensivmedizin, Dr. Norbert Sehn. Somit können elf Patienten gleichzeitig beatmet und weitere neun auf der Intensivüberwachungspflege - der sogenannten Intermediate Care (IMC) Station - ebenfalls intensivmedizinisch versorgt werden. Die beiden anderen Beatmungsgeräte bleiben im Schockraum und im mobilen Einsatz am Krankenhaus für Notfallpatienten.

»Wir haben seit Ausbruch des Virus bisher vier Patienten mit schweren Covid-19-Verläufen behandelt, von denen drei in der vierten Woche noch immer beatmet werden müssen. Die langwierigen Verläufe sind die besondere Problematik dieser Erkrankung«, erläutert Sehn. »Neben den Geräten zur Beatmung, die nur einen Baustein der Versorgung von Covid-19-Patienten darstellen, ist qualifiziertes Personal Voraussetzung zur Behandlung schwerer Lungenentzündungen auf der Intensivstation, auch außerhalb von Corona eine der Kernkompetenzen in unserem Krankenhaus«, so auch Dr. Ines Josek, Leitende Oberärztin der Intensivstation.

Dennoch ist das Virus auch aus pflegerischer Sicht eine Herausforderung. »Es zeigt sich, dass Corona-Erkrankte mit schwerem Lungenversagen häufig 16 von 24 Stunden auf dem Bauch gelagert werden müssen. Das ist ein enormer Aufwand und es bedarf mehrerer Pflegekräfte, die am Patienten arbeiten müssen. Darüber hinaus ist im Umgang mit Covid-19-Patienten eine komplette Schutzausrüstung erforderlich, die zeitaufwendig anzuziehen ist«, beschreibt Fachkrankenpfleger Michael Schimanski die Abläufe. Der pflegerische Leiter der Intensivstation betont die Bedeutung erfahrener Intensivkräfte in der Ausnahmesituation. »Es ist herausragend, mit welchem Einsatz die Patienten betreut werden, trotz einer deutlich erhöhten Arbeitsbelastung speziell bei Corona-Fällen«, zollt auch der Hygieneverantwortliche Arzt Tobias Plücker den Kollegen Lob.

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