26. April 2020, 19:06 Uhr

Die spannende Welt der Hummeln

26. April 2020, 19:06 Uhr
Hummelkönigin mit noch kleinem Hofstaat. FOTO: PM

Viele Eltern haben zur Zeit das Problem, ihre Kinder in der Zeit der Isolation sinnvoll zu beschäftigen. Das herrliche Wetter lockt zu schönen Spaziergängen, die von den Heranwachsenden aber oft als langweilig empfunden werden.

Vor allem die Kleineren kann man zum Beobachten der Tierwelt anregen, zum Beispiel der momentan an Wiesenrändern herumbrummelnden Hummeln, rät die Nabu-Gruppe aus Wettsaasen.

Schon allein die Aufforderung, sich doch mal die Farbe des Hinterteils der harmlosen Insekten anzuschauen, weil man sie daran unterscheiden kann, sorgt für genaues Hinschauen. »Die Kinder lernen dabei mit Spaß etwas über unsere schöne Natur und verlieren die Scheu vor den kleinen Brummern«.

Pollen für die Königinnen

Zudem richtet der Nabu einen Appell an alle Gartenbesitzer: Für diese faszinierenden Insekten können wir alle etwas tun: Lasst uns wieder Blumen in unsere Gärten holen.«

Für diese faszinierenden Insekten können wir alle etwas tun : Lasst uns wieder Blumen in unsere Gärten holen !

Mit Beginn des Frühlings kommen die jungen Hummelköniginnen aus ihren Verstecken, in denen sie die letzten sechs bis acht Monate verbracht haben. Um Flugenergie für den massigen Körper zu erhalten und um die Eierstöcke reifen zu lassen, versorgen sich die Königinnen mit Pollen und Nektar der Frühlingsblumen. Danach beginnt die Suche nach einem geeigneten Neststandort. Dazu fliegen die Hummeln knapp über dem Boden der Wiesen, entlang von Hecken und Böschungen, schauen mal unter diesem mal unter jenem Laubhaufen und inspizieren jede Höhlung.

Ein Blick auf den Hintern sei hier erlaubt, gibt doch seine Färbung einen wichtigen Hinweis auf die Art. So tragen Steinhummeln ein rotes, Erdhummeln ein weißes und Wiesenhummeln ein eher gelboranges Hinterteil. In Kombination mit dem Färbungsmuster des Haarkleides und der Größe lassen sich mehrere Arten recht sicher bestimmen.

Je nach Hummelart erfolgt die Nestgründung oberirdisch, zum Beispiel in Vogelnistkästen oder unterirdisch, zum Beispiel in alten Mäusenestern. Idealerweise findet die Hummel hier ein Nest aus trockenem Gras, Moos oder Federn. Hierin formt die Hummel einen kleinen Hohlraum, der von isolierendem Material umgeben ist, das eventuell noch mit Nektar verklebt wird. Nun fliegt die Hummelkönigin mehrmals täglich aus - natürlich nicht, ohne sich den Neststandort genau eingeprägt zu haben - und holt Pollen. Daraus formt sie einen Nahrungsteig für die zukünftigen Larven.

Gleichzeitig baut die Königin das erste Honigtönnchen aus Wachs, das nach und nach mit Nektar gefüllt wird. Die ersten Eier legt die Königin nun in ein Näpfchen mit einem kleinen Pollenvorrat, verschließt dieses und beginnt mit der Bebrütung. Die Königin setzt sich auf das Näpfchen und hält die Brut warm. Die Hummelkönigin fliegt nun kaum noch aus und versorgt die geschlüpften Larven.

Aufgrund des geringen Nahrungsangebotes sind die ersten Arbeiterinnen häufig sehr klein, übernehmen aber nichtsdestotrotz fortan die Versorgung mit Nektar und Pollen. So schlüpft eine Generation Arbeiterinnen nach der anderen und das Volk wird größer und größer. Im Nest kann man nun Hummeln beobachten, die ihre Flügel im Leerlauf bewegen und dabei ein Fluggeräusch verursachen. Über die Bedeutung dieser »Hummeltrompeter« herrscht noch Uneinigkeit. Die Annahme aus dem 18. Jahrhundert, der »Hummeltrompeter« würde den Geschwistern den Beginn der Arbeit mitteilen, ist wohl nicht haltbar.

Hummeln leisten als unermüdliche Vielflieger einen bedeutenden Beitrag zur Bestäubung vieler Blütenpflanzen. Und Hummeln sind schon bei Temperaturen aktiv, bei denen die Honigbienen noch im warmen Stock sitzen. Alle Arbeiterinnen und die Königin können stechen, sind aber meist so friedlich, dass sie es nicht tun. Auf dem Höhepunkt der Entwicklung, etwa im Juli, beginnt die Erzeugung von Geschlechtstieren. Die schlüpfenden Jungköniginnen werden von den Drohnen noch im Sommer begattet und verkriechen sich darauf in einem Versteck, welches sie erst im nächsten Frühjahr verlassen. Alle Arbeiterinnen, die Drohnen und die Altkönigin sterben.

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