01. Oktober 2020, 21:51 Uhr

Autobahnbau

Großeinsatz im Wald mit Hüttenräumung angelaufen

Begleitet von Hunderten Polizisten haben am Donnerstag die ersten Rodungsarbeiten für den Weiterbau der Autobahn 49 begonnen. Der Protest der Autobahngegner ebbt nicht ab.
01. Oktober 2020, 21:51 Uhr
Begleitet von massiven Protesten der Waldbesetzer haben Rodungsarbeiten für den Ausbau der Autobahn 49 begonnen. Die Polizei war im Herrenwald bei Stadtallendorf mit mehreren Hundertschaften im Einsatz und nahm einige Blockierer fest. FOTO: JOL

Der »Tag X« im Dannenröder Wald ist da - wenn auch im benachbarten Herrenwald bei Stadtallendorf. An der Bundesstraße 454 zwischen dem Industriestandort und Neustadt starteten am Donnerstag pünktlich die Rodungsarbeiten für den Weiterbau der Autobahn. Mit einer Holzerntemaschine und Kettensägen arbeiteten sich Forst-arbeiter unter massivem Polizeischutz durch ein Waldstück nördlich der Bundesstraße. Dort hatten Aktivisten erst vor einigen Tagen in kleines Baumcamp mit drei höheren Baumhäusern und einer Plattform in etwa vier Metern Höhe errichtet. Die Einsatzkräfte machten den Waldweg zum Camp mit einem Unimog frei, der mit einem Räumschild ausgestattet ist. Eine Blockade mit rund 20 Autobahngegnern beendeten die Beamten um die Mittagszeit zügig. Dabei trugen und schleiften sie die Umweltschützer an den Wegesrand und kesselten sie ein. Später brachten die Beamten Hebebühnen zum Baumcamp, um die Aktivisten aus luftiger Höhe herunterzuholen.

Dabei achteten die Beamten darauf, dass sie kein Risiko für Aktivisten und die Spezialkräfte der Polizei eingehen. So wurden die Plattformen auf den höheren Bäumen nur mit der Hilfe von zwei Hebebühnen geräumt, damit kein Mensch abstürzt. Bis zum Abend hatte die Polizei dann zwei Baumhäuser beseitigt.

Für die Rodungsaktion war der ganze Bereich weiträumig abgesperrt worden. So war die Bundesstraße am Ortsausgang Stadtallendorf und am Ortsausgang Neustadt nicht mehr passierbar. Die Beamten an den Kontrollstellen verwiesen darauf, dass durch das Fällen der Bäume auch Gefahren für Vorbeikommende bestehen.

Das Waldstück, in dem gerodet wird, wurde von mehreren Hundert Polizeibeamten aus Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen weiträumig abgesperrt. Auch ein breiter Streifen Wiesen und Acker wurde zur Sicherheitszone erklärt.

Mehrere Dutzend Medienvertreter beobachten die Szenerie. Eine Sprecherin des Bündnisses »Aktion Schlagloch« sprach von einem »guten Zeichen, das die Aktivisten zu Beginn der Rodungen gegeben haben«. Mit Blockaden und Besetzung werde der Widerstand gegen den Autobahnbau deutlich.

Am Ende des Tages gab es sechs Festnahmen, zudem sprach die Polizei 13 Platzverweise aus. Am heutigen Freitag sollen die Arbeiten weitergehen. Am Wochenende und nachts soll pausiert werden.

Doch auch außerhalb des betroffenen Waldgebietes haben A 49-Gegner am Donnerstag ihren Unmut kundgetan. So seilten sich um die Mittagszeit an der Pfefferhöhe bei Alsfeld zwei Aktivisten von einer Autobahnbrücke über der A 5 ab.

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