Vogelsbergkreis

Bergkameraden auf Hüttentour im Rätikon

Eine abwechslungsreiche Bergtour durch das Rätikon im äußerstgen Westen Österreichs unternahmen dieser Tage sechs Freunde, die aus Gemünden stammen. Ausgangspunkt der Tour war der Lünersee auf knapp 2000 Metern Höhe. Man war bereits am Tag zuvor angereist, um sich an Klima und Höhe zu gewöhnen. Ein Vorgehen, das sich in vielen Jahren bewährt hat.
10. August 2022, 21:27 Uhr
Redaktion
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Tolle Ausblicke auf einer erlebnisreichen Tour hatten die Bergkameraden auf ihrer Hüttentour im österreichischen Rätikon. FOTO: PM

Eine abwechslungsreiche Bergtour durch das Rätikon im äußerstgen Westen Österreichs unternahmen dieser Tage sechs Freunde, die aus Gemünden stammen. Ausgangspunkt der Tour war der Lünersee auf knapp 2000 Metern Höhe. Man war bereits am Tag zuvor angereist, um sich an Klima und Höhe zu gewöhnen. Ein Vorgehen, das sich in vielen Jahren bewährt hat.

Die erste recht kurze Tagesetappe über den Saulasteig und das Saulajoch hinüber zur Heinrich Hueter Hütte verlief problemlos. Der zweite Tag begann gleich mit einem knackigen Aufstieg zum Hätabergerjoch. Über den Grat und auf einem langen Höhenwege führte diese Tagestour zeitweise im Regen über 16 Kilometer und 1800 Höhenmeter in gut sechs Stunden Gehzeit zur neuen Lindauerhütte.

Am Folgetag wurden Ausrüstung und Stimmung auf die Probe gestellt. Beim Start fing es ergiebig an zu regnen. Allen kam der steile Anstieg über den Bilkengrat zur Schwarzen Scharte so vor, als ob er gar nicht enden wollte. Am Nachmittag kam man erschöpft und ausgekühlt an der Tilisunahütte auf 2208 Metern Höhe an. Auf das Besteigen der Sulzfluh verzichtete man. Ein heißer Kaffee und ein Imbiss brachten die Truppe schnell wieder auf die Beine und es wurde noch ein schöner sonniger Hüttenabend.

Das schöne Wetter hielt am nächsten Tag an. Auf alten Schmugglerpfaden überquerte man die Grenze zur Schweiz. Die zeigte sich den Männern von ihrer schönsten Seite. Nach der Mittagsrast ging es vorbei am idylischen Partunsee hinauf zur Carschinahütte. Mit kleineren schwyzerdütschen Besonderheiten haben sich die Bergkameraden schnell angefreundet. Nur an das schweizer Bier konnten sich die Oberhessen nicht so recht gewöhnen.

Beim anstrengendsten Wandertag der Woche konnte man entlang des Prättigauer Höhenweges den Blick in die schweizer Bergwelt genießen. Auf lang gezogenen Wegen ging es über Stunden bergauf und bergab, bis man tief unter sich den Lunersee, den Startpunkt der Tour erblickte. Man hatte ihn nun fast ganz in einer weiten Schleife umrundet.

Als es in der nächsten Stunde stetig berab in einen Almgrund ging, wähnte sich mancher schon nah am Tagesziel. Dazu musste man aber dann doch nochmal viele 100 Höhenmeter steil hinauf zur Gamslücke auf fast 2400 Meter steigen, wie sich herausstellte. Kurz vor der Lücke ging es zudem noch über einen Klettersteig. Schließlich erreichte man rechtschaffen müde die Totalphütte. Die letzte Hütte dieser Tour.

Der letzte Hüttenabend ist stets der schönste. Alle freuten sich auch schon auf die geplante Besteigung des Schesaplana am nächsten Morgen. Mit fast 4000 Metern ist das der höchste Berg und der geplante Höhepunkt der Woche.

Dieser Höhepunkt musste aber ausfallen. Denn am Morgen zog dichter eisiger Nebel den Berg hinauf und auf dem Weg zum Gipfel schneite es sogar. Die Verhältnisse waren für eine Besteigung einfach zu schlecht, musste man einsehen. Zumal die Sicht oberhalb der Hütte wegen des Nebels nahezu Null war.

So beschloss man, sich den Verhältnissen zu fügen und gleich ins Tal hinabzusteigen. Schließlich kam man gesund und wohlbehalten an der Bergstation der Lünerseebahn an, wo man fünf Tage zuvor gestartet war.

Am Nachmittag ging es auf die Heimfahrt nach einer erlebnisreichen Urlaubswoche für die Bergkameraden.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/bergkameraden-auf-huettentour-im-raetikon;art74,834056

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