07. Oktober 2021, 21:57 Uhr

Besserer Schutz vor Black-out und Flutwellen

07. Oktober 2021, 21:57 Uhr
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Von Joachim Legatis

Ein Strom-Blackout über Stunden hinweg oder eine Flutwelle wie im Ahrtal gelten als Katastrophen. Darauf will man in Homberg vorbereitet sein, wie sich in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Stadtverordnetenversammlung zeigte. Im Ergebnis soll der Magistrat mit Feuerwehr und Rettungsdienst ein Konzept gegen längeren Stromausfall auf den Weg bringen, Zudem soll mit Förderung des Landes erkundet werden, wo Gefahren bei Starkregen bestehen. Beide Empfehlungen sind noch Thema im Stadtparlament.

Komplex wurde die Diskussion, als es um die Folgen eines flächendeckenden Stromausfalls für die Kommune ging. Grundlage war ein Antrag der Grünen, wonach für sensible Bereiche Notstromaggregate angeschafft werden sollten. In einer Präsentation verwies der stellvertretende Stadtbrandinspektor Jens-Uwe Rieß auf eine vielschichtige Lage. Denn zuerst müsse noch geklärt werden, welche Gebäude wie lange mit Strom versorgt werden sollen.

In Österreich ist man gerüstet

Hintergrund sind die Ersatzmaßnahmen zu flächendeckenden Stromausfällen, die immer wahrscheinlicher würden. Rieß verwies darauf, dass man sich in Österreich bereits flächendeckend auf einen Zusammenbruch des Stromnetzes über Stunden hinweg wappnet. Durch Schwankungen im europaweiten Netz seien regionale Ausfälle wahrscheinlicher geworden.

In solchen Fällen sei die Kommune für einen Ausfall vom bis zu 72 Stunden zuständig. Wenn der Strom länger ausfällt, springt der Katastrophenschutz des Kreises ein. Doch bereits nach wenigen Stunden ohne Strom seien gravierende Folgen zu erkennen: Menschen an Heim-Beatmungsgeräten brauchten Hilfe, Einzelhandelsgeschäfte seien geschlossen, was zu Panik führen könne. Es fielen Telefone und Heizungen aus, die Wasserversorgung und Abwassersysteme können leiden, erläuterte der Feuerwehrfachmann.

Rieß schlug mit Stadtbrandinspektor Stein vor, zuerst die Gebäude zu identifizieren, die man als Notfallzentren für drei Tage Stromausfall nutzen will. Das kann beispielsweise die Stadthalle und die Sporthalle Nieder-Ofleiden betreffen. Zunächst muss der Strombedarf festgestellt werden, um zu sehen, welches Aggregat mit welcher Treibstoffmenge nötig ist. Der Magistrat soll mit Feuerwehren und Rettungsdiensten ein Konzept erstellen, wie der Ausschuss einstimmig empfiehlt.

Starkregenkarten werden angelegt

Ahnlich einmütig verlief die Debatte um die Vorbeugung von Starkregen-Katastrophen. Die Grünen hatten beantragt, die Stadt möge Starkregengefahrenkarten erstellen lassen. Das sind detaillierte Untersuchungen, welche Folgen Wassermassen in der Bebauung anrichten. Dabei wird auch das Fassungsvermögen der Abwasserleitungen berücksichtigt, wie Barbara Schlemmer (Grüne) erläuterte.

Die Feuerwehren haben bereits eine Dienstanweisung für Unwetterlagen erstellt, die auch Starkregeneinsätze umfasst, wie Rieß sagte. Er geht davon aus, dass die Unwetterlagen zunehmen werden.

Unstrittig im Ausschuss war, dass die Gefahrenstellen für Hochwasser ermittelt werden sollen. Dabei regte Bürgermeisterin Claudia Blum an, dem Bündnis der Klimakommunen beizutreten. Bernd Reiß ergänzte, dann würden Untersuchungen zu 100 Prozent gefördert. Er regte eine Umfrage unter Ortsvorstehern an, wo es bei starken Regenfällen besonders problematisch wird. Jutta Stumpf (Bürgerforum) meinte, Erfahrung sei gut, es gehe aber um den wissenschaftlichen Ansatz.

Blum verwies darauf, dass inzwischen das Räumen von Gräben schwieriger geworden ist, weil Naturschutzbelange zu berücksichtigen sind. Man sei im Katastrophenschutz aktiv. Die Verwaltung bereitet einen Förderantrag zum Bau von Warnsirenen vor. Dafür gibt es ein Förderprogramm des Landes.

Am Ende einigte sich der Ausschuss einstimmig darauf, dass der Magistrat klären soll, wie man eine aussagekräftige Karte zu den Folgen von Stark- regen bekommen kann. Auch bei Baugebieten soll der Überschwemmungsschutz mitgeprüft werden.



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