09. Juli 2021, 21:08 Uhr

Container sollen an Autobahntrasse

09. Juli 2021, 21:08 Uhr
Schneider_k
Von Kerstin Schneider
Am Ortsrand von Appenrod ist an der Ludwigstraße ein Containerstandort für die Autobahnbaustelle entstanden. Die Stadtverordneten wollen nun erreichen, dass die Container an die A49-Trasse gestellt werden. Unbekannte Autobahngegner haben ihren Unmut schon geäußert und einen der Container mit schwarzer Farbe beschmiert.

Im Zuge der Debatte um die Autobahnbaustelle kam in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten der Verweis auf die Ludwigstraße in Appenrod, wo die Bau-Arbeitsgemeinschaft (Bau-Arge) A49 mit den Firmen Strabag und Leonhard Weiss bereits etliche Container aufgestellt hat. Dort sollen offenkundig Büros, aber auch Arbeiter untergebracht werden.

Schon vor einigen Monaten seien Container entlang der Ludwigstraße aufgestellt worden, hieß es im Stadtparlament, es sei anscheinend ein Vertrag mit einem privaten Grundstückseigentümer abgeschlossen worden.

Das sorgte für eine heftige Debatte bei den Stadtverordneten. Wie könne eine Gemeindestraße untertunnelt und mit Containern versehen werden und die Stadt merke nichts davon, fragte Barbara Schlemmer, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. Schlemmer: »Noch haben wir die Baustelle doch nicht ganz den Russen überlassen?« Das meinte sie in Anspielung auf die Beteiligung eines russischen Oligarchen am Strabag-Konzern.

Zuständigkeit liegt beim Kreis

Es sei zu klären, wer verantwortlich ist und unter Umständen eine Genehmigung unterzeichnet habe. »Das kann nicht sein, hier müsste man dann über strafrechtliche Konsequenzen nachdenken.«

Bürgermeisterin Claudia Blum entgegnete, für den Containerstandort sei ein privates Grundstück angemietet worden, die Stadt sei hier »außen vor«. Man habe keine Zuständigkeit, diese liege beim Vogelsbergkreis. Sie wisse nicht, ob ein Bauantrag gestellt worden und genehmigt worden ist. Der Aufbruch der Straße im Zuge des Ausbaues des Containerstandorts gehe »aber überhaupt nicht«.

Dies müsse rückgängig gemacht werden. Damit habe man auch ein weiteres Argument für die Verhandlungen mit der Bau-Arge. Das städtische Ordnungsamt schaue natürlich immer wieder einmal nach, aber sei auf Hinweise angewiesen, denn man könne nicht permanent alle Straßen abfahren und kontrollieren.

Die Containeranlage sei schon seit April in Betrieb, sagte Benjamin Wolf (CDU). Die Stadtverordnetenversammlung befürwortete am Ende in ihrem Beschluss einen Standort dieser Containersiedlung an der Trasse der Bundesautobahn A 49, »da muss sie hin und da gehört sie auch hin«. Von der Bau-Arge soll der ordnungsgemäße Rückbau des Containerstandorts verlangt werden.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos