25. Januar 2021, 21:18 Uhr

Corona kommt Kreis teuer zu stehen

25. Januar 2021, 21:18 Uhr
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Von Joachim Legatis

Der Neubau des Alsfelder Kreiskrankenhauses rückt näher. In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses gab es bei vier Enthaltungen aus FW, Grüne und FDP breite Zustimmung zum Haushaltsplan des Vogelsbergkreises für 2021 mit einer Berücksichtigung des millionenschweren Bauprojekts. Nun muss der Kreistag am Donnerstag zustimmen und die Planung kann losgehen.

Kehrseite der Medaille sind die Belastungen für den Haushalt und damit für die hiesigen Bürger. Denn rund 49 Millionen Euro für den eigentlichen Neubau und bis zu 10 Millionen Euro Investitionen in kurzfristige Maßnahmen für den Zeitraum bis zu seiner Fertigstellung im Jahr 2026 sind zu kalkulieren. Allein in diesem Jahr sollen 4,8 Millionen Euro Planungskosten aufgebracht werden. Eine Folge ist die Anhebung der Kreisumlage in vier Schritten, was zulasten der Kommunen geht, die das wiederum an die Bürger weiterreichen müssen.

Es dreht sich beim Kreishaushalt um gewaltige Zahlen, so liegt der Ergebnishaushalt bei 198,3 Millionen Euro. Im Investitionshaushalt stehen fast 11 Mio. Euro und für das Personal werden 2,2 Millionen Euro zusätzlich benötigt, davon 780 000 Euro im Impfzentrum. Corona-Folgen zeigen sich mehrfach im Haushaltsplan, so ist mehr Geld für digitalen Schulunterricht sowie für das Gesundheitsamt nötig.

Impfzentrum kostet eine Million Euro

Der Haushalt ist von mittelbaren Folgen der Pandemie betroffen. So kalkuliert die Kreisverwaltung in diesem Jahr mit 158 000 Euro geringeren Einnahmen bei Kfz-Anmeldung und in der Waffenbehörde. Es werden schlicht weniger Autos angemeldet und die Waffenbehörde wird seltener Kontrollen durchführen, wie Landrat Manfred Görig erläuterte. Die Personalkosten für das Impfzentrum liegen bei rund einer Million Euro, eingerechnet ist eine Stellenausweitung im Fachgebiet Gefahrenabwehr. Rund 100 000 Euro kostet zusätzliches Personal zur Corona-Kontaktnachverfolgung. Eine mittelbare Folge der Corona-Schutzmaßnahmen ist eine geplante Ausweitung im Amt für Schulen und Liegenschaften. Dort sollen laut Görig zwei Informatiker die über 1000 Tablets warten, die über den Kreis an die Schulen für den digitalen Unterricht weiter gegeben wurden. Ein Trostpflaster bietet die Gesamtschule Mücke, die 80 000 Euro spart, indem auf Eigenreinigung umgestellt wird. Positiv schlägt zu Buche, dass der Bund 2,2 Millionen Euro mehr an den Kreis überweist, da die Bundesbeteiligung an Kosten der Unterkunft steigt. Hingegen sollen die EDV-Kosten 446 000 Euro höher ausfallen, weil Gesundheitsamt und Amt für soziale Sicherung andere Software benötigen.



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