01. September 2021, 21:42 Uhr

Damit der Apfelwein richtig gut schmeckt

01. September 2021, 21:42 Uhr
Teilnehmende des Sommerschnittlehrgangs im Garten von Theresia Roth. FOTO: HSO

Fachwart Manfred Schlosser vom örtlichen Obst- und Gartenbauverein Groß-Felda/Kestrich (OGV) favorisiert eindeutig den Sommerschnitt an den Obstgehölzen und erläuterte dieser Tage Interessierten besonders auch die Ausdünnung der Fruchtstände. Diese wurde beim jüngsten Schnittlehrgang im Hausgarten von Theresia Roth in Kestrich deutlich. Leider war der Besuch nicht überwältigend, dennoch konnten die interessierten Gäste ihr Wissen in Bezug auf den Obstbaumschnitt weiter vertiefen oder erste Informationen sammeln.

Junge Bäume mit Draht schützen

Wie üblich begann Schlosser mit theoretischen Informationen. Vor den eigentlichen Schnittmaßnahmen wies er besonders auf die Bedeutung der Obstgärten für den Natur- und Umweltschutz hin. Diese seien für die gesamte Vogelwelt und auch für viele Kleintiere bevorzugte Aufenthalts- und Rückzugsorte. Bei der Neupflanzung von Obstbäumen solle man unbedingt ein Drahtgeflecht (am besten Hasendraht) gegen Wühlmäuse anbringen, so die Expertenempfehlung. Auch auf das richtige Werkzeug beim Baumschnitt ging er ein und gab entsprechende Empfehlungen aus.

Er plädierte für den Herbst als die beste Pflanzzeit der jungen Bäume. Der Sommerschnitt gehöre dagegen zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen eines Baumes, da durch ihn das Wachstum reguliert wird. Für den Sommerschnitt gebe es zwei wesentliche Gründe. Einmal um im nächsten Jahr einen besseren Blütenansatz zu bekommen und außerdem, um bessere Früchte zu bekommen. Deshalb sei es wichtig, bei voll hängenden Apfelbäumen jetzt eine Fruchtausdünnung vorzunehmen. Hier gelte die Regel, dass die Früchte eine Faustbreit Platz haben sollten. Man erreiche dadurch eine gute Qualität des Apfels und einen besseren Geschmack. Dieser sei für die Qualität des späteren Apfelsaftes und des Apfelweins verantwortlich.

Durch den Schnitt mehr Qualität

Der ideale Zeitpunkt für den Sommerschnitt ist laut Schlosser die Zeit von Mitte Juli bis August, wenn das Triebwachstum abgeschlossen ist und neue Blütenknospen für das nächste Jahr angelegt werden. Beim Sommerschnitt werden vor allem die senkrechten und nach innen wachsenden Triebe entfernt. Dabei sollte nicht zu viel aus der Krone herausgenommen werden, damit die Früchte noch weiter gut ernährt werden. Weiterhin findet in der Krone eine bessere Belüftung statt, die den Pilzbefall verringert. Außerdem können durch mehr Licht die Früchte besser ausreifen.

Am Apfelbaum wurde die Theorie in die Praxis umgesetzt und überflüssiges Blatt- und Astwerk fachmännisch entfernt. Bei Kaffee und Kuchen informierte man sich im Anschluss in gemütlicher Runde weiter. Es wurde gefachsimpelt und eigene Erfahrungen ausgetauscht.

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