Vogelsbergkreis

Dem Dorf eine Stimme geben

Ein Trio will dem Dorf eine Stimme geben und freut sich über Anregungen aus der Dorfgemeinschaft. Mit einer Bürgerversammlung hat der neue Ortsbeitrat Gontershausen vor eigen Tagen seine Arbeit aufgenommen. Christian Grünewald, Marleen Georg und Felix Fischer zeigen sich danach zufrieden mit der Unterstützung, die aus dem kleinen Ort signalisiert wird.
23. Juli 2021, 21:33 Uhr
Joachim Legatis
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Der Ortsbeirat Gontershausen (v. l.) mit Christian Grünewald, Felix Fischer und Marleen Georg. FOTO: JOL

Ein Trio will dem Dorf eine Stimme geben und freut sich über Anregungen aus der Dorfgemeinschaft. Mit einer Bürgerversammlung hat der neue Ortsbeitrat Gontershausen vor eigen Tagen seine Arbeit aufgenommen. Christian Grünewald, Marleen Georg und Felix Fischer zeigen sich danach zufrieden mit der Unterstützung, die aus dem kleinen Ort signalisiert wird.

»Uns geht es darum, herauszufinden, was sich das Dorf wünscht«, sagt Grünewald. Sie wollen keine Initiative für etwa ergreifen, das den Menschen in ihrer Umgebung nicht wichtig ist. Dabei setzen sie darauf, miteinander mehr zu erreichen als alleine. »Wenn jeder einen Stuhl schleppt, dann ist etwa eine Veranstaltung einfacher zu machen«, ergänzt Marleen Georg.

Dabei sind alle drei neu im Amt, denn der Ortsbeirat hat sich nach fünfjähriger Vakanz zur Kommunalwahl neu gefunden. »Wir brauchen eine Stimme, um bei der Stadtverwaltung und im Parlament mehr Gehör zu finden«, sagt Christian Grünewald dazu. Sechs Gontershäuser hatten die Liste gebildet, drei wurden gewählt, die Größe des Gremiums hängt von der Einwohnerzahl ab.

Zu ihrer Motivation sagt Marleen Georg: »Ich habe lange in der Stadt gelebt und kam gerne wieder zurück. Es geht mir um die Gemeinschaft im Dorf«. Felix Fischer möchte mehr Feste, »damit alles mehr zusammenwächst«. Auch Ortsvorsteher Grünewald will das Dorf mehr zusammenbringen, deshalb haben sie als erstes zu einer Bürgerversammlung eingeladen, um die dringenden Themen zu erfragen.

Halbes Dutzend Häuser neu gebaut

Mit der Resonanz bei diesem Treffen sind die drei Ortsbeiratsmitglieder sehr zufrieden. Es sind viele Dorfbewohner gekommen, und der Austausch mit erfahrenen Akteuren wie Ex-Ortsvorsteher Jochen Köhler brachte neue Erkentnisse. So diskutierte man etwa über die Teilnahme beim Wettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft«. Für eine frühere Bewerbung an dieser Aktion des Landes hat Köhler noch Unterlagen, auf die man zurückgreifen kann. In der Bürgerversammlung überlegte man nun, mit welchem Profil die kleine Ortschaft punkten kann. Da kam man schnell darauf, dass die Haushalte durch die Energiegenossenschaft klimafreundlich geheizt werden und dass man eine intakte Dorfgemeinschaft präsentieren kann.

Dass der kleine Homberger Stadtteil zukunftsfähig ist, zeigt sich auch daran, dass in den vergangenen Jahren ein halbes Dutzend Häuser gebaut wurden. »Das ist viel für so einen kleinen Ort«, freut sich Grünewald.

Zu einer Gelegenheit, möglichst viele Ortsbewohner zusammen zu bringen, soll eine öffentliche Übungsstunde des Blasorchesters Homberg werden. Vermutlich kommen die Musikerinen und Musiker im September nach Gontershausen. Zur Lebensqualität im Ort gehören auch geräumte Gräben. Denn niemand möchte einen Sturzbach über das eigene Grundstück erleben, weil ein Wassergraben bei Starkregen und Hochwasser überläuft. In der Versammlung vereinbarte man, zugewachsene Durchlässe unter Wegen an den Ortsvorsteher zu melden, damit der den Bauhof informiert.

Spielplatz am DGH aufwerten

Weitere Themen in der Versammlung waren Glasfaser und Windkraft. Für schnelle Internetanschlüsse läuft eine Werbekampagne der Firma Goetel. Einige Ortsbewohner bieten an, Fragen zu den Verträgen zu beantworten. Auf wenig Gegenliebe stoßen die Pläne einer Windkraftfirma, Anlagen bei Deckenbach zu errichten. Man befürchtet den Lärm der Rotoren. Zudem führt eine mögliche Route für die Bau-Lkw durch Gontershausen. Allerdings hat die Stadt dem Bau widersprochen.

Der Ortsbeirat soll sich auch bei der Stadt dafür einsetzen, den Spielplatz am Gemeinschaftshaus aufzuwerten. So sollte eine zweite Schaukel angebracht werden, regte ein Besucher an.

Das sei schöner, wenn Kinder miteinander spielen wollen. Im Unterschied zum Spielplatz im eigenen Garten müssen Geräte auf öffentlichen Plätzen allerdings von Fachkräften aufgebaut und gewartet werden.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/dem-dorf-eine-stimme-geben;art74,745139

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