22. September 2021, 21:53 Uhr

Durchwachsene Freibadbilanz

Die Freibadsaison ist vorbei, und die Betreiber ziehen im zweiten Jahr der Corona-Pandemie eine eher durchwachsene Bilanz. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor, aber es kamen in der Regel viel weniger Gäste als im Vorjahr - mit einer Ausnahme.
22. September 2021, 21:53 Uhr
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Von Kerstin Schneider
Überraschenderweise kamen im zweiten Corona-Sommer mehr Besucher ins Alsfelder Freibad als im vergangenen Jahr - in Zahlen gesprochen gut 21 000 Besucher im Vergleich zum Vorjahr mit 18 300 Besuchern. FOTO: KIERBLEWSKI

Die anhaltende Corona-Pandemie samt Auflagen und das sehr unbeständige und oft regnerische Wetter vermieste vielen Menschen den Freibadbesuch. Alexander Schmeh, der mit seiner gleichnamigen Firma das Freibad in Homberg und das Aquariohm (Hallenbad) in Mücke als Dienstleister betreut, bestätigt auf Anfrage, »das war wahrlich eine grauselige Saison und das nicht nur wegen Corona.« Er nennt hier in erster Linie das regenreiche Wetter im August.

Homberg - »So wenig Besucher wie noch nie« in einem Sommer hatte man im Freibad in Homberg zu verzeichnen, auch wenn die genauen Zahlen noch nicht vorliegen. In den sonst typischen Freibadwochen Ende Juli und August waren es in der Regel nur die Stammschwimmer, die ihre Bahnen zogen, morgens rund 40 Besucher und abends etwa 30. Es konnten aber Schwimmkurse stattfinden, freut sich Schmeh: »Das lief auch super in den Ferien.« Und auch das zum Saisonende dieser Tage angebotene Hundeschwimmen traf auf recht gute Resonanz, etwa 50 Vierbeiner tummelten sich imWasser.

Mücke - Im Aquariohm in Mücke lief es naturgemäß besser, nur als die 3-G-Regel griff, kamen etwas weniger Besucher. Schmeh: »Aber die Sauna lief gut.« Zum Auftakt nach der langen Corona-Zwangspause waren es viele Besucher, »da war richtig was los, man hat gemerkt, die Leute hatten Lust aufs Schwimmen.« Zumal die geltenden Hygieneauflagen in Praxis keine allzu große Hürde gewesen seien. Schmeh hat mit den jeweiligen Kommunen/Betreibern Verträge abgeschlossen, die ihm pro Saison das Geld für ein Dienstleistungspaket garantieren, egal, wie viele Besucher ins Bad kommen.

Feldatal - Großes Pech hatte der Förderverein mit seinem Solarfreibad in Feldatal-Kestrich. Im vergangenen Jahr konnte man wegen Corona nicht öffnen, in diesem Frühjahr machte ein Hochwasserproblem den Betreibern zu schaffen, dann folgten Baumaßnahmen. Als alles fertig war, hätten die Besucher kommen können, aber was kam, war der Regen. »Wir haben sehr unter dem schlechten Wetter gelitten«, sagt Manfred Steinbach federführend für den Förderverein, der sich so viel Mühe gegeben hatte. »Es war alles so schön hergerichtet und dann hat uns die Wetterlage im Stich gelassen.« Am Anfang war der Kartenverkauf ganz gut angelaufen, in Vorfreude auf viele schöne Sommertage, die sich dann nicht einstellten. Steinbach: »Es fehlte einfach das durchgehend schöne Wetter.«

Ulrichstein - »Wir haben in diesem Jahr für das Naturbadebiotop ein Defizit von rund 39 000 Euro eingeplant«, so Bürgermeister Edwin Schneider. Da man wegen Corona wie im letzten Jahr nicht drei, sondern nur zwei Monate geöffnet hatte, werde sich das Defizit verringern. Er geht davon aus, dass es bei rund 30 000 Euro liegen wird. Leider seien aufgrund des kühlen und regnerischen Sommers im Juli und im August nur etwa 1500 Badegäste im Biotop gezählt worden. Im vergangenen Jahr waren es in den beiden Öffnungsmonaten etwa 4500 Gäste, was sich natürlich auch auf die eingenommenen Eintrittsgelder niederschlägt. »Diese betragen in diesem Jahr leider nur 4000 Euro«.

Alsfeld - Überraschenderweise kamen im zweiten Corona-Sommer mehr Besucher ins Alsfelder Freibad als im vergangenen Jahr - in Zahlen gesprochen gut 21 000 Besucher im Vergleich zum Vorjahr von 18 300 Besuchern. »Auch wenn wieder mehr Besucher da waren, sind es dennoch nur die Hälfte im Vergleich zu den Vorjahren mit 45 000 Besuchern«, resümiert Ralf Kaufmann, Geschäftsführer der Bäder GmbH Alsfeld. Die Freibadsaison sei immer wetterabhängig und dieses Jahr sei definitiv kein gutes Freibadwetter gewesen. Die Erfahrung zeigt: Meist beginnt der gute Zuspruch in den Freibädern erst dann, wenn die Temperatur mindestens drei Tage über 30 Grad anzeigt.

Aus kaufmännischer Sicht könne man mit den Besucherzahlen nicht zufrieden sein, bedenke man aber die Umstände, ist Kaufmann froh, »dass wir das Freibad überhaupt öffnen konnten und gerade die Stammgäste - Frühschwimmer, Kursteilnehmer, Vereinssportler und Triathleten - die Möglichkeit hatten, bis zum 22. September das Areal zu nutzen«. Da die Becken alle geheizt seien, egal bei welchem Wetter, könne man selbst bei Nieselregen schwimmen. »Dennoch hoffen wir natürlich darauf, dass wir nächstes Jahr bessere Bedingungen haben, sowohl was die Pandemie als auch das Wetter betrifft, damit wir eine normale Saison erleben, mit regulären Öffnungszeiten, Events und Attraktionen, Kursen und ohne Abstandsregeln.



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