19. Mai 2021, 21:46 Uhr

Ein Drittel der Vogelsberger geimpft

Ein gutes Drittel der Vogelsbergerinnen und Vogelsberger ist inzwischen gegen Corona geimpft, meist im Impfzentrum in Alsfeld. Bis Montag wurde 28000-mal der immunisierende Piks gesetzt. An Spitzentagen betreute man über 700 Menschen.
19. Mai 2021, 21:46 Uhr
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Von Joachim Legatis
Leiter Erich Wranze-Bielefeld (r.) und Landrat Manfred Görig werfen einen Blick auf das Impfzentrum in der Hessenhalle. FOTOS: JOL

Der Zähler steht am Montag auf 28 481 im Impfzentrum des Vogelsbergkreises. So viele Menschen wurden in der umgerüsteten Alsfelder Hessenhalle sowie bei Außenterminen in Seniorenheimen und Krankenhäusern bisher gegen das Coronavirus immunisiert. Dazukommen noch die von Hausärzten versorgten Vogelsberger. Es dürften also eher 35 000 Menschen im Kreis sein, die inzwischen zumindest die erste Spritze in den Oberarm erhalten haben.

Das ist eine stolze Bilanz, auch wenn damit erst ein Drittel der Kreisbewohner erreicht wurde. »Der Knackpunkt sind die Impfdosen, wir könnten drei- bis viermal mehr Menschen impfen, wenn wir genug Impfstoff bekommen würden«, sagt Landrat Manfred Görig. Mit dem ärztlichen Leiter des Impfzentrum, Dr. Erich Wranze-Bielefeld, zieht er eine positive Zwischenbilanz der Impfkampagne im Vogelsberg. Allerdings wird es noch eine Weile dauern, bis alle Impfwilligen einen Termin haben, zumal in den Sommerferien noch Tausende Schülerinnen und Schüler berücksichtigt werden sollen, wie das Land angekündigt hat. Dafür sollen zusätzliche Impfdosen bereitgestellt werden.

In jedem Fall werden Impfungen für Tausende Jugendliche binnen sechs Wochen das Personal des Impfzentrums stark fordern, wie Wranze-Bielefeld mit leichter Skepsis anmerkt. Immerhin sind das hessenweit über 500 000 Jugendliche, im Vogelsberg rund 8000 mit zwei Impfungen. Ein solcher Andrang würde die Hausärzte überfordern. Aktuell arbeitet man sehr gut mit den niedergelassenen Ärzten zusammen, »wir sind froh, dass sie das machen«, sagt Görig über das Impfen in den Praxen. Wranze-Bielefeld nennt das Verhältnis zu den Hausärzten sogar »hervorragend«.

Das Impfzentrum in der Hessenhalle Alseld ist auf großen Andrang eingestellt. »Wir können ohne Schwierigkeiten 1200 bis 1500 Menschen pro Tag impfen«, erläutert Wranze-Bielefeld. Aktuell werden rund 500 Spritzen pro Tag gesetzt.

Die Termine werden relativ kurzfristig vergeben, weil man abwartet, wie viele der versprochenen Impfdosen geliefert werden. »Wir haben heute 160-mal sechs Impfdosen erhalten, nun stellen wir die Termine für übermorgen in das Impfportal ein«, sagt der ärztliche Leiter des Zentrums. Anders geht es nicht, denn es kam schon vor, dass Lieferungen nicht gekommen sind.

Überrascht ist man über die weitgehend positiven Rückmeldungen von Geimpften über den Service in der Hessenhalle. Anfangs gab es Kritik, dass Besucher nicht so leicht von den Behindertenparkplätzen in die Halle gelangten. Inzwischen sind die Plätze besser ausgeschildert, und über eine Klingel kann man sich im Zentrum melden.

Hilfe vom DRK

Zur positiven Bilanz trägt bei, dass die Organisation in der Veranstaltungshalle gut funktioniert. »Wir haben sehr engagierte Mitarbeiter im Impfzentrum, das merkt man, wenn man herkommt«, betont Görig. Ein Gutteil der Beschäftigten ist über den Landkreis angestellt. Das Rote Kreuz Alsfeld und Lauterbach übernimmt die Nachbetreuung. Die Ersthelfer sind dabei für die Menschen zuständig, die in der Ruhephase nach der Impfung über Unwohlsein klagen.

Einige Impfkabinen betreuen Mitarbeiter des DRK Fulda. Hinzu kommt die Security. Bislang hat auch die Technik funktioniert. Nur einmal ist ein Kühlschrank ausgefallen, in dem allerdings nur eine Impfdosis gelagert war. Die Kühlung ist essenziell, weil die Vakzine empfindlich auf Wärme reagieren.

Das Mittel von Biontech wird in einer Trockeneis-Box bei minus 70 Grad Celsius angeliefert, diejenigen von Astrazeneca und Moderna bei minus 20 Grad. Erst seit Kurzem ist klar, dass ungeöffnete Ampullen 30 Tage lang im Kühlschrank gelagert werden können. Bislang war man von deutlich kürzeren Aufbewahrungsfristen ausgegangen. Das ist deshalb wichtig, weil bereits bei der ersten Impfung der Termin für die Zweitimpfung vergeben wird. Dann muss auch das Vakzin vorrätig sein.

Das größte Problem sind die Lockerungen. Denn gerade für den zweiten Termin gibt es zunehmend Anrufe, weil die Betreffenden ihren Termin verschieben wollen, um wegfahren zu können. Das bedeutet Zusatzarbeit für die Organisatoren des Impfzentrums.



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