05. Februar 2021, 21:54 Uhr

A 49-Bau Europa Tierschutz

Endlich an Schutz künftiger Generationen denken

05. Februar 2021, 21:54 Uhr
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Aus der Redaktion
Kein Verständnis für den Weiterbau der A 49 (hier die Trasse nach den Baumfällungen) hat Jan Decher. FOTO: DPA

Als Homberger und vor allem als Jugendlicher, sehe ich die A 49 als Mahnmal für eine altmodische Politik an. Als ich das erste Mal davon gehört habe, war angeblich alles noch sehr weit weg. Lediglich Schilder standen zum Beispiel in Erbenhausen oder es gab Traktoren-Demonstrationen in Lehrbach. Als irgendwann die Besetzung in den Dannenröder Forst kam, war ich selbst überrascht.

Was mich danach überrascht hat, war erstens das unendliche Aufgebot von Polizei in Dannenrod und in der Nähe, zweitens die Politik im Vogelsberg und in Homberg und drittens das Durchsetzen einer naturzerstörerischen, trinkwassergefährdenden und nicht zeitgemäßen Planung.

Vor meinem ersten Besuch in Dannenrod war ich nicht besonders an der Umwelt interessiert. Ich war sogar in einer Partei, die den Ausbau der A 49 unbedingt durchsetzen wollte. Aber da ich an Politik interessiert bin, habe ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt. Ich habe mich mit der Planung vertraut gemacht, war in den Wäldern und habe mit Menschen gesprochen. Ich kam zum Entschluss, dass ich die A 49 nicht unterstützen kann. Ich sehe keinen Nutzen in neuen Autobahnen im Jahr 2020/2021. Die Politik ist so weit, dass sie eine Verkehrswende anstrebt. Eine Autobahn, die 2024 in Betrieb genommen werden soll, ist keine Brückenlösung für die Klimaneutralität, sie ist ein weiteres Symptom für fehlerhafte und altmodische Politik.

Besonders Angst macht mir die Gefährdung des Trinkwassers, die von Homberger Politikern offenbar gar nicht gesehen wird. Für Homberg ist die Berliner Straße mit 227 Prozent mehr Verkehrsaufkommen berechnet worden. Wenn ich morgens zum Bus in die Stadt laufe, stehe ich am Kreisel schon einige Minuten. Noch mehr Verkehr gefährdet alte Menschen, Kinder, Behinderte und Menschen, die einfach in die Stadt laufen wollen. Es ist ja nicht so, als wäre der Kreisel bisher unfallfrei gewesen, in Zukunft wird er es noch weniger sein. Mit den Demonstrationen »der Anwohner gegen die A49« wurde bereits deutlich gezeigt, wie ein Stau in Homberg wirkt.

Mit einer A 49, die auf die A5 mündet, wird das Stauchaos enorm steigen. Das alles werden wir Homberger, Maulbächer, Appenröder, Dannenröder ausbaden dürfen.

Eigentlich sollte das Ziel lauten: mehr ÖPNV. Allerdings verstehe ich die Menschen im Vogelsberg, die keinen ÖPNV nehmen wollen, da ich selber erlebe, wie umständlich das manchmal ist. Da muss sich einiges ändern.

Wenn man Stellungnahme aus dem hessischen Umweltministerium hört, dann entsteht der Gedanke, dass man dort den Ausbau der A49 gar nicht kennt. Ständig sei die Rede von »Wir müssen unsere Wälder schützen«, »Flächenversiegelung muss eingedämmt werden« und Sonstiges«. Dabei ist doch eindeutig zu sehen, dass alles das, vor dem das Umweltministerium warnt, gerade passiert. Es wird eine enorme Fläche für die A 49 versiegelt. Wir befinden uns inmitten einer Klimakatastrophe und Projekte wie die A 49 stehen für das Anfeuern einer solchen Katastrophe. Ich habe die Bäume fallen sehen und habe diese unglaubliche Machtlosigkeit erlebt. Die Politik hat den Konflikt zwischen Polizei und Demonstranten austragen lassen, das war ein fatales Signal. Ein grüner Minister Tarek Al-Wazir, der sich hinstellt und sagt, er habe alles versucht, aber mehr könne er nicht machen, verpasst jedem Kritiker der A 49 einen Tritt in den Hintern.

Lichtverschmutzung spielt sich momentan auch in Dannenrod ab, von nachmittags bis spät morgens laufen Dieselaggregate für die Beleuchtung der Baustelle. Wie soll auch nur ein Tier dies lange mitmachen? Und der Lärm? In Homberg wurden die Ohren zu lange zugehalten und endlich, nach einigem Druck, gibt es Erleuchtung. Endlich ist die Rede von einem Schutzwall. Dafür musste erst die Initiative »Pro Appenrod« gegründet werden. Es ist erstaunlich, dass selbst die Kommunalpolitik die Interessen der Wirtschaft vor denen der Bürger sieht. Viel wichtiger war der Gedanke an Homberg als Gewerbestandort. Wie viel mehr eine Reaktivierung der Ohmtalbahn bringen würde als eine Autobahn, sollte jedem einleuchten. Es gibt Alternativen, aber die wurden den Grünen scheinbar nicht gezeigt. Der Planfall 2 oder der Dannenröder Appell liefern Alternativen für jene, die immer noch Vorteile in einer Autobahn sehen. Die einzigen Parteien, die sich nachhaltig mit der A49 auseinandergesetzt haben, waren die Linkspartei und die neu gegründete Klimaliste.

Der Protest hat das Thema jedenfalls in die Medien gebracht. Inzwischen engagiere ich mich für den Klimaschutz und kommunalpolitisch, sofern mein Alter das zulässt und ich werde weiter protestieren. Die Zeit des Demonstrierens ist nicht vorbei, sie fängt nach dem Lockdown erst richtig an. Auch in der älteren Generation, wie sie in der Politik hauptsächlich vertreten ist, sollte der Gedanke an eine Zukunft wachsen. Sinnlose Projekte wie die A 49 gehören beendet. Nicht die Interessen von Firmen sollten im Vordergrund stehen, sondern der Schutz der zukünftigen Generationen.

Jan Decher, Homberg

Von Europa-Uschi und ihren europäischen Gesandten wurde der russische Impfstoff Sputnik V im August noch verdammt. Jetzt, wo im allgemeinen Impfchaos alle und im besonderen die deutschen Impfstrategen überfordert sind, geht man den Gang nach Canossa, nicht zum Papst, und ohne Heinrich, aber zu Putin, um seinen Impfstoff Sputnik zu erbitten. Europa versagt überall. Da muss mal einer mit der Dachlatte dazwischen gehen à la Holger Börner.

Reinhard Rau, Mücke

Januar 2021)

Gut gemeint, ist nicht immer gut - sind Hühner-Pullis artgerecht? Nicht mehr nur Hunde und Katzen tragen Pullis, seit Neuestem auch Hühner. Fraglich ist, ob die Hühner damit nicht in ihrem natürlichen Verhalten wie dem Federpicken und in ihren Bewegungen eingeschränkt werden.

Hühner sind licht- und farbempfindlich. Erkennen sie sich gegenseitig noch oder sind sie vielmehr irritiert durch die bunten Pullis. Das Federkleid der Hühner erfüllt auch ohne Pullis die Funktion der Körpertemperaturregelung. Wird die Außentemperatur für das Huhn zu niedrig, dann plustert es die Federn auf, das heißt, die Wärmeisolation wird durch die Luftpolster zwischen den einzelnen Federn verbessert.

Darüber hinaus verlieren Hühner im biologischen Rhythmus der Mauser einen Teil ihrer Federn. Die neuen Federansätze, auch Blutkiele genannt, sind sehr empfindlich und gut durchblutet. Werden diese verletzt oder brechen ab, dann können starke Blutungen auftreten.

Vielleicht sollte man in der heutigen Zeit die Tiere nicht zu sehr vermenschlichen und sie dadurch in ihrem natürlichen Verhalten stören. Wäre es nicht sinnvoller, die Hühnerhaltung denjenigen zu überlassen, die sich mit Verhaltensweisen, Stoffwechselvorgängen und Fütterung auskennen?

Wo bleibt der Aufschrei der Tierschützer bezüglich artgerechter Haltung?

Veronika und Sabine Lang, Herbstein



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