26. August 2022, 21:57 Uhr

»Entnahme klar im gesetzten Limit«

26. August 2022, 21:57 Uhr
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Aus der Redaktion
Für die Bauarbeiten an der Autobahn entnimmt die Firma Trinkwasser bei der Stadt Homberg. Dies sei für den Arbeitsschutz notwendig und für den Schutz der Anwohner vor Staub. FOTO: CE

Im Unterschied zu zahlreichen Kommunen in der Region fördere und nutze die Stadt Homberg ihr Wasser vollständig selbst. Die Förderung erfolge in einem geschlossenen System - es gebe keine Leitungen für einen Wasserexport beispielsweise in das Rhein-Main-Gebiet. »Null Trinkwasserexport - mit Blick auf die Schonung unserer Trinkwasserressourcen ist dies ein unschätzbarer Vorteil gegenüber anderen Städten und Gemeinden, die teilweise seit Jahrzehnten das Mehrfache ihres Eigenbedarfes exportieren und gewinnbringend bewirtschaften.« Das schreibt Bürgermeisterin Simke Ried in einer Pressemitteilung, reagiert auf Kritik, die dieser Tage erhoben worden war.

70 Prozent von genehmigter Menge

Darüber hinaus habe Homberg keine großindustriellen Wasserabnehmer, die durch die städtische Förderung abzudecken wären. Das größte ansässige Unternehmen verfüge über einen eigenen Brunnen. »Die städtische Förderung für industrielle Zwecke liegt somit bei null Kubikmeter Trinkwasser - ein Faktor, auf dem auch in Zukunft ein wichtiges Augenmerk liegen muss und Homberg sehr stark von Kommunen der Region unterscheidet«.

Der verantwortungsvolle und nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser durch die Stadt spiegele sich auch im jährlichen Gesamtverbrauch Hombergs wider: Im laufenden Jahr werde die Stadt voraussichtlich etwa 70 Prozent der behördlich genehmigten Jahreswassermenge fördern.

Vor diesem Hintergrund sei es der Stadt auch möglich, unter kontinuierlicher Kontrolle der Pegel mittels Fernwirktechnik im begrenzten Umfang Wasser an den Bau der Autobahn 49 auf Homberger Gemarkung gemäß der gültigen Wassersatzung abzugeben. Neben der Nutzung von Niederschlagswasser, das die bauausführende Firma selbstständig sammelt, werde von dort städtisches Wasser zugekauft. Dieses werde bei trockenem Wetter benötigt, um Staubimmissionen zu minimieren - »zum Arbeitsschutz, aber auch zum Schutz der angrenzenden Dörfer«.

Außerdem benötigten einige Gewerke für den Bau an sich Wasser. Die Begrenzung der täglichen Entnahme durch die Bau-Arge werde durch die Stadt je nach Menge so definiert, dass die Pegel nicht belastet würden - »der Nachlauf in den Brunnen also stets deutlich höher ist, als die Entnahme«. Im August habe die Entnahme durch die Bau-Arge bei 45 cbm/Tag und somit sehr klar innerhalb der gesetzten Limits gelegen. Dies entspreche etwa der Füllmenge von drei handelsüblichen aufstellbaren Gartenpools.

Trasse wässern für Arbeitsschutz

»Wir haben in den vergangenen Wochen einen engen Dialog und Austausch mit der Bau-Arge zur Minimierung der Verbräuche etabliert«, so Bürgermeisterin Simke Ried. Alternativen würden laufend geprüft - jedoch seien teils aus technischen Gründen, teils aufgrund fehlender Infrastruktur (wie etwa einer städtischen Regenwassersammlung oder ähnlichen Speichermöglichkeiten) derzeit keine Ausweichmöglichkeiten vorhanden. Denkbar wäre nur ein Antransport von Wasser über Tanklastzüge aus anderen Kommunen, die ihr Wasser nach extern vermarkten. Dies sei »in Sachen Nachhaltigkeit und auch mit einem Blick auf eine regionale Solidarität der Städte und Gemeinden untereinander betrachtet keine Verbesserung«, so Ried. Zum Autobahnbau könne man stehen, wie man wolle - aber bezüglich des Trinkwassers von einem »Ausverkauf« oder gar von »ökologischem Irrsinn« zu sprechen, gehe gänzlich an der Realität vorbei.

Abschließend bekräftigt die Rathauschefin: »Wir pflegen von Seiten der Stadt und mit unseren Gremien einen sachbezogenen und durchaus sehr kritischen Dialog zum Thema Wasserverbrauch und der Schonung der kostbaren Ressource Wasser. Energie und Wasser sind sehr präsente Themen im Magistrat.

Kurzum: Homberg bestimmt und verfügt ganz allein über sein Wasser. Wir bewirtschaften es sehr nachhaltig, verantwortungsvoll und sparsam im Sinne des Allgemeinwohls - und ganz im Gegensatz zu vielen Kommunen in der Region eben nicht gewinnorientiert.

Das Thema Trinkwasser ist deshalb in keinster Weise dazu geeignet, gerade die Stadt Homberg in ein schlechtes Licht zu rücken - ganz im Gegenteil.«



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