29. Juni 2021, 21:53 Uhr

Freude am Radparcours im Wald

29. Juni 2021, 21:53 Uhr
Mit Revierleiterin Claudia Mävers (l.) gehen die Mitglieder des Sozial- und Kulturausschusses, Stadtverordnete, Jagdpächter, Naturschützer und einige Jugendliche das Waldstück ab, wo der Mountainbike-Trail entstehen kann. FOTO: JOL

Ob es diese Strecke wird oder doch eine andere, ist noch nicht entschieden. Aber die Homberger Stadtverordneten und ihre Gäste waren positiv überrascht über das Waldstück im Bereich Hardt, in dem eine Strecke für Mountainbiker geplant ist. So bekräftigten die Mitglieder des Sozial- und Kulturausschusses bei dem Ortstermin den Beschluss, die Planung für die Mountainbike-Strecke anzugehen. Dabei wird insbesondere geprüft, ob seltene Tiere oder Pflanzen betroffen sind. Försterin Claudia Mävers signalisierte Aufgeschlossenheit für den Parcours, der vorwiegend jungen Hombergern zugute kommt.

Ungewöhnlicherweise fand die Ausschusssitzung im Freien statt. Am Campingplatz begrüßte Vorsitzender Jürgen Unzeitig neben den Kommunalpolitikern auch sachkundige Gäste. Den Altersdurchschnitt senkte eine Gruppe Jugendlicher mit Fahrrädern. Aus ihren Reihen ist die Anregung zu der Strecke gekommen, wie Bürgermeisterin Claudia Blum berichtete. Die jungen Leute haben bei einer Jugend-Gerechtigkeitskonferenz Vorschläge für ein jugendfreundlicheres Umfeld erarbeitet. Das hat Blum für den Antrag aufgegriffen, der nun zur Diskussion stand. Bereits in einer früheren Sitzung hatte der Ausschuss grundsätzlich zugestimmt, wollte aber vor Ort das Terrain erkunden.

Sorge um Wild

Als gut geeignet empfanden die Teilnehmer den Startpunkt der Radcross-Strecke am Campingplatz. Bärbel Lehmann von der Eigentümerfamilie sagte, »wir haben hier viel in Planung, vielleicht ergänzt sich das gut«. So ist ein Biergarten mit Foodtruck vorgesehen, der das Gelände zum Publikumsmagnet machen kann. Ein Spielplatz und Bereiche für Veranstaltungen sind geplant. Parkplätze können an einem Wirtschaftsweg geschaffen werden, wie Arnold Lehmann anfügte.

Der Einstieg in die Strecke kann 300 Meter oberhalb des Campingplatzes sein, wie Christiane Enders-Pfeil zeigte. Ein Mountainbike-Experte hat das Gelände für ideal erachtet. Es handelt sich um einen Abhang von etwa 450 Metern Länge, auf dem eine leichte und eine schwierige Strecke von bis zu 1,5 Kilometern Länge angelegt werden kann. Dafür muss kein Baum umgelegt werden, die Gestaltung ist naturnah, betonte Enders-Pfeil.

Der Start wäre nahe an alten Hügelgräbern, worauf Hartmut Kraus hinwies. Försterin Mävers erläuterte, dass die dortige Rückegasse zum Abtransport von Baumstämmen benötigt werde. Die Radstrecke müsse also daneben liegen. Der Vorteil einer Strecke im Bereich Hardt ist, dass der Wald der Stadt gehört. »Es ist kein Problem, wenn die Stadt hier eine Strecke ausweist, dann findet 25 Meter rechts und links der Strecke keine Holzernte statt«, sagte Mävers.

Ein Vorteil sind Waldwege, die quer zum Hang verlaufen. Sie sind als Rettungswege wichtig, wenn einmal ein Unfall passieren sollte. Die Strecke müsse so angelegt werden, dass die Mountainbiker vor den Wegen abbremsen, um Spaziergänger zu schützen.

Nicht so recht begeistert zeigte sich Jagdpächter Hans-Jürgen Heinrich. Der Bereich sei Einstandsgebiet für Wildschweine. Unterwegs war der Boden auch an manchen Stellen aufgewühlt.

Patrick Köhler vom Naturschutzverband NABU hält es für wichtig, auf den Schutz des Ökosystems zu achten. So soll man keine Nebenstrecken zulassen, damit das Umfeld nicht beeinträchtigt wird. Ein Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde regte an, eine vernünftige Fachplanung erstellen zu lassen. Dabei wird auch geprüft, ob geschützte Pflanzen oder Tiere betroffen sind. Prinzipiell sei eine Downhill-Strecke genehmigungsfähig.

Unzeitig zog ein positives Fazit des Rundgangs. Mit Eigenleistung könne der Parcours an vier bis fünf Wochenenden gestaltet werden. Das könne eine attraktive Anlage für Jugendliche werden.

Im Haushalt der Stadt seien 10 000 Euro eingeplant. Doch zunächst müsse die Stadtverordnetenversammlung zustimmen, sagte Unzeitig. Leonard Morneweg (Grüne) fand die Strecke sehr gut. Wenn sie mit Rücksicht auf die Natur nicht machbar sei, müsse man eine andere Variante suchen.

Barbara Schlemmer (Grüne) brachte als Alternativstrecke ein Waldstück im Bereich Rothe Kuh ins Gespräch. Dem widersprach Bernd Reiß. In dem Areal sei früher Bergbau betrieben worden, in einigen Bereichen sei die Erde unterhöhlt, das sei problematisch.

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