Vogelsbergkreis

Für Erfolg im Stall und auf Acker

Ob es wie in Vorjahren 30 000 Besucherinnen und Besucher werden, bleibt abzuwarten, aber zumindest wünschen Vertreter aus Landwirftschaft und Politik der Hessischen Landwirtschaftsmesse HeLa einen erfolgreichen Verlauf. Bei der Eröffnung am Freitag wurde deutlich, dass die Branche unter Preisdruck und Planungsunsicherheit leidet. Die HeLa ist bis Sonntag in der Hessenhalle Alsfeld zu erleben.
24. Juni 2022, 21:39 Uhr
Joachim Legatis
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Bei der Hessischen Landwirtschaftsausstellung HeLa sind diesmal auch Kühe dabei, nach denen Hallenchef Christian Schmidt, Landrat Manfred Görig, Rapsblütenkönigin Theresa I., Qnetics-Geschäftsführer Jens Kirch und Bauernpräsident Karsten Schmal (v. l.) beim Eröffnungsrundgang schauen. FOTO: JOL

Ob es wie in Vorjahren 30 000 Besucherinnen und Besucher werden, bleibt abzuwarten, aber zumindest wünschen Vertreter aus Landwirftschaft und Politik der Hessischen Landwirtschaftsmesse HeLa einen erfolgreichen Verlauf. Bei der Eröffnung am Freitag wurde deutlich, dass die Branche unter Preisdruck und Planungsunsicherheit leidet. Die HeLa ist bis Sonntag in der Hessenhalle Alsfeld zu erleben.

Zahlreiche Aussteller in drei Hallen, einem Messezelt und im Außenbereich präsentieren Schlepper, Anbaugeräte, Stalltechnik, Bauunternehmen, Silofolien und Futtermittel. Dazu kommen Versicherungen, Softwareanbieter, Zuchtberater und Beratungszentren zu Landwirtschaft und Fördermitteln. Bergkäse, Würstchen, Speiseeis, Schnitzel und Waffeln können beim Messerundgang verzehrt werden. Neu ist ein Stand mit Milchkühen, erstmals sind Tiere in die Messe integriert. Erneuerbare energien spielen eine große Rolle, Planer von Windparks und Solaranlagen stehen zum Gespräch mit Landwirten bereit.

Bei der Eröffnung am Freitag verwies Karsten Schmal, Präsident des Hesischen Bauernverbands, auf die Schwierigkeiten der Branche. So sind im Zuge des Ukraine-Kriegs die Kosten für Diesel und Produktionsmittel gestiegen. Trotz teilweise höherer Preise für die Produkte sei abzusehen, dass die Zusatzkosten noch durchschlagen. »Die Stimmung ist eigentlich schlecht«, hat Schmal in Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen erfahren.

Gute Produkte

Hauptthema ist die Planungsunsicherheit, sagte Schmal mit Blick auf Vertreter des Kreises, Bürgermeister und Landtagsabgeordneten Ruhl. So wird auf EU-Ebene über eine Düngeverordnung debattiert, aber es ist unklar, was gefordert wird, und ab wann das gilt. Ähnlich ist es beim Tierwohl, für das in neue Stallungen investiert werden müsste - wenn der Landwirt denn weiß, was gefordert wird.

Eine Folge der Unsicherheit ist, dass mehr Landwirte aufgeben. »Moderne Landwirtschaft ist kein Bullerbü«, die Verbraucher sollten genauer wissen, wie Nahrungsmittel produziert werden. »Wir brauchen mehr Verständnis« in der Bevölkerung.

Daran knüpfte Landrat Manfred Görig an. So sind durch den russischen Krieg gegen die Ukraine die Preise in vielen Bereichen gestiegen. Eine Folge ist, dass die Bevölkerung bei Lebensmitteln spart. Das läuft der Notwendigkeit entgegen, hochwertige Lebensmittel aus der Region zu vermarkten. Es geht um angemessene Preise für gute Produkte. In der Region ist die Landwirtschaft wichtig, auch um eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft zu bewahren, in der Besucher gern Urlaub machen. Bürgermeister Stephan Paule verwies auf insgesamt 112 landwirtschaftliche Betriebe in Alsfeld. Die Landwirtschaftsmesse sei wichtig für die Stadt.

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