22. November 2021, 21:21 Uhr

Gedenken am Ewigkeitssonntag

22. November 2021, 21:21 Uhr
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Von Jutta Schuett-Frank
Zum Totensonntag fand auf dem Friedhof Nieder-Ohmen eine Gedenkveranstaltung mit den »Mücker Stimmen« statt. FOTO: SF

Mücke-Nieder-Ohmen (sf). Der Ewigkeitssonntag oder Totensonntag soll die Menschen an ihre Verstorbenen erinnern. Auf dem Friedhof in Nieder-Ohmen fand zu diesem Anlass eine Gedenkfeier statt, die von dem Gesangverein »Mücker Stimmen« musikalisch begleitet wurde.

Pfarrer Nils Schellhaas sprach davon, dass das Kriegerdenkmal ein Ort des Trauerns sei. Dort gedenke man der Soldaten, der Flucht und der Vertreibung, den Opfern der Verfolgung und allen Verstorbenen. Auch erinnere man sich an mutigen Widerstand. Nur wer vergessen werde, der sterbe zweimal.

200 Jahre alter Brauch

Das Mahnen sei wichtig und auch das Innehalten, sagte Schellhaas. Nach so vielen Jahren des Friedens habe es einen hohen Stellenwert, denn die Zeitzeugen werden weniger, während die Folgegenerationen Entbehrungen nie in dieser Form kennengelernt haben.

Die »Mücker Stimmen« sangen dazu passend das Lied »Wirf dein Anliegen auf mich«. Später folgte dann »Laudate Omnes gentes«, ein geistliches Lied, welches in Taizé gesungen wurde.

Der Totensonntag werde seit rund 200 Jahren in Deutschland gefeiert, erklärte Bürgermeister Andreas Sommer die Hintergründe des Gedenktags. Die Ehefrau von Friedrich Wilhelm III, Königin Luise, die aus Hessen-Darmstadt stammte, hatte diesen Tag ins Leben gerufen. Einst gedachte man der Opfer der napoleonischen Freiheitskriege.

Die Bestattungskultur hat sich gewandelt und der Trend geht wieder zum eigenen Dorffriedhof zurück. Durch die verschiedenen Bestattungsformen kann man sich das Passende aussuchen.

Die Vereinsgemeinschaft und die Gemeinde Mücke legten jeweils einen Kranz nieder. Ortsvorsteher Jörg Matthias dankte auch den Besuchern für ihr Kommen sowie den »Mücker Stimmen« für die feierliche Umrahmung der Veranstaltung.



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