18. März 2021, 21:26 Uhr

Gemeinschaftsleben trotz Corona

18. März 2021, 21:26 Uhr
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Aus der Redaktion
Gemeinsam wohnen und gemeinsam Veranstaltungen ausrichten kann man in der Alten Kelterei. . FOTO: PM

Kirtorf (pm). Unter erschwerten Bedingungen wegen der Pandemie blicken die Bewohner des Wohnprojektes in der Alten Kelterei in Arnshain nunmehr auf ein Jahr »Leben und leben lassen« zurück - und das nach eigenen Worten mit großer Zufriedenheit. Nach Fertigstellung der Um- und Neubauten Ende November 2019 zogen zwei Paare und zwei Einzelpersonen neu auf das schöne Gelände mit dem Fachwerkensemble.

Insgesamt leben nunmehr zehn Personen in jeweils abgeschlossenen Wohneinheiten. Vor allem in den besonderen Zeiten von Corona habe sich diese Wohnform bereits bestens bewährt.

»Man fühlt sich nie allein, obwohl man seinen abgeschlossenen Bereich hat. Man begegnet sich auf dem Hof, trifft sich schnell mal zu einem Kaffee im Freien oder wärmt sich spontan auf der Terrasse an der Feuerschale auf. Und man unterstützt sich gegenseitig, indem etwa Einkäufe gebündelt werden. Natürlich gibt es auch mal Meinungsverschiedenheiten, aber die haben wir bis jetzt immer in offenen Gesprächen lösen können«, erzählt eine Mitbewohnerin.

Für weitere fünf Personen soll nun in der zweiten geplanten Bauphase zusätzlich barrierefreier Wohnraum entstehen. Eine Scheune wird umgebaut, sodass zwei Dreizimmer-Wohnungen und eine Zweizimmer-Wohnung jeweils mit Balkon beziehungsweise Terrasse entstehen. Die erste Planungsphase läuft bereits. Baubeginn soll im vierten Quartal 2021 sein, sodass die neuen Bewohner Ende 2022 ihre Wohnungen beziehen könnten.

Sobald es die Corona-Regelungen erlauben, wird es in der Alten Kelterei dann auch wieder ein Kulturprogramm mit Ausstellungen, Lesungen, Kunsthandwerkermarkt, Kellerflohmarkt und mehr geben. »Wir hoffen, dass das Tagungshaus im Sommer wieder öffnen kann, dann werden auch Veranstaltungen wie der offene Garten mit Kaffeetrinken, öffentlicher Mittagstisch und die Kennenlernwochenenden wieder stattfinden«, zeigt sich die Leiterin des Tagungshauses, Liane Kohn, zuversichtlich. Die Finanzierung des Wohnprojekts, das als GmbH organisiert ist, läuft neben öffentlichen Zuschüssen (Förderung des ländlichen Raums) über Bankkredite, die durch die Mieten der Bewohner getilgt werden und Direktdarlehen, die nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit als Ganzes zurückgezahlt werden.

Wer Geld in einem sozialen Projekt investieren und damit ein zukunftsweisendes alternatives Lebensmodell in der Region unterstützen möchte, kann sich an das Wohnprojekt wenden. Die Direktdarlehen, die auch verzinst werden, sind individuell gestaltbar und werden persönlich abgesprochen. Das Wohnprojekt ist Mitglied im Mietshäuser-Syndikat und hat dessen Konzept übernommen, Immobilienspekulation ist ausgeschlossen.

Kontakt zur Alten Kelterei geht über E-Mail an wohnpro jekt-arnshain@gmx.de oder auch Tel. 0 66 92/91 92 10.



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