27. März 2014, 18:13 Uhr

Den richtigen Beruf finden

Gemünden (ek). Im Rahmen eines Informationsabends zur Thematik »Übergang Schule zu einem Beruf« wurden dieser Tage Eltern und Schüler der Berufsorientierungsstufe der Pestalozzischule, mit dem Förderschwerpunkt Lernen, umfassend informiert.
27. März 2014, 18:13 Uhr
Neugestaltung eines Klassenraums mit vorher berechneten Materialmengen – praktische Umsetzung durch engagiert tätige Schüler unter Mitwirkung von Lehrkräften. (Foto: ek)

Diese Thematik der Übergangsmöglichkeiten sei vor allem deshalb so bedeutungsvoll, so die ergänzenden Erläuterungen, weil Schüler die Förderschule sowohl mit einem berufsorientierten Abschluss, mit einem Hauptschul-, aber auch mit einem qualifizierten Hauptschulabschluss verlassen. Dies mache individuelle Entscheidungen erforderlich, mache berufliche Orientierung unerlässlich und dafür sei entsprechende Unterstützung durch die Schule unerlässlich. Mit solchen Maßnahmen gebe man als Förderschule wichtige Anstöße und Hilfestellungen für Eltern und Schüler gleichermaßen, um am Ende den Schülern einen beruflichen Einstieg zu ermöglichen und damit Perspektiven zu eröffnen.

Schulische Qualifizierung

Die Begrüßung an dem Abend übernahm die Leiterin der Berufsorientierungsstufe, Kerstin Schneider, die zugleich auch den einzelnen Referenten der unterschiedlichen Kooperationspartner im Namen der Schule und aller Anwesenden Dank aussprach. Referentin im Bereich Berufsorientierung war Susanne Schäfer (Max Eyth Schule Alsfeld – Berufsschule), die entsprechende schulische Angebote vorstellte, wie Maßnahmen eines Berufsvorbereitungsjahres, aber auch ergänzender schulischer Qualifizierungen. Dies gilt für den Fall, dass Schüler ihren Abschluss erweitern wollen, die Vollzeitschulpflicht noch nicht erfüllt ist, oder Jugendliche noch nicht über die Ausbildungsreife verfügen.

Theoriereduzierte Ausbildungen

Im Zentrum ihrer Ausführungen standen dabei die sogenannten »EIBE-Klassen«. Innerhalb dieser Klassen, die neun Berufsfeldern wie zum Beispiel Sozialwesen, Haushalt und Ernährung oder auch Agrar zugeordnet sind, haben Jugendliche zwischen 15 und 21 Jahren die Möglichkeit ihren Hauptschulabschluss oder den qualifizierenden Hauptschulabschluss zu erwerben. Zusätzlich besteht die Möglichkeit in dem Berufsfeld einen Qualifizierungsbaustein zu erwerben, der von den Handwerkskammern als solcher anerkannt ist. Auf die Notwendigkeit und Bedeutung begleitender Praktika wurde ebenfalls hingewiesen.

Vertreter der Schottener Sozialen Dienste verwiesen auf entsprechende Angebote ihrer Einrichtung in der Region, darunter Tischler in Flensungen, Logistik in Merlau, Vogelpark-Tierpfleger in Schotten und Hauswirtschaft in Grünberg. Diese Möglichkeiten umfassen verschiedene Vollausbildungen, sowie theoriereduzierte Ausbildungen. Dargestellt wurden von den Referenten sehr umfassend die Zugangsvoraussetzungen, weil diese Ausbildungen durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert werden. Dementsprechend gab es verknüpfende Informationen durch die Agentur für Arbeit, deren empfohlene Maßnahmen können zum Teil über das Angebot der Schottener Sozialen Dienste abgerufen werden. In den verschiedenen Werkstätten für behinderte Menschen und zum Beispiel auch dem weithin bekannten Schottener Vogelpark finden nicht nur Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung Arbeit. Zusätzlich werden in vielen Bereichen bis hin zum Tierpfleger Ausbildungsplätze, zum Teil mit reduzierter Theorie, angeboten, die für Schüler mit dem Abschluss der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen geeignet sind. In diesem Zusammenhang wurde aber auch auf die besondere Bedeutung einer PSU (psychosoziale Untersuchung) hingewiesen.

Am Ende des Informationsabends gab es noch reichlich Gelegenheit auf individuelle Nachfragen einzugehen und auch bei den Referenten konkret nachfragen zu können, so dass alle offenen Fragen letztlich geklärt werden konnten.

Nützlicher Projekttag

In Fortführung des Informationsabends gab es dann einige Tage später an der Schule einen berufsorientierten Projekttag, an dem alle Schüler entsprechend ihrer vorherigen Auswahl teilnahmen. Schulleiterin Antje Reinmuth-Kaut begrüßte dazu Schüler und Lehrkräfte in gemeinsamer Runde und verwies auf dieses besondere Angebot, das im jährlichen Wechsel mit einem dreitägigen Berufsorientierungsangebot den Schülern Chancen biete, sich mit einer beruflichen Orientierung zu befassen, berufliche Vorstellungen zu entwickeln, sowie erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Dabei war das Angebot von Möglichkeiten durch Lehrkräfte sehr breitgefächert, was aber auch den Kooperationspartnern in der Wirtschaft zu verdanken ist, denn diese ermöglichen entsprechende Klassenbesuche an diesem Tag. So besuchte die Grundstufe zum Thema Landwirtschaft einen Betrieb in Weitershain, die Mittelstufenklasse bekam die Chance einer Betriebsbesichtigung bei der Kamax in Homberg, an der auch Schüler der H 2 und der Praxisklasse teilnehmen konnten, während ein Teil der Schüler dieser Stufe sich im Kochen übten und für alle Schüler an diesem Tag ein schmackhaftes Mittagessen zubereiten durfte. Sehr anspruchsvoll waren auch die Aktionen der H 1, die im Rahmen einer gestalterischen Veränderung im Klassenraum sowohl den Materialbedarf im Vorfeld errechneten, als auch danach die praktische Umsetzung handwerklich vollzogen. Schließlich wurde im Rahmen dieses berufsorientierten Projekttages mit einem Teil der Schüler das BIZ besucht. Die Schüler wählten sich vorab bereits in Gruppen ein und orientierten sich dabei an ihren eigenen Wünschen und Fähigkeiten.

Den Abschluss bildete für alle eine Auswertung des Tages in mündlicher oder schriftlicher Form. Kleine Präsentationen erinnern das Erlebte und Erlernte.

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