04. September 2022, 19:36 Uhr

Geschichte mit vielen Meilensteinen

04. September 2022, 19:36 Uhr
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Von Jutta Schuett-Frank
Die geehrten Oldtimer-Freunde. FOTO: SF

Das erste Septemberwochenende steht immer im Zeichen der Oldtimer-Freunde Ohmtal. In diesem Jahr beging man am Samstagabend einen kleinen Festkommers mit Gästen und befreundeten Vereinen. Vorsitzender Werner Röhrig begrüßte und Vorstandsmitglied Uwe Kehl blickte auf die Vereinsgeschichte zurück.

Er verwies auf ein Schild im Saal, das Harald Wendrich früher zu jeder Veranstaltung mitgenommen hatte. Auf dem Schild ist zu lesen »Vergangene Zeiten kehren niemals wieder, jedoch vergessen sind sie nicht«. Dieser Leitgedanke gelte seit Anfang an. Sinn und Zweck des Vereins sei die Erhaltung von Historischen Gerätschaften und Kulturgut der Region.

Im Sommer 1995 trafen sich die Dannenröder Traktorfreunde und die Oldtimerfreunde aus Erbenhausen, Mardorf und Ober-Ofleiden, auf Einladung von Karl Heinz Pfeffer in dessen Schrebergarten im Hechte Loh.

In fröhlicher Runde war man sich einig, zukünftig gemeinsam in einem Verein die Aktivitäten zu bündeln. Ende des Jahres wurde dann der Verein »Oldtimer-Freunde-Ohmtal« von 22 Männern gegründet.

Es wurde ein Vorstand aus fünf Personen gewählt. Dies waren Klaus Sens, Uwe Kehl, Heinz Süßmann, Harald Wendrich und der 1. Vorsitzende Wilfried Wagner gewählt. Wagner blieb 19 Jahre Vorsitzender und ist heute Ehrenvorsitzender.

In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt des Vereins darin, sich eine Fahrzeughalle zu besorgen. Man hatte in Mardorf eine Scheune mit angebauter Maschinenhalle und Kirmessaal angemietet. Dieses Objekt war jedoch schnell voll. Die 1988 abgebaute Raiffeisengenossenschaftshalle in Schweinsberg wurde 1996 in Dannenrod wieder errichtet und am ersten Septemberwochenende mit einem großen Dreschfest zünftig eingeweiht. Das Fest kam so gut an, dass man sich einig war, ab sofort jedes Jahr ein großes Fest in Dannenrod abzuhalten.

Ausgetragen wurden dabei unter anderem zweimal die Offenen Hessischen Meisterschaften im Leistungspflügen, die Hessischen Meisterschaften im Pferdepflügen, die Timbersports Deutschland Serie, das Internationales Treffen der IG Historischer Stationär-Motoren, die Dampfkirmes mit Lokomobile, Dampftraktor und Kirmesorgel, das Treffen mit historischen Militärfahrzeugen und das Dampfpflügen mit dem einzigen noch einsatzfähigen Dampfpfluggespann auf dem Europäischen Festland vom Bayrischen Agrarbildungszentrum Schönbrunn.

Als weitere Meilensteine der Vereinsgeschichte nannte Röhrig unter anderem 2000/2001 die Errichtung des Vereinsheims, größtenteils in Eigenleistung, ebenso 2006 eine weitere Halle wurde auf dem mittlerweile erweiterten Vereinsgelände.

Bei der Bulldog-Messe in den Alsfelder Hessenhallen ist man seit 20 Jahren mit dabei. 2015 stiftete Herr Eichenauer einen mittlerweile in Europa sehr seltenen gewordenen Göpel. Das Antriebsgerät sist mittlerweile wieder funktionsfähig aufgebaut und bleibt der Nachwelt erhalten.

2018 kam eine 22 Tonnen schwere Dampfmaschine aus einem stillgelegten Sägewerk in Londorf in Vereinsbesitz.

Röhrig wünschte sich für die Zukunft, dass der Verein auch weiterhin seinen Beitrag zum Erhalt oberhessischer Traditionen und dessen Kulturgut beitragen kann.

Kritik an Steuern und Gebühren

Leider sei durch mittlerweile zwei Jahre Pandemie und einen deutlichen Gegenwind seit dem Politikwechsel 2010 im Homberger Rathaus eine Zukunft des Vereins am Standort Homberg eher ungewiss.

Während in den Nachbargemeinden die Vereine in Pandemiezeiten möglichst wenig finanziell belastet würden, müsse man nun schon das dritte Jahr hintereinander ums finanzielle Überleben kämpfen. Dies liegt in aller erster Linie an den Steuern und den Gebühren, die man an die Stadt Homberg entrichten müsse. Der Verein sei in den 25 Jahren seines Bestehens stetig gewachsen und habe einen überregionalen Bekanntheitsgrad erlangt, sagte Röhrig weiter. Davon profitiere auch die Stadt Homberg und der Vogelbergkreis. Er erinnerte an die besuche prominenter Gäste wie Eva Kühne Hörmann, Hans Eichel oder Hermann Otto Solms.

Stellvertretend für alle befreundeten Vereine nannte er die Oldtimerfreunde Schwalmtal, die Oldtimerfreunde aus Ernsthausen, die IGHL vom Baiersröderhof sowie die Oldtimer IG Nordhessen aus Wasenberg. Eine ganz besondere Freundschaft verbinde den Verein mit dem Traktorclub Ackerkralle aus Beselich-Niedertiefenbach. Der Vorstand um Robert Geier und Hans Albert Noll hätten vor allem in den Anfangsjahren mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Röhrig dankte auch allen anderen Unterstützern Vereins, ohne deren Großzügigkeit so manche Aktion in den letzten 25 Jahren nicht machbar gewesen wäre.

Über die betagten Fahrzeuge und den noch relativ jungen Verein sprach auch ein Vertreter der Stadt Homberg. Der Verein trage den Namen weit über die Grenzen hinaus, die Oldtimer-Freunde seien ein Verein, in dem Idealismus gelebt werde.

Jutta Schütt-Frank vom Gemeindevorstand Mücke betonte, dass es bei aller Weiterentwicklung auch wichtig sei, das Alte zu bewahren. Röhrig habe ein Geschick, junge Leute für sein Hobby zu interessieren. Mit ein paar Weisheiten wünschte sie dem Jubiläums-Verein weiterhin alles Gute: »Ein Leben ohne Traktor ist möglich, aber langweilig«, »Fährt der Trecker nicht mehr, muss ein Mechaniker her« und »Mein Traktor verliert kein Öl. Er markiert sein Revier.« Befreundete Vereine überbrachten ebenfalls Glückwünsche.

Für 25 jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Kai Dönges, Robert Geyer, Werner Haumann, Uwe Kehl, Werner Kehl, Walter Lickfers, Rainer Löchel, Hansgünther Maiß, Ludwig Mann, Reiner Mest, Thomas Müller, Ralf Reich, Peter Ried, Heinrich Schick, Alois Schmitz, Hans-Peter Schwarz, Klaus-Dieter Sens, Prof Dr. Hermann Seufert, Bernhard Simmer, Christian Stöldt, Gerhard Süßmann, Rolf Süßmann, Volker Trappmann und Wilfried Wagner.



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