07. Dezember 2021, 21:27 Uhr

Gotteshaus heißt St.-Barbara-Kirche

07. Dezember 2021, 21:27 Uhr
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Von Jutta Schuett-Frank

Über 800 Jahre ist das Gotteshaus von Atzenhain alt. Es stammt also noch aus der Zeit vor der Reformation und war ursprünglich als Filialkirche des damaligen Kirchspiels Nieder-Ohmen errichtet worden, zudem früher noch unter anderem Klein-Lumda gehörte. Vormals wurden dort nur zu besonderen Anlässen Gottesdienste gefeiert. Im Innern können heute noch das Sakramentshäuschen, in dem die Abendmahlsgaben zur Verehrung aufbewahrt wurden, und die Weihekreuze an der Wand betrachtet werden. Der frühgotische Bau, in dem sich heutzutage regelmäßig Menschen zum Gottesdienst versammeln, erstrahlte am Wochenende in besonderem Glanz.

Verweis auf Bergbau-Tradition

Da Atzenhain und Umgebung auf eine lang zurückreichende Bergbautradition zurückschauen kann, mag ein ehemaliges Patrozinium der Atzenhainer Kirche der Märtyrerin Barbara gegolten haben. Ihrer wird als der Schutzheiligen der Bergleute gedacht. Die älteste Glocke im Atzenhainer Geläute, die Barbara-Glocke, weist ebenfalls auf diese möglicherweise ursprüngliche Widmung des Gotteshauses hin. Seit einigen Jahren wird nun im Advent an diese Tradition angeknüpft.

Am Barbara-Tag versammelte man sich in Atzenhain zu einer Andacht. Für dieses Jahr war eigentlich ein kleines Volksfest rund um die Kirche und am neu gestalteten Dorfplatz geplant. Aufgrund der aktuellen Situation musste die Andacht in diesem Jahr in einem kleinen Rahmen gehalten werden. Die Kirche war von außen in leuchtendes Rot getaucht, die Farbe der christlichen Märtyrer. Im Innern glich die Kirche einem Kerzenmeer und der Raum wurde in wechselndes farbliches Licht getaucht. Anna Schönhals-Domanski trug mit ihrer ergreifenden Gesangsstimme adventliche Lieder vor und wurde meisterhaft von Matthias Pichelmann an der wunderschön verzierten Orgel begleitet. Christine Biedenkapp, Dennis Lenz und Natalie Sauer vom Kirchenvorstand hatten mit Kirchendienerin Ursula Henkelmann die Kirche kunstvoll für ihre Namensgebung geschmückt. Der Kirchenvorstand hatte die Namensgebung der Kirche beschlossen. »St.-Barbara-Kirche« wird sie nun genannt. Ihr Name greift damit die geschichtsträchtige Verbindung zum Bergbau in der Region auf.



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