21. September 2022, 21:51 Uhr

Grünes Licht für »Ohmcenter«

21. September 2022, 21:51 Uhr
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Von Joachim Legatis
Auf dem Grundstück an der Ohmstraße will die VR Bank HessenLand ein Gebäude für Büros und ihre neue Geschäftsstelle errichten. Nun hat die Stadtverordnetenversammlung den Bebauungsplan beschlossen.

Der Bebauungsplan für das »Ohmcenter« in Ober-Ofleiden ist beschlossen und der Plan für ein kleines Baugebiet in Deckenbach auf den Weg gebracht. Die teuren Geländerarbeiten in der Straße »Burghain« werden vergeben und das Ortsgericht kann weiterarbeiten - immerhin 17 von 30 Tagesordnungspunkten bewältigte die Stadtverordnetenversammlung in ihrer jüngsten Sitzung.

Darunter waren neun Anfragen sowie die zähe Behandlung von zahlreichen Einsprüchen aus Bürgerliste und Grünen gegen Niederschriften früherer Parlamentssitzungen. So vertagte Vorsitzender Dr. Claus Gunkel mehrere Anträge des Bürgerforums und weitere Themen auf die nächste Sitzung. Die Bauvorhaben waren auf Antrag der CDU vom Ende an den Beginn der Tagesordnung vorgezogen worden.

Bei vier Neinstimmen aus der Grünen-Fraktion und drei Enthaltungen von Bürgerforum und Grünen beschlossen CDU, SPD und FW den Bebauungsplan »Ohmcenter« als Satzung. Das bedeutet, dass er nur noch bekanntgemacht werden muss, um gültig zu sein. Wie berichtet, will die VR Bank HessenLand an der Ohmstraße gegenüber dem Raiffeisenmarkt ein Wohn- und Geschäftshaus errichten.

Wie Planer Mathias Wolf erläuterte, wird die Planung für ein benachbartes Wohnhaus nicht weiter verfolgt, nachdem es starke Proteste von Anwohnern des Kastanienwegs gegeben hat.

Ein Schallschutzgutachten habe ergeben, dass Wohnen zulässig ist. Der Bereich ist als »urbanes Gebiet« ausgewiesen, in dem Wohnen, Gewerbe und soziale Nutzungen möglich sind. Dabei wirkt »das Gebäude wie eine Schallschutzwand, im Kastanienweg kommt weniger Lärm von der Ohmstraße an«. Auf Nachfrage von Barbara Schlemmer (Grüne) erläuterte Wolf, dass die Einzelhandelsgeschäfte auf Nachbargrundstücken Bestandsschutz haben. Wenn eine andere Nutzung angestrebt wird, müssten sie neu überplant werden, dabei müsse man die Areale für Einzelhandel als Sondergebiet ausweisen. Im urbanen Gebiet des Bauprojekts ist eine Nutzung mit Einzelhandelsgeschäften ausgeschlossen. Schlemmer fragte auch nach den laufenden Ausschachtungsarbeiten, die bis an die Wurzeln angrenzender Bäume erfolgen. Wolf verwies auf einen gültigen Bebauungsplan, wonach dort in Abstimmung mit dem Bauamt gearbeitet werden darf.

Teures Geländer

Zügig entschieden war über den Bebauungsplan »Rüddingshäuser Straße« in Deckenbach. Dort soll auf einem halben Hektar Platz für Häuser geschaffen werden. Bei einem Nein und einer Enthaltung aus der Grünen-Fraktion wurde der Aufstellungsbeschluss gefasst. Bürgermeisterin Simke Ried erläuterte, es soll angrenzend an die Bebauung Platz für private Bauvorhaben geschaffen werden. Elke Müller (Grüne) fragte nach, ob das im Widerspruch zum IKEK-Prozess steht, der Neubaugebiete stark einschränkt. Ried verwies auf eine Absprache mit dem Kreis, wonach ein kleines Baugebiet innerhalb des Ortes unproblematisch sei.

Bei einer Enthaltung aus Reihen der Grünen beschlossen die Stadtverordneten, für 117 000 Euro Geländerarbeiten an der Straße Burghain zu vergeben. Die Kostenschätzung vom Februar lautete noch auf 71 000 Euro. Wegen der erheblichen Kostensteigerung und weil es nur das Angebot einer Firma gegeben hat, beantragte Bürgermeisterin Ried einen Beschluss des Parlaments.

Eckhard Hisserich (Bürgerforum) fragte nach den Gesamtkosten für die Erneuerung der Straße, dazu verwies Ried auf eine Mitteilung der Stadt. Leonard Morneweg (Grüne) bezweifelte, dass die geplanten 860 000 Euro für die Gesamtmaßnahme ausreichen. Unstrittig waren weitere Entscheidungen: So gab es eine einstimmige Entscheidung für die Vorschlagsliste des Ortsgerichts Homberg I.

Dem Gremium sollen Holger Wolf, Andreas Ziegert und Antonia Fuhr angehören. Bei zwei Enthaltungen aus der Grünen-Fraktion ging eine Korrektur des Nutzungsvertrags für das Repowering des Windparks Erbenhausen durch. Es betrifft eine »geringfügige Änderung« zur Nutzung eines Feldwegs für die Kabeltrasse, so Ried.



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