15. September 2021, 21:30 Uhr

Insektenhotel ist bezugsfertig

15. September 2021, 21:30 Uhr
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Aus der Redaktion
Walter Pohl (r.) und Marco Wilhelm präsentieren Bürgermeisterin Claudia Blum das neue Insektenhotel des Imkervereins an der Speedwaybahn. FOTO: PM

Homberg (pm). Seit Kurzem steht an der Speedwaybahn im Bereich der städtischen Blühwiese ein Insektenhotel. Marco Wilhelm, Jürgen Decher und Walter Pohl vom Imkerverein Homberg und Umgebung haben den Unterschlupf für Wildbienen selbst gebaut. Der Imkerverein hatte sich Ende des Jahres 2019 bei einer Vorstandssitzung dazu entschlossen, der heimischen Insektenwelt zu helfen und ein Insektenhotel für Wildbienen zu bauen.

Hombergs Bürgermeisterin Claudia Blum unterstützte den Plan von Anfang an und schlug als Aufstellungsort die Blühwiese an der Speedwaybahn vor. Der städtische Bauhof versorgte den Verein mit Brettern und Kanthölzern, um den Korpus des Insektenhotels zu bauen. Dann ging es für Marco Wilhelm, Jürgen Decher und Walter Pohl in mühsamer Kleinarbeit daran, für die Füllung viele, viele Löcher in Holzklötze zu bohren und Schilf in die richtige Länge zu schneiden.

Nahrung fehlt

Für Erwachsene wie Kinder wird es jetzt spannend sein, zu beobachten, wie die einzeln lebenden Wildbienen die offenen Röhrchen mit Pollen auspolstern, ihre Eier ablegen und zuletzt mit Lehm und zerkauten Pflanzenteilen verschließen. Die Larven, die aus den Eiern schlüpfen, ernähren sich zuerst vom Pollenvorrat in den Röhrchen und öffnen den Ausgang, wenn sie dem Larvenstadium entwachsen sind. Nach etwa einem Jahr krabbeln die fertigen Wildbienen aus den Röhrchen.

In Deutschland gibt es über 550 Arten von Wildbienen in zahlreichen Formen und Farben. Sie sind wichtige Bestäuber für unzählige Pflanzen, sind aber besonders vom Insektensterben betroffen.

Ihre Bestände sind in den vergangenen Jahren enorm zurückgegangen und durch menschliche Aktivitäten bedroht. Es fehlt den Wildbienen in Kulturlandschaften und Städten an geeigneten Nistplätzen, aber auch an Nahrung. Manche Wildbienen sind sehr wählerisch und sammeln nur die Pollen von einer einzigen Pflanzenart. Verschwindet diese Pflanze aus der Kulturlandschaft, stirbt auch diese Wildbienenart aus. »Deshalb freue ich mich über jede Aktion, die der heimischen Insektenwelt hilft«, konstatiert Bürgermeisterin Blum. »Ein solches Insektenhotel, wie das des Imkervereins, bietet Nistplätze für Wildbienen und die artenreiche Blühwiese rundherum die geeignete Nahrung.«



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