09. März 2021, 21:58 Uhr

Junger Bergahorn auf Rodungsfläche

09. März 2021, 21:58 Uhr
Gut 200 Menschen beteiligen sich am Protest gegen den Bau der A 49 im Maulbacher Wald. FOTO: JOL

Mit so vielen Teilnehmern hatten die Organisatoren nicht gerechnet. Rund 200 Kritiker des Autobahnbaus kamen am Sonntag am Sportplatz Maulbach zusammen und pflanzten nach einem Spaziergang auf der Rodungsfläche am Waldrand einen Bergahorn. Die kopfhohe Pflanze dürfte zumindest bis September stehen bleiben, denn seit Monatsanfang ist die Fällsaison beendet.

Bei der Auftaktkundgebung am Sportplatz gab Barbara Schlemmer vom Aktionsbündnis Keine A 49 einen Überblick über den aktuellen Stand. Dabei kritisierte sie, dass die Stadt Homberg nicht aktiv geworden sei, als Öllachen im Baustellenbereich mitten im Dannenröder Forst entdeckt wurden. Das sei aber zum Schutz des Trinkwassers notwendig. Die Polizeipräsenz beschränkte sich bei der Veranstaltung auf vier Beamte in zwei Wagen.

Mit Fahnen und Protestplakaten zogen die Teilnehmer durch einen schmalen Waldstreifen zur nahe gelegenen Schneise, die zum Bau der Autobahn durch den Maulbacher Wald geschlagen worden ist. Dabei wurde durchweg auf Maskenpflicht und genug Abstand geachtet.

Zwischen Baumstümpfen auf der gerodeten Fläche informierte ein Maulbacher über die Tätigkeit einer Beobachtungsgruppe von Anwohnern. Ihre Aktivität habe verhindert, dass Hunderte Bäume jenseits des genehmigten Bereichs gefällt wurden. Eine Anwohnerin hatte Glückskekse gebacken, auf den innen liegenden Zetteln standen Wünsche für eine Welt »ohne den Bau der Autobahn«.

Reinhard Forst von der Schutzgemeinschaft Schutz des Gleentals warb um Unterstützung einer Petition im Bundestag. Nur durch politischen Druck könne noch etwas gegen die Baupläne für den Autobahnabschnitt zwischen Treysa und Gemünden getan werden.

Alternative sind Ortsumgehungen

Protest-Urgestein Reinhard Forst betonte, dass inzwischen keines der Argumente für den Bau der Autobahn im Rahmen des EU-Verfahrens mehr zutreffe. Die Genehmigung für den Bau einer Autobahn durch ein Naturschutzgebiet sei »aufgrund falscher Behauptungen der deutschen Behörden« getroffen worden. Kostengünstiger und besser für die Bewohner an stark befahrenen Strecken in Nordhessen sei der Bau von Ortsumgehungen, wie er in einer Alternativplanung der Autobahngegner aufgezeigt werde.

Umrahmt von Musikeinlagen setzte eine Gruppe der Ü-60-Autobahngegner ein Bäumchen. Der junge Bergahorn produziere bereits mit 15 bis 20 Jahren Samen. »Wenn er stehen bleibt, holt sich der Wald diese Fläche schnell wieder zurück«, hieß es aus der Gruppe der Pflanzer.

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