25. Oktober 2010, 20:14 Uhr

Schreckliche Haft für Kriegsgefangene

Kirtorf (pm). Zu einer Besichtigungsfahrt der anderen Art lud nun das Aktionsbündnis Kirtorf in die Gedenkstätte Trutzhain ein.
25. Oktober 2010, 20:14 Uhr
Beeindruckt von der Gedenkstätte Trutzhain für Kriegsgefangene: Die Besucher aus Kirtorf. (Foto: pm)

Kirtorf (pm). Zu einer Besichtigungsfahrt der anderen Art lud nun das Aktionsbündnis Kirtorf in die Gedenkstätte Trutzhain ein. 23 Jugendliche und Erwachsene brachen zu einer eindrucksvollen Reise in die Vergangenheit auf und besuchten das ehemalige Kriegsgefangenenlager in dem Ortsteil von Schwalmstadt-Treysa, das einstige »STALAG IX«. Dort erwartete sie ein Vortrag mit anschließender Führung durch das frühere Lager. Betroffen machte ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 2002, in dem ehemalige Zwangsarbeiter ( Kriegsgefangene) ihr Lagerleben von damals schilderten. Nach dem Überfall auf Polen erfolgte reichsweit die Errichtung von Kriegsgefangenenlagern. Das Lager STALAG IX war das größte seiner Art in Hessen. Bis 1945 waren dort Kriegsgefangene aus allen Nationen untergebracht. Ab Kriegsbeginn 1939 handelte es sich um Polen und Franzosen (darunter auch der ehemalige Staatspräsident Frankreichs, Mitterand). Später kamen Belgier, Briten, Serben, Italiener und Amerikaner hinzu. Nach November 1941 wurden in einem separaten Lagerbereich unter unmenschlichen Bedingungen sowjetische Kriegsgefangene gehalten. Der überwiegende Teil der internierten Soldaten wurde in Arbeitskommandos der Industrie und Landwirtschaft eingesetzt. Bei Kriegsende im März 1945 wurde das Lager zuerst für amerikanische Soldaten und später für Flüchtlinge aus dem Osten genutzt, wie in der Ausstellung dokumentiert ist. Sehr betroffen und nachdenklich fuhren die Besucher nach rund drei Stunden in Museum und Gedenkstätte wieder zurück. Finanziert wurde diese Fahrt vom Aktionsbündnis und einer Spende der Stadt Kirtorf (Ressort Jugendhilfe).

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