20. Mai 2022, 21:55 Uhr

Kita-Anbau startet nun

20. Mai 2022, 21:55 Uhr
legatis_jol
Von Joachim Legatis
Tobias Reitz (li.) ist nun 1. Beigeordneter, die Amtseinführung in der Sitzung der Gemeindevertretung nimmt Bürgermeister Daniel Müller vor. Vorsitzender Björn Stroh vereidigt den neuen Stellvertreter des Bürgermeisters auf die Verfassung. FOTO: JOL

Die Gemeindevertreter bringen den seit Jahren geplanten Anbau an die Kita Siebenstern endlich auf den Weg. Mit einem einstimmigen Votum beschloss die Gemeindevertretung am Donnerstag, mit dem Bau unverzüglich zu beginnen. Eine Schwierigkeit ist, dass die genauen Kosten nicht feststehen. Bürgermeister Daniel Müller sicherte zu, die entsprechenden Zahlen nachzuliefern, sobald sie vorliegen. Überaus kritisch äußerten sich Parlamentarier über die bisherigen Verzögerungen.

Klaus-Dieter Jensen (UBL) gab einen Überblick über die Debatte in einer gemeinsamen Sitzung von Haupt- und Bauausschuss (die Allgemeine berichtete). Dort stellte Architekt Karsten Schmidt die Planungen vor. Nach aktuellem Stand wird das Bauprojekt knapp 3,4 Millionen Euro kosten. Darin nicht enthalten sind die Ausgaben für die Lüftungsanlage und die Installation der Solarmodule. Für die Lüftungsanlage sind wohl rund 140 000 Euro im Neubau und etwa 77 000 Euro im Altbau erforderlich. Dabei sind die aktuellen Kostensteigerungen im Bausektor noch nicht berücksichtigt.

Trennsystem bei Abwasserkanal

Jensen verwies darauf, dass der Architekt zunächst »sehr schmallippig« informiert hat. »Er hatte den Eindruck, dauernd Knüppel zwischen die Beine zu bekommen«. So habe Bürgermeister Bott zu Anfang den Einbau einer geregelten Lüftungsanlage vehement abgelehnt. Erst als Auflagen kamen, die den Einbau einer solchen Anlage zwingend erforderlich machten, habe das mit eingeplant werden können. Hinzukamen Verzögerungen wegen der Anfragen nach Fördergeldern. Dadurch sind Fachplaner abgesprungen. Fazit Jensens war, »mit den Bauarbeiten an der Kita hätte schon vor drei Jahren begonnen werden können«.

Tim Henkel (BGG) nannte es »erschreckend mitzubekommen, wie es über Jahre hinweg gelaufen ist«. Durch die Verzögerungen sind auch die Preise gestiegen. Zusätzliche Kosten entstehen auch bei einem weiteren Bauvorhaben der Gemeinde. Beim Ausbau der Bahnhofstraße und des Brühlwegs soll ein zusätzliche Kanalleitung gelegt werden, um Regenwasser direkt in die Ohm zu leiten. Das kostet knapp 380 000 Euro, wie eine Kalkulation der Bauabteilung ergab. Dennoch votierten zehn Gemeindevertreter dafür, es gab drei Enthaltungen aus der UBL.

Die zusätzliche Leitung findet Bürgermeister Müller »ökologisch absolut sinnvoll«. Es sei auch aus wirtschaftlichen Gründen positiv, denn ansonsten würden jährlich rund 17 000 Kubikmeter Niederschlagswasser von den angeschlossenen Grundstücken in die Kläranlage Nieder-Ohmen gepumpt werden. Das bedeutet rund 4000 Euro an Stromkosten. Beim Trennsystem entfällt auch die Abwasserabgabe für das Regenwasser, was Müller auf rund 5000 Euro jährlich schätzt.

Geprüft wurde übrigens auch, ob zumindest im Grünbereich entlang der Bahnstrecke das Regenwasser versickern kann. Doch Bodenuntersuchungen ergaben, dass in den Bereichen eine weitgehend wassersperrende Ton-Schluff-Schicht vorherrscht. Deshalb eignet sich der Bereich nicht für eine Entwässerung der Straße.

Henkel (BGG) verwies auf die große Menge Wasser, die in den beiden Straßen zusammenkommt. Er rechnete vor, dass die Abschreibung der Baumaßnahme zu Folgekosten von 7500 Euro pro Jahr führt. Dem stehen 9000 Euro an Einsparungen gegenüber. Also sei der Bau eines Trennsystems auch ökonomisch sinnvoll.

Jensen kündigte unterschiedliches Abstimmungsverhalten aus der UBL an. So spreche für das Trennsystem, dass es Stand der Technik sei, der im Neubaugebiet zwischen Burg- und Nieder-Gemünden vorgegeben werde. Jürgen Lutz kündigte Enthaltung an, weil eine Folge des Trennsystems sei, dass Grundstückseigentümern zusätzlicher Aufwand entsteht. Das Trennsystem sei zwar Stand der Technik, aber teuer für eine kleine Landgemeinde wie Gemünden.

Lukas Becker kündigte Zustimmung der SPD an. Zwar habe man bei einer solchen Entscheidung für Rülfenrod dagegen gestimmt, »aber man lernt dazu«. Jedoch seien fast 400 000 Euro viel Geld.

Die Vorlage der Bauverwaltung sieht vor, dass die bestehende Kanalleitung zum Regenwasserkanal umgewidmet wird. Zu entwässern sind rund 25 000 Quadratmeter versiegelte Fläche. Daneben wird eine 750 Meter lange Leitung für das häuslichen Schmutzwasser verlegt. Das wird als wirtschaftlich angesehen, weil voraussichtlich alle Hausanschlüsse zu erneuern sind.

Einstimmig beschlossen wurde, die Planungskosten für den Bau des Radwegs an dr Landstraße zwischen Burg- und Nieder-Gemünden um 16 300 Euro zu erhöhen. Das ist nötig, um den Radweg bis zur Bahnhofstraße zu bauen.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos