05. März 2021, 05:52 Uhr

»Klimaneutralität bis 2040 machbar«

05. März 2021, 05:52 Uhr
Neben anderen Maßnahmen hat die regenerative Energieerzeugung einen Stellenwert, wenn man Klimaneutralität anstrebt. Das Foto zeigt Anlagen in Ulrichstein auf der Alten Höhe. FOTO: AU

Klimaliste und CDU haben auf Kreisebene etwas gemeinsam: Sie möchten den Vogelsbergkreis zu einem Landkreis mit Modellcharakter machen. Unterschied: Die CDU meint dies insgesamt, die Klimaliste bezieht es entsprechend ihrem Namen auf Energie- und Klimaschutzkonzepte. Dabei verweist die im Landkreis neue Liste auf den Vorbildcharakter des Rhein-Hunsrück-Kreises, dessen Daten in vielen Punkten denen des Vogelsbergkreises nahekommen. Aber die Klimaliste sieht erhebliche Unterschiede bei den Ergebnissen von Energie- und Klimaschutzkonzepten.

Das Ziel aller Klimaschutzmaßnahmen muss laut Klimaliste sein, die Erderwärmung bis 2040 auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen. Ein späterer Zeitpunkt für das Erreichen dieses Ziels könne die Klimakatastrophe nicht stoppen. Eine Umkehr der Erderwärmung werde dann aller Voraussicht nach nicht mehr möglich sein. Der Vogelsbergkreis könne seinen Beitrag dazu leisten, wenn alle Bereiche wie Politik, Einwohner, Handwerk und Industrie zusammenarbeiten würden. Die Region könne sich durch die Umsetzung gezielter Maßnahmen zu einer Modellregion in Deutschland aufschwingen und damit ein Beispiel für andere Regionen bieten.

Es gibt laut Klimaliste Beispiele dafür, wie es gelingen kann und alle Bereiche, auch in finanzieller Hinsicht, auf Dauer davon profitierten. Rund 160 Kilometer entfernt gebe es einen Landkreis, der schon heute das Ziel der Klimaneutralität erreicht habe - der Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Dort sei schon ab Ende der 1990er Jahre begonnen worden, einige Maßnahmen umzusetzen, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Mit der Erstellung des »Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes für den Rhein-Hunsrück-Kreis« im Jahr 2011 sei das ambitionierte Ziel gesetzt worden, den Kreis bis 2020 zum Null-Emissions-Landkreis zu entwickeln. Dieses Ziel sei tatsächlich erreicht worden. Heute sei die Klimabilanz des Rhein-Hunsrück-Kreises ausgeglichen, obwohl es noch Bereiche gebe, in denen teilweise noch eine erhebliche Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen möglich sei. Dort stehen rund 270 Windkraftanlagen, im Vogelsbergkreis sind es rund 220.

Beide Landkreise haben nach Angaben der Klimaliste Integrierte Energie- und Klimaschutzkonzepte erstellen lassen, der Rhein-Hunsrück-Kreis im Jahr 2011 und der Vogelsbergkreis im Jahr 2016. Während der Rhein-Hunsrück-Kreis für sich das Ziel des Null-Emissions-Landkreises bis 2020 formulierte, sind die Ziele für den Vogelsbergkreis nach Einschätzung der Klimaliste sehr viel bescheidener gehalten. Der Vogelsbergkreis strebe an, bis 2050 möglichst klimaneutral zu sein. Laut Klimaliste ist das zu spät, um das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten.

Der Vogelsbergkreis kann nach Einschätzung der Klimaliste von den Erfahrungen im Rhein-Hunsrück-Kreis profitieren und Maßnahmen einleiten, die auch hier zu einer schnelleren Klimaneutralität führen können. Dabei gehe es nicht um Verbote, vielmehr müssen durch eine entsprechende Aufklärung und Beratung die Menschen im Vogelsbergkreis mitgenommen werden.

Kommunen haben heute Rücklagen

Nicht die Veränderung von Stellschrauben in isolierten Teilbereichen führe zum Erfolg, sondern eine ganzheitliche Betrachtung mit einer Analyse der gegenseitigen Auswirkungen bei bestimmten Veränderungen, schreibt die Klimaliste. Der einzelne Privathaushalt müsse genauso in die Maßnahmen einbezogen werden wie der große Industriebetrieb, der Handwerker ebenso wie der Einzelhändler.

Die Veränderungen im Rhein-Hunsrück-Kreis haben sich nach Angaben der Klimaliste Vogelsberg letztlich auch finanziell positiv für alle beteiligten Bereiche niedergeschlagen. Die dortigen Verbandsgemeinden seien heute in der Lage, finanzielle Rücklagen zu bilden. Die privaten Haushalte und auch Gewerbe sowie Industrie sparten bei der Verwendung von Strom und Wärme ein. Klimaneutralität führe auf Dauer nicht zu Mehrausgaben, sondern zu einer Senkung der Ausgaben im Bereich Energie.

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