15. August 2021, 17:42 Uhr

Lautstarker Musikprotest zum Wahlkampfauftakt

15. August 2021, 17:42 Uhr
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Von Kerstin Schneider
AfD-Wahlkampfauftakt in Homberg mit Gegendemonstration vor der Stadthallentür. FOTO: KS

Es ist ein vertrautes Ritual: Wenn die AfD einlädt, stehen vor den Toren der Veranstaltungshallen schon die Demonstranten bereit. Das war am Samstagabend in Homberg nicht anders, dorthin hatten die AfD-Kreisverbände Gießen und Vogelsberg zum gemeinsamen Wahlkampfauftakt für die Bundestagswahl eingeladen.

Neben der Halle hatten sich rund 100 Gegendemonstranten eingefunden, die laut Anmelder der Demo, Michael Hübel, auf einen recht spontanen Aufruf hin gekommen waren. Hübel, auch bekannt als Organisator des Festivals »Voices from the Street in Deckenbach, zeigte sich zufrieden. Da man ein antifaschistisches Musikfestival sei, wolle man Flagge zeigen. »Wir werden heute bewusst auf Redebeiträge verzichten.« Stattdessen wurde der Stadthallenvorplatz mit lauter Musik vom Band beschallt. Etliche Demonstranten hatten Transparente dabei oder diese vorher neben dem Veranstaltungsgelände befestigt. Auf den Plakaten wurde sehr deutlich die Abneigung gegen die (AfD) kundgetan. Unterstützt wurde die Gegendemo von der Initiative »Mücke bleibt bunt.«

Interesse sehr überschaubar

Eine Frau hatte eine große Mülltüte dabei, in diese sollten »rassistische Argumente« geworfen werden. AfD-Frau Joana Cotar suchte kurz das Gespräch mit der Frau, die das verweigerte und dann freundlich von der Polizei vom Stadthalleneingang weg eskortiert wurde. Die Ordnungshüter waren mit einem größeren Aufgebot vor der Halle vertreten, erwarteten aber nach eigenen Worten keine größeren Vorkommnisse.

Redner waren an diesem Abend neben dem Vogelsberger Listenkandidaten Johannes Marxen und dem Direktkandidaten im Wahlkreis 173 (Gießen/Alsfeld), MdB Uwe Schulz, unter anderem Digitalpolitikerin und Bundesvorstandsmitglied Joana Cotar, MdB. Die Moderation hatten Sandra Weegels (Sprecherin Stadtverband Gießen) und Gerhard Bärsch (Sprecher Kreisverband Vogelsberg).

Der Zulauf zur Wahlkampfveranstaltung hielt sich am Samstag in sehr überschaubaren Grenzen, vermutlich auch weil sich Interessenten in der Regel über andere Kanäle informieren. Die weitaus größte Zahl der Plätze in der Stadthalle blieb leer.

Interessiert verfolgt wurde das Geschehen vor der Stadthalle von Campern auf dem nahen Wohnmobilstellplatz. »Wir schauen uns mal an, wie in Deutschland die Demokratie verteidigt wird,« meinte ein Ehepaar aus Basel recht vergnügt, das mit seinem Wohnmobil auf dem Weg zum Ferienziel St. Peter-Ording in Homberg Station machte.



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