27. November 2022, 19:03 Uhr

Mehr Strom vom Dach

27. November 2022, 19:03 Uhr
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Von Joachim Legatis
Die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Feldahalle ist einsatzbereit, nun schlagen Gemeindevertreter vor, weitere Stromerzeuger auf kommunalen Gebäuden zu installieren. FOTO: JOL

Manchmal steht die Förderpolitik des Landes dem Klimaschutz im Wege, auch wenn eigentlich das Gegenteil beabsichtigt ist. So hat die Gemeinde Feldatal Fördermittel aus dem Topf der Klimakommunen für die Installation einer großen Photovoltaikanlage auf der Feldahalle erhalten, doch ohne die Vorgaben hätte man wahrscheinlichgleich eine größere Anlage errichtet und mehr Strom erzeugen können.

Doch nun will die Gemei nde nachsteuern und plant drei weitere PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden. Die Gemeindevertretung beschloss in der jüngsten Sitzung unter Leitung von Lisa-Marie Schott (BL) einstimmig, dass der Gemeindevorstand ein Konzept zur Energiegewinnung auf allen Gemeinde-Gebäuden erstellt. Bereits im Bericht aus dem Gemeindevorstand wies Bürgermeister Leopold Bach nach oben zum Dach der Feldahalle. Denn dort ist die neue Solaranlage bereits aufgebaut, nun fehlen nur noch die Anschlüsse zum Rathaus und zum Gefrierhaus.

In der Diskussion um einen Antrag der Bürgerliste, diese PV-Anlage zügig zu erweitern, erläuterte Bach die Hintergründe für die Dimensionierung. Denn eigentlich hat der Gemeindevorstand eine Anlage mit der Spitzenleistung von 30 Kilowatt vorgesehen. Die Förderstelle in Wiesbaden habe dann aber eine kleinere Anlage gefordert. Denn zum Einen durfte kein Gewinn erzielt werden und zu, Anderen sollte ein Eigenverbrauch von 70 Prozent des Stroms belegt werden. Deshalb werden Feldahalle, Rathaus und Gefrierhaus über die Solarpaneele versorgt und die Gemeinde erhielt Fördermittel.

Bach erläuterte weiter, dass Timo Wagner, Martin Kern und er bereits für den Gemeindevorstand weitere Objekte identifiziert haben, wo eine PV-Anlage sinnvoll ist. Auf dem Gemeinschaftshaus Stumpertenrod, auf Bauhof und Kläranlage könnten im nächsten Schritt Module installiert werden. Die Mittel solalen bereits im Haushatsplan 2023 eingestellt werden.

Das ist ganz im Sinne der Gemeindevertreter. Der Antrag der Bürgerliste beinhaltete, dass auf der Feldahalle eine Erweiterung der Solaranlage möglich ist. Darüber soll der Hauptausschuss beraten, der Gemeindevorstand solle die Vorlage erarbeiten, wie Ulrike Zulauf vorschlug. Daniel Wolf (FWG) beantragte eine Ergänzung, wonach alle Gebäude der Kommune auf ihre Eignung für PV-Anlagen überprüft werden sollen. Damit will man einen Beitrag zur Energiewende leisten.

Holzverkauf, Müll-Aktion, Wegekarten

Die Gemeindevertretung beschloss den Beitritt zur Holzvermarktungsgemeinschaft FWV, einen Aktionstag »Sauberhaftes Feldatal« und gut zugängliche Radwegekarten.

Einstimmig votierte das Parlament für den Beitritt zur »Forstwirtschaftlichen Vereinigung Vogelsberg/Burgwald«. Diese Gesellschaft von Kommunen und Waldbesitzern der Region verkauft gemeinsam das Holz aus eigenen Wäldern. Die gemeinsame Vermarktung soll die Organisation erleichtern und bessere Preise bringen. Nach Angaben von Bürgermeister Bach war Feldatal mit 76 Hektar Waldfläche bislang noch unter der Schwelle, bis zu der Hessen Forst den Holzverkauf organisiert. Das ändert sich ab 31. März 2024, dann kann Feldatal nicht mehr über die landeseigene Institution verkaufen. Da die Kommune bereits Mitglied der Forstbetrieblichen Vereinigung ist, die auch Träger der FWV ist, ändert sich praktisch nichts für die Kommune.

Ohne Gegenstimme befürwortet das Parlament einen Aktionstag, an dem mit Bürgerinnen und Bürgern die Landschaft gesäubert wird. Auf Antrag der Bürgerliste soll das jährlich organsisiert werden, wie Carolin Christ-Bröser sagte. Dabei will man mit Ortsbeiräten und Vereinen zusamenwirken. Man solle gerade Kindern vormachen, dass »eine müllfreie Landschaft ein wichtiges Stück der Lebensqualität« ausmacht.

Daniel Wolf (FWG) unterstützte das, erinnerte aber daran, dass es bereits 2016 einen Vorstoß hierfür gebenen habe. Damals gab es keine Resonanz der Ortsbeiräte.

Bei sieben Ja-Stimmen und einer Ablehnung entschied die Gemeindevertretung, dass die Gemeinde für gut zugängliche Karten der Wander- und Radwege sorgen soll. Diese sollen digital und auf Papier bereit stehen. Patricia Klein (BL) hat beobachtet, dass Tourusten sonntags zum Rathaus kommen, um sich zu orientieren. Dort gab es keine Karten. Um Tourismus zu fördern, kann man einen Kasten mit Wander-/Radwegekarten am Verwaltungsgebäude anbringen.

Marcus Görig (FWG) fand das überflüssig, weil die Gemeinvertretung bereits 2019 eine solche Aktivität beschlossen hat. Dabei wurde festgelegt, die Internetseite der Gemeinde mit Routenempfehlungen zu bestücken.



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