25. Mai 2021, 07:00 Uhr

Pfarrerin Nena Baumüller

Mit Begeisterung in die neue Pfarrstgelle

Zwei Jahre Vakanz in Groß-Felda finden ihr Ende, das Pfarrhaus ist wieder bewohnt. Zum 1. Juni übernimmt Nena Baumüller die drei Gemeinden. Als Pfadfinderin ist sie mit Jugendarbeit vertraut.
25. Mai 2021, 07:00 Uhr
Nena Baumüller freut sich auf die Arbseit als Pfarrerin in Groß-Felda. FOTO: HSO

Nach etwas über zwei Jahren brennt im Groß-Feldaer Pfarrhaus wieder Licht. Nach dem Weggang von Pfarrerin Susanne Gessner wurde die Pfarrstelle im Kirchspiel Groß-Felda, dazu gehören noch die Gemeinden Kestrich und Windhausen, durch Dorothea Witznick, Peter Weigle sowie weitere Kollegen und Kolleginnen vom Gruppenpfarramt Vogelsberg betreut. Am 31. Mai endet nun deren Dienstauftrag. Die Pfarrstelle ist ab 1. Juni mit der 30jährigen Pfarrerin Nena Baumüller wieder besetzt.

Seit Mitte April sind sie und ihr Verlobter im Pfarrhaus am Werk, um mit Handwerkern ihr neues Zuhause einzurichten. Beim Pressebesuch stellt sich eine aufgeschlossene, natürlich wirkende junge Frau vor. Sie versprüht viel Lebensfreude. Es ist ihre erste Pfarrstelle und man merkt ihr an, dass sie sich sehr darüber freut. Sie habe große Lust darauf, die Menschen kennenzulernen und ihre Geschichten zu hören. Erste Kontakte hatte sie bereits beim »Fealler Bauernmarkt« im April und bei den Einkäufen vor Ort. Beim Himmelfahrtsgottesdienst feierte sie auf dem Steinküppel bei Kestrich mit.

»Für mich musste meine persönliche Landkarte neu geschrieben werden«, sagt die Pfarrerin. Den Vogelsberg hat sie vorher kaum gekannt, sie hatte lediglich den Nidda-Stausee und Schotten besucht. »Ich bin begeistert von der hiesigen Mittelgebirgslandschaft und der Natur. Es fühlt sich an wie im Urlaub! Die Wiesen, Felder und Wälder, das Vieh auf der Weide und auch die kleinen Dörfer, ich kann es kaum in Worte fassen«, schwärmt Baumüller.

Als sie sich das Pfarrhaus und die Kirchen im Kirchspiel nach der Ausschreibung der Pfarrstelle das erste Mal mit ihrem Verlobten angeschaut hat, waren sie sofort überzeugt, dass die Bewerbung für Groß-Felda richtig war. Der Blick über die Steinmauer, die das Pfarrhaus und die Kirche umgibt, in den großen Garten, sind für sie einfach traumhaft und schon sprudelten die Ideen über die Gestaltung.

»Die Wege, auf die Gott einen führt, sind wirklich erstaunlich.« Das müsse man ihr als Pfadfinderin nicht zweimal sagen, betont sie im Gespräch. Der erste Abschnitt ihres persönlichen Weges ist verbunden mit ihrer Heimatstadt Offenbach, einem eher harten Pflaster. Die Stadt stehe nicht für Perspektiven und Natur, sei aber ihr Zuhause. »Ich bin dort aufgewachsen mit dem Gefühl, dass zu Hause überall sein kann und ich von anderen Menschen lernen kann, wenn ich aufgeschlossen auf sie zugehe.«

Spät getauft

Sie erlebte auch Tiefen, so den Tod ihrer Oma. Damals stellte sie sich Fragen nach einer festen Basis, nach dem Grund des eigenen Daseins und danach, »ob es etwas Größeres als mich und die Menschen auf diesem Planeten gibt«, erzählt sie weiter. Der Weg führte sie an die Universität Frankfurt zum Theologiestudium. Ihr Ziel war nicht, Pfarrerin zu werden, sondern sie wollte Antworten auf eigene Fragen finden.

Nena Baumüller erinnert sich, »damals entschied ich mich dafür, mich als Erwachsene taufen zu lassen«. Mit 24 Jahren verließ sie ihre Heimatstadt und zog zum Studieren nach Marburg. Dort eröffnete sich ihr eine andere Welt. Ihr begegneten neue Menschen, sie sah ein Stadtbild mit alten Straßen und Schloss und lernte das Leben in einer kleineren Stadt kennen. »Ich habe diese Zeit dort genossen« und auch ihren Verlobten kennengelernt. erzählt Baumüller.

Danach hat sie sich entschieden, Pfarrerin zu werden, um mit weiteren Menschen Fragen zu stellen und Antworten zu bekommen. Für das Vikariat mit der praktischen Ausbildung zur Pfarrerin sind sie und ihr Verlobter nach Lich gezogen. »Neben den theoretischen Reflektionen im Studium konnte ich dort endlich auch praktisch arbeiten.« Besonders hat sie das Arbeiten im Team zu schätzen gelernt, sagt Nena Baumüller.

Sie sei »überglücklich« mit der Pfarrstelle in einem Gruppenpfarramt. »Als Anfängerin kann ich mir viele Ratschläge und auch sicherlich die eine oder andere Unterstützung holen.« Aller Anfang ist schwer, betont sie. Im Feldatal freut sich darauf, neue Pfade zu entdecken, seien es Wanderwege rund um die Dörfer oder die, die Menschen vor ihr beschritten haben. »Ich will meinen Horizont weit halten und Gott soll immer mit dabei sein«, so ihr Wunsch als Pfarrerin an ihrem neuen Wirkungsort.

Auf Ideen und Vorstellungen von Kirche im ländlichen Ort ist sie sehr gespannt. Ebenso auf den Weg, »den wir als Gemeinde zusammen einschlagen werden«. Als Pfadfinderin liebt sie den Umgang mit Kindern und Jugendlichen und hat Lust auf religionspädagogische Arbeit. Vorstellen kann sie sich besondere Gottesdienstarten wie Familiengottesdienste. Veranstaltungen mit dem Posaunenchor und anderen Vereinen, sagt sie weiter.

Hochzeit steht an

Für Nena Baumüller kann Gottesdienst auch überall stattfinden, nicht nur innerhalb der Kirchenmauern. Dazu dürfte sie im Kirchspiel sicherlich nach überstandener Corona Pandemie viel Gelegenheit haben. Die Hoffnung auf »Öffnung« ist überall groß.

Die nächsten Schritte der Pfarrerin sind abgesteckt. Im September wird geheiratet: »Dann werde ich Pfarrerin Raab heißen«, strahlt sie. Auch wird sie dann offiziell in ihr Amt eingeführt. Diese Ereignisse werden, sofern es die Corona-Lage zulässt, mit einem großen Fest gefeiert. »Ich freue mich auf meine neue Gemeinde und wünsche mir, dass sie mich auf den für uns alle neuen Wegen begleitet.«

Die ersten Gottesdienste mit ihr finden am 6. Juni um 9.30 Uhr in Groß-Felda und um 10.30 Uhr in Kestrich statt. Die aktuellen Bedingungen sind den kirchlichen Nachrichten zu entnehmen.

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