Vogelsbergkreis

Mit Dribbling ins neue Pfarrersamt

Mücke-Flensungen (sf). Verena Reeh bekleidet schon seit Januar das Amt der Pfarrerin für Merlau und Flensungen. Nun wurde sie in einem Gottesdienst feierlich in ihr Amt eingeführt. Sie ist eine fahrradfahrende und fußballspielende Pfarrerin mit dem Herz am rechten Fleck.
07. Juli 2021, 21:44 Uhr
Jutta Schuett-Frank
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Mit Fußball, Legosteinen und Blumen: Dekan Norbert Heide, Verena Reeh, Hans-Gerd Schneider und Ortrud Theiß von den Kirchenvorständen Merlau und Flensungen (v. l.) bei der Amtseinführung der neuen Pfarrerin. FOTO: SF

Mücke-Flensungen (sf). Verena Reeh bekleidet schon seit Januar das Amt der Pfarrerin für Merlau und Flensungen. Nun wurde sie in einem Gottesdienst feierlich in ihr Amt eingeführt. Sie ist eine fahrradfahrende und fußballspielende Pfarrerin mit dem Herz am rechten Fleck.

Geplant war der Einführungsgottesdienst im Freien, doch die dicken Regentropfen ließen die Besucher und Gäste dann in das Gotteshaus umziehen. Bei offenen Türen sah und hörte man den Starkregen und hörte das starke Donnern. Empfangen wurden die Besucher zunächst mit einem schönen Vorspiel von Clara Joost an der Orgel und Hans-Gerd Schneider (Kirchenvorstand Merlau) begrüßte mit einem freundlichen »Willkommen« Dekan Norbert Heide, Pfarrerin Verena Reeh, ihren Lehrpfarrer Andreas Lenz, Kolleginnen und Kollegen aus den angrenzenden Kirchengemeinden, Freunde aus der Heimat Rheinhessen, Bürgermeister Andreas Sommer, Ortsvorsteher Dirk Decher, Pfarrer Holger Becker, der im Ruhestand ist, und all die vielen Besucher des Festgottesdienstes. Feierlich wurde der Gottesdienst vom Ensemble »Collegium Vocale Kirchberg« umrahmt, dem auch die neue Pfarrerin angehört. Sie stehen unter der Dirigentschaft von Daniela Werner. Der Applaus war ihnen sicher.

Pfarrer als schönster Beruf

Dekan Norbert Heide griff das Thema Fußball auf und beschrieb Verena Reeh als quirlige Frau, die mit dem Rad unterwegs ist, als gelernte Bankerin alles im Griff hat und begeistert Fußball spielt. Selbst bei den Kindern und Jugendlichen habe sich das schon rumgesprochen. So sollte sie einen Lederfußball aufpumpen, dabei wurde sie von Hans-Gerd Schneider und Feline Preisendörfer unterstützt. Die zusammengesetzten Flecken des Balls stünden für die unterschiedlichen Menschen in der Gemeinde und der Job der Pfarrerin sei es, das Gemeindeleben mit partnerschaftlichem Geist zu füllen. Dazu zählten Harmonie und Akzeptanz.

Sicherlich zum ersten Mal in ihrem Leben dribbelte die neue Pfarrerin im Talar vor den Altar und man applaudierte ihr herzlich.

Vor der feierlichen Einsegnung sprach Kirchenvorstandsvorsitzende Ortrud Theiß einige Worte und nach der Einsegnung sprach Hans-Gerd Schneider der neuen Pfarrerin einen irischen Segen zu. Die Bibel, so Verena Reeh in ihrer Predigt, ist voller Geschichten, wo Menschen aufbrechen und ihre Leben umkrempeln. Von sich selbst sagt die Pfarrerin, dass sie ganz viel Energie aus dem Vorbereiten der Predigt für sich selber zieht. Mit fester Stimme sagte sie laut: »Pfarrer ist der schönste Beruf.«

Seit sieben Monaten ist sie nun schon in Flensungen und Merlau und das sei eine tolle Bereicherung ihres Lebens. Am eingangs erhaltenen Liedblatt klebte ein kleiner Legostein. Er stehe für die Stolpersteine, die man im Leben aus dem Weg räumen muss. »Diese geben einem aber Stärke und man wächst an ihnen. Diese unterschiedlichen Steine kann man gut miteinander verbinden und sie werden zu tragenden Wänden, die auch stützen und schützen.« Die Gemeinde könne das Bauwerk mit Leben füllen.

Feline Preisendörfer sang dann von Miley Cyrus »The Clime« und dafür gab es frenetischen Applaus. Mit afrikanischen Rhythmen und tollem Gesang verabschiedete sich auch der Chor mit dem Lied »Yakanaka vhangeri«. Bevor Rahel Müller zum Nachspiel einlud, gab es von den Kirchenvorständen noch Geschenke. Verena Reeh erhielt Blumen für den Vorgarten, Schlüsselbunde, eine »Kirchenmaus« und eine Teetasse mit der Aufschrift »Gottes Bodenpersonal«. Pfarrerin Verena Reeh lud dann noch zu »Woi, Woscht en Weck«. Allerdings gab es das als Päckchen zum Mitnehmen für die Gäste.

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