20. Mai 2021, 21:34 Uhr

Mit Wasser sorgsam umgehen

Die Posten nach der Kommunalwahl sind alle vergeben, in der Gemeindevertretung von Mücke wurde jetzt mit Jörg Schlosser auch ein neuer Erster Beigeordneter vereidigt. Jetzt geht es an die Sacharbeit. Und die bietet ein breites Spektrum, wie Anfragen aus den Fraktionen belegen.
20. Mai 2021, 21:34 Uhr
schwickert_rs
Von Rolf Schwickert
Jörg Schlosser FOTO: RS

Das Thema Wasser hat viele Facetten. Allgemein werden die vergangenen Jahre als zu trocken empfunden, die vergangenen Wochen als zu nass, und einig ist man sich in dem Ansinnen, mit Wasser sparsam umzugehen. In diesem Sinne wird sich der Bauausschuss mit Möglichkeiten des Wassersparens befassen.

Anlass ist ein CDU-Antrag, im Laufe des Jahres oberirdische Zisternen für Regenwasser bei öffentlichen Gebäuden aufzustellen und an die jeweiligen Fallrohre anzuschließen. Dr. Anneliese Brunn sagte für die CDU, auch kleine Maßnahmen erzielten große Wirkung, und nach den Trockenjahren könne es zur Trinkwasserknappheit kommen. Die Ressource Grundwasser müsse geschont werden. Die Maßnahme befördere auch das Bewusstsein in der Bevölkerung, mit Wasser sparsam umzugehen. Sicher sei das Aufstellen solcher Zisternen bei Friedhöfen besonders sinnvoll. Aber auch die Ortsbeiräte sollten Vorschläge machen. »Wir müssen unser Lebensmittel Wasser schonen und Pflanzen mit Regenwasser gießen«, betonte Brunn. Sie meinte zudem, das Gebührensystem solle überdacht werden, denn es könne nicht sein, dass ein Mehrverbrauch zu einer Kostenminderung führe.

Zisternen für Neubau vorschreiben?

Ulf Immo Bovensmann (FW) signalisierte Zustimmung und stellte auch die Vorbildfunktion in den Vordergrund. Thomas Röhrich äußerte für die SPD, man solle den Antrag im Bauausschuss erweitern, um beispielsweise zu überlegen, ob man nicht pro Jahr bei einem Friedhof eine Zisterne bauen sollte. Auch Grünen-Sprecher Dr. Udo Ornik begrüßte den Antrag und eine weitere Vertiefung im Ausschuss. In den kommenden Jahren müsse man zudem vor dem Hintergrund der Klimaänderung auch über eine Wassernutzung in Gebäuden reden. Es sei die Frage, inwieweit bei Neubauten Zisternen vorgeschrieben werden könnten. Einstimmig wurde der Antrag mit Ergänzungen in den Bauausschuss zu einer endgültigen Entscheidung überwiesen.

Beleuchtung nachts zu intensiv

Kommunen werben um große Gewerbeansiedlungen. Sie bringen Arbeitsplätze und Gewerbesteuer. Und sie sind - je nach Größe - weithin sichtbar. Bei Nordfrost im Gewerbegebiet bei Atzenhain ist das sicher der Fall - auch nachts. Denn das weitläufige Areal ist so erleuchtet, dass es auch bei Dunkelheit aus der Distanz zuzuordnen ist. Vor diesem Hintergrund lag ein Antrag gegen diese Intensität der Lichtemissionen von Nordfrost von den Grünen vor. Dazu erläuterte Dr. Udo Ornik, bereits 2020 sei die Frage aufgekommen, ob diese enorme Helligkeit nachts sein müsse. »Das ist eine Umweltbeeinträchtigung vor allem für Insekten. Denn die orientieren sich am Licht. Das ist, wie wenn bei Menschen das Navigationsgerät defekt ist.« Es gebe auch gesetzliche Vorgaben, die die Beleuchtung auf das Notwendigste begrenzten. In einem Ausschuss solle man sich darüber unterhalten, welche Möglichkeiten des Vorgehens sinnvoll seien. »Wir wollen nicht groß die Keule schwingen, aber wir müssen eine Vereinbarung finden«, betonte Ornik. In den vergangenen Jahren habe die Beleuchtung nachts zugenommen, das sei eine Beeinträchtigung, und man sollte die Bevölkerung insgesamt zum Thema sensibilisieren.

Bürgermeister Andreas Sommer informierte, es gebe Gespräche mit der Firma Nordfrost. FW-Sprecher Ulf Immo Bovensmann warf die Frage auf, inwieweit eine Firma auf Hinweise der Gemeinde reagiere werde, denn es sei wahrscheinlich, dass die Firma das für sie Nötige beleuchte, alles andere koste unnütz Geld. Außerdem solle man sich gegebenenfalls auch um andere Firmen kümmern, die augenscheinlich ein sehr gut ausgeleuchtetes Areal betrieben. In diesem Sinne äußerte sich auch Thomas Röhrich für die SPD, und Prof. Hubertus Brunn bejahte, der Bürgermeister sollte nach dem Gespräch mit Nordfrost im Ausschuss berichten. Vor diesem Hintergrund werde man dann Weiteres beraten. Für sinnvoll wurde ferner erachtet, im Ausschuss auch einen Vertreter von Nordfrost zu hören. Dem folgten die Gemeindevertreter einstimmig.

Fotovoltaik auf Gemeindegebäuden

Es gibt einige öffentliche Gebäude, die für eine Fotovoltaikanlage infrage kommen können. Bürgermeister Andreas Sommer informierte nach einer Anfrage von FW-Vertreter Ulf Immo Bovensmann darüber, dass Fotovoltaikanlagen auf fünf kommunalen Gebäuden installiert werden könnten. Die Bauverwaltung habe folgende Objekte benannt: Kindergarten Atzenhain, die Dorfgemeinschaftshäuser in Bernsfeld und Groß-Eichen, das Feuerwehrgerätehaus in Merlau und das alte Rathaus in Ruppertenrod. Die anstehenden neuen Anbauten bei Kindertagesstätten in Merlau und Groß-Eichen seien noch nicht berücksichtigt.

Zum Sachstand beim Kinderspielplatz Beune in Merlau berichtete Bürgermeister Sommer, man habe sich mit jungen Müttern und Bauhofmitarbeitern dort getroffen. Dabei sei von den Eltern herausgestellt worden, dass etwas gegen die Sonneneinstrahlung getan werden müsse. Dafür empfiehlt der Bürgermeister natürliche Beschattung durch Pflanzen. Andernorts genutzte Gestelle mit Sonnensegel seien sehr betreuungs- und damit sehr zeitintensiv. Zur Sandkiste berichtete der Bürgermeister, der Sand werde ausgetauscht, auch kommt ein Netz darüber gegen die Katzen. Zu möglichen Schäden berichtete Sommer, ein Stamm eines Kletterturmes habe fehlerhaft sein sollen, habe sich aber als intakt herausgestellt. Beklagt worden sei von den Eltern, dass es unter den vielen Spielangeboten zu wenige für unter Dreijährige gebe.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos