18. Februar 2008, 18:46 Uhr

Kleine Übungen im Alltag - und die Freude nicht vergessen

Mücke-Nieder-Ohmen (ng). Den Blick auf die Gesundheit lenkte die Physiotherapeutin Marianne Dietz beim jüngsten Unterhaltungsnachmittag des Kulturringes im DGH. Nach Freude suchen, war einer ihrer Ratschläge, wofür im Programm anschließend die Nieder-Ohmener »Fettlappen« treffend mit ihren Liedern sorgten.
18. Februar 2008, 18:46 Uhr
Die Physiotheraupeutin Marianne Dietz zeigte, wie Tennisbälle zur Lockerung des Körpers beitragen können. (Foto: ng)

Hans Peter Schucker eröffnete und leitete die Veranstaltung. In der Andacht führte Pfarrer Alexander Janka aus, einem Dompteur gelinge es, einen Elefanten mit einem einfachen Trick zu beherrschen. Er binde das Elefantenkind mit einem Fuß an einen großen Baumstamm. So sehr es sich auch wehre, es könne sich nicht befreien. Ganz allmählich gewöhne es sich daran, dass der Baumstamm stärker ist als es selbst. Wenn der Elefant erwachsen sei und ungeheure Kräfte besitzte, brauche man nur eine Schnur an seinem Bein zu befestigen und ihn an einen Zweig anzubinden, und er werde nicht versuchen, sich zu befreien.

Wie bei den Elefanten steckten auch unsere Füße nur in einer dünnen Schlinge. Doch da wir von Kindesbeinen an die Macht jenes Baumstammes gewohnt seien, wagten wir nicht, uns zu wehren. »Wir vergessen darüber, dass es nur einer einfachen mutigen Tat bedarf, um unsere Freiheit zu erlangen.« Janka unterstrich, Christus habe Ketten getragen, »damit wir frei sind.«

In ihrem Vortrag über Schmerz-Physiotherapie sagte Marianne Dietz (Gießen) unter anderem, dass sich gerade im Alltag durch individuell zugeschnittene Übungen Schmerzen reduzieren oder gar auflösen lassen. Dazu könnten Behandlungsformen wie Physiotherapie oder Schmerzphysiotherapie genutzt werden.

Rückenschmerzen - das »Kreuz mit dem Kreuz« - sind die häufigste Ursache, warum Menschen arbeitsunfähig werden. In 70% der Fälle, in denen Rückenbeschwerden auftreten, so die Erfahrung der Therapeutin, liegt die Ursache im Bauch. Dabei spielen zum Beispiel Blähungen, Verstopfungen, Völlegefühl, Vernarbungen und Operationen eine erhebliche Rolle. Spezielle Bauchmassagen hätten sich dabei sehr bewährt. Zu bedenken sei ferner, dass jeder Schmerz auch seelische, soziale und geistige Ursachen haben kann. Durch regelmäßige Übungen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen, verbessere sich das Wohlbefinden.

Marianne Dietz forderte die Zuhörer zu einem kleinen Experiment auf. Sie bewegten ihre Augen im Kreis, links und rechts herum oder diagonal von links unten nach rechts oben sowie umgekehrt, der Kopf durfte nicht mitgedreht werden.?Mit dieser kleinen Übung könnten Verspannungen im Halswirbelsäulen-Bereich sowie Kopfschmerzen, die vom Nacken her kommen, gelindert werden. Übungen mit dem Tennisball wurden gezeigt. Nordic-Walking entlaste die Gelenke, die Muskulatur und der Kreislauf würden in Schwung gebracht - damit verschaffe man sich im Alltag Erleichterung bei vielen Beschwerden. Eine geschulte Anleitung sei sehr wichtig. Die erwähnten Übungen seien Hilfe zur Selbsthilfe, wie zum Beispiel der tägliche »Marsch« in der Natur nach dem Motto: »Wenn ich gehe, dann geht's!«

Die Physiotherapie sei eine ergänzende oder alternative Behandlungsmöglichkeit, die bei verschiedenen Erkrankungen wie Beschwerden an der Wirbelsäule, Hüfte, Knien, Füßen, Schulter und sonstige Gelenken oder nach Operationen an Gelenken die Beweglichkeit wiederherstelle und Schmerzen nehme. Weitere Therapiemaßnahmen würden bei Schlaganfall, Herzinfarkt, Lungenerkrankungen oder Kopfschmerzen angewandt.

Ziel des Vortrages war es, neue Wege aufzuzeigen und den Mut zur Selbsthilfe zu stärken.

Die »Fettlappen« in der Besetzung mit Alfred Homola, Heinrich Emrich, Wilhelm Lesch, Erhard Sann, Erich Carle unter Leitung von Peter Dittrich sorgten für frohe Stimmung mit den volkstümlichen Liedern »Friesenkinder«, »Hohe Tannen«, »Einsam erklingt das Glöcklein«, »Doswidanja«, »Dunja du« und »Heißer Sand«.

Zu Kurzweil und Unterhaltung trugen mit eigenen Beiträgen Roswitha Deubel mit der »Falschverbindung« und Hans Peter Schucker mit »Ein Kellner« und der Bedeutung von Worten früher und heute bei. Für die Kaffeetafel sorgten zur Halbzeit die Frauen des Kulturringes. Im Schlusswort lud Hans Peter Schucker zur nächsten Veranstaltung am 13. März ein, bei Elvira Idt von der Polizei Lauterbach und Pfarrer Wolfgang Kratz erwartet werden.

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