16. August 2010, 17:36 Uhr

Einzigartiger Lernort der Geschichte beeindruckte

Die Reservistenkameradschaft war dieser Tage zu einer Exkursion zur Gedenkstätte »Point Alpha« gefahren.
16. August 2010, 17:36 Uhr
Die Reservistenkameradschaft besuchte kürzlich die Gedenkstätte »Point Alpha«. (Foto: sf)

Mücke-Sellnrod (sf). Die Reservistenkameradschaft war dieser Tage zu einer Exkursion zur Gedenkstätte »Point Alpha« gefahren. »Point Alpha« war einer von vier Beobachtungsstützpunkten an der innerdeutschen Grenze in Hessen. Heute ist »Point Alpha« der Name einer Mahn-, Gedenk- und Begegnungsstätte an der Straße zwischen Thüringen und Hessen. In direkter Nachbarschaft Geisas, der einst am weitesten westlich gelegenen Stadt des vormaligen Ostblocks, erfüllte der Beobachtungsstützpunkt »Point Alpha« bis zum Fall des »Eisernen Vorhanges« eine wichtige Beobachtungsaufgabe im Verteidigungskonzept der NATO. Auf der anderen Seite der Grenze waren entsprechende Beobachtungspunkte der Staaten des Warschauer Paktes eingerichtet.

Der Stützpunkt lag im Zentrum der NATO-Verteidigungslinie »Fulda Gap« (Fuldaer Lücke), in der die NATO im Ernstfall die Invasion der Truppen des Warschauer Pakts erwartete. Das »Fulda Gap« zog sich von Herleshausen über Fulda bis in die Nähe von Bad Neustadt. Der Name »Point Alpha« geht darauf zurück, dass es der erste errichtete Beobachtungspunkt war. Die Reisegruppe von 25 Personen nahm an einer über zweistündigen Führung teil. Als Beobachtungspunkt war »Point Alpha« darüber hinaus deshalb geeignet, weil er sich auf 411 Meter Höhe auf einem Bergzug befindet und damit einen guten Überblick über das angenommene vorderste Aufmarschgebiet des Warschauer Pakts im Ulstergrund bot. Auch für das Abhören des Funkverkehrs aus Richtung Osten waren die geographischen Bedingungen günstig. Irrtümlicherweise wird immer wieder behauptet, »Point Alpha« sei auch der westlichste Punkt der DDR gewesen. Dieser befand sich jedoch etwa zwölf Kilometer weiter südwestlich, in unmittelbarer Nähe des Dörfchens Reinhards (bis zum 2. Oktober 1990 der westlichste bewohnte Ort des Warschauer Paktes) und bildet heute den westlichsten Landpunkt des Bundeslandes Thüringen.

Die Gedenkstätte »Point Alpha« ist in ihrem Gesamtkomplex ein unvergleichliches Zeitzeugnis und ein einzigartiger Lernort der Geschichte. Die jüngste Zeitgeschichte noch einmal gleichsam im Zeitraffer zu sehen, war für die Besucher höchst interessant. Zwar ist nun die Grenze schon seit November 1989 gefallen, doch ist es für viele Menschen so, als sei es erst gestern gewesen. Eckhard Frank, Vorsitzender der Reservistenkameradschaft, hatte die Reiseleitung übernommen, und Horst Grußlik chauffierte die Reisegesellschaft. Der Abschluss fand in der »Wiesenmühle« in Fulda statt.

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