08. Juli 2021, 21:41 Uhr

Nahrung und Kosmetik aus der Region

08. Juli 2021, 21:41 Uhr
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Aus der Redaktion

Mücke (pm). Den Mitgliedern des klimafaireins Oberhessen ist er ein besonderes Anliegen und als Idee im Lauf der vergangenen Monate immer größer geworden: der fairkaufswagen. Gestartet als Crowd- funding-Projekt mit einer großen Resonanz - mehr als 30 000 Euro konnten auf diese Weise generiert werden -, hat sich in Sachen nachhaltiger Verkauf von Lebensmitteln auf den hiesigen Märkten allerhand getan.

Der fairkaufswagen - ein umbebauter Ford Transit - ist inzwischen so gut wie fertig: Verkaufsregale wurden eingebaut, eine Theke, eine zweckmäßige und ansprechende Einrichtung geschaffen. Schließlich sollen mit dem Kastenwagen ab Mitte Juli nicht nur unverpackte, sondern hochwertige Lebensmittel zum Verkauf angeboten werden.

Lebensmittel von A bis Z wird es auf dem fairkaufswagen geben; und dazwischen haben mehr als 130 Produkte Platz. Während nicht regionale Lebensmittel wie Ananas und Zimt fair gehandelt von verschiedenen Handelspartnern bezogen werden, arbeitet das Einkaufsteam des fairkaufswagens in erster Linie mit hiesigen Produzenten zusammen, beispielsweise dem Biohof Alex aus Freiensteinau, der Seifensiederei Schloss Gedern oder dem Demeterhof Schäfer in Schwalmtal. »Neben diesen haben wir noch viele andere Produzenten in der ganzen Region gefunden«, freut sich Jannik Reichel vom Team. »Wir können uns glücklich schätzen, dass in unserer Region so viele hochwertige, meist biozertifizierte Lebensmittel hergestellt werden.« Nudeln aller Art, Gewürze, Getreide, Obst, Reis, Kaffee, Kosmetik- und Haushaltsartikel, Süßigkeiten - es ist ein Riesensortiment, das man ab Mitte Juli auf den Märkten in Gießen, Alsfeld, Lauterbach und Grünberg finden kann.

Nicht als Konkurrenz

»Bei der Auswahl haben wir darauf geachtet, dass wir den anderen Markthändlern nicht allzu viel Konkurrenz machen«, führt David Semmler aus, »schließlich wollen wir auf den Märkten gut zusammenarbeiten.« Dabei haben die jungen Einkäufer ganz bewusst nicht nur auf Bioqualität geschaut, sondern auch abgewogen, wo Regionalität oder Fairer Handel im Vordergrund stehen sollte.

Das Sortiment ist unverpackt, das war ja der Ansatzpunkt. Wer zukünftig am fairkaufswagen einkaufen will, bringt entweder Behälter von zu Hause mit oder leiht oder kauft Behältnisse aus dem Pfandsystem, das der klimafairein auf dem Marktwagen bereithält. »Damit kann man immer wieder einkaufen oder das Leergut wieder zurückgeben«, berichtet Reichel. Für Menschen, denen Glasbehälter zu schwer sind, bietet das fairkaufsteam Baumwollbeutel an. Mit der Zeit hat sich bei den Mitwirkenden im fairkaufsteam auch die Idee eines Unverpacktladens in Nieder-Ohmen festgesetzt. »Im ehemaligen Nahkauf konnten wir unser Lager aufbauen«, berichtet Jonas Kaufmann. Dazu musste das Ladengebäude komplett saniert werden, und während dies geschah, reifte der Gedanke, dass, wenn die Ware schon mal da ist, man diese vor Ort verkaufen könnte. Und wenn man schon dabei war, plante man gleich eine kleine Café-Ecke mit - schließlich war der Lebensmittelladen einmal nicht nur Dorfmittelpunkt, sondern auch Treffpunkt, und das soll er wieder werden. »Hier werden wir perspektivisch auch das Sortiment erweitern können, da wir mehr Platz haben«, kündigt Reichel an.

Wagen fährt vier Tage

Für ihn und seine Mitstreiter im Verein - allesamt junge Männer in Schule, Ausbildung oder Studium - ist das fairkaufsprojekt eine neue Aufgabe, der sie sich mit Begeisterung widmen. Und dann kann es also losgehen mit dem fairkaufswagen. An vier Tagen rollt er ab Mitte Juli über die Märkte. Mittwochs steht er in Gießen, donnerstags vormittags in Lauterbach und nachmittags in Alsfeld, freitags in Grünberg und am Samstag fährt er eine Route durch den Landkreis Gießen und macht verschiedene Zwischenstopps. »Wir freuen uns sehr darauf, dass wir nach fast einem Jahr der Planung starten können«; berichten die Jungs. Denn der Gedanke von Nachhaltigkeit sowie Klimaschutz und die Idee davon, wie alle Menschen in kleinen Schritten gemeinsam daran arbeiten können, fährt mit.

Mehr Informationen zum klimafairein findet man unter www.klimafairein.de



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