15. Oktober 2021, 21:36 Uhr

Neue Chancen und Risiken

15. Oktober 2021, 21:36 Uhr
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Aus der Redaktion
Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder (v. l.): Lorenz Kock, Ralph Kehl, Udo Pfeffer und Norbert Reinhardt. FOTO: PM

Nach langer Corona-Pause konnte der Aufsichtsratsvorsitzende der Energiegenossenschaft Vogelsberg eG (EGV), Ralph Kehl, dieser Tage wieder zu einer Generalversammlung im Bürgerhaus in Romrod begrüßen. Er blickte auf ein arbeitsreiches Jahr zurück, in dem beide Fotovoltaikanlagen des Solarparks Ulrichstein in Betrieb genommen wurden.

Inzwischen habe sich die EGV zu einer der größten Energiegenossenschaften im ganzen Land entwickelt und investiere mit ihren knapp über tausend Mitgliedern im zweistelligen Millionenbereich in den Ausbau erneuerbarer Energien. Das Engagement in der Genossenschaft erfolge zum allergrößten Teil ehrenamtlich, so Kehl,

20 000 Tonnen CO2 eingespart

Im Bericht für das Jahr 2020 stellte Vorstandsmitglied Lorenz Kock die Geschäftsergebnisse aller Unternehmen vor, die sich inzwischen nter dem Dach der EGV sammeln: die VOBEG Energie GmbH, die VOBEG Projekt GmbH und die VOBEG Wind GmbH.

Im Bereich der Fotovoltaik konnten mit einer Einspeisung von 5 522 727 kWh 1 011 195 Euro erwirtschaftet werden, im Bereich der Windkraft waren dies 28 782 709 kWh und ein Erlös von 2 294 106 Euro. »Mit dieser Leistung haben wir gleichzeitig mehr als 20 000 Tonnen CO2 eingespart«, führte Kock aus, »das reicht für etwa 9000 Haushalte und somit für jeden fünften Haushalt im Vogelsbergkreis.«

Mit einem Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr knackte die Genossenschaft zudem die Tausendermarke im Bereich Mitgliederzahl, die Geschäftsanteile stiegen auf über 25 000, das Geschäftsguthaben entsprechend auf 2 530 200 Euro. Die Höhe der Nachrangdarlehen durch die Mitglieder - das wichtigste Finanzierungsinstrument der EGV - stieg um 66 Prozent auf über neun Millionen Euro.

Kehl schlug im Namen der Führungsgremien vor, aus dem Bilanzgewinn 2020 in Höhe von 182 199 Euro eine Dividende in Höhe von drei Prozent auszuschütten. Die Versammlung folgte diesem Vorschlag und entlastete Vorstand und Aufsichtsrat.

Im Rahmen der turnusgemäßen Neuwahlen zu einem Teil des Aufsichtsrates wurden Norbert Jäger, Ulrich Künz und Walter Ritz wiedergewählt, neu hinzu kamen Ulrike Seipp, Björn Müller, Frank Rechmann und Edwin Schneider. Ausgeschieden aus dem Aufsichtsrat sind Dieter Bock, Ralph Kehl, Stephan Rühl, und Willi Zinnel. Ihnen galt nach der Wahl ein besonderer Dank des Vorstands: Sie alle erhielten eine Ehrenurkunde des Genossenschaftsverbandes. Insbesondere würdigte Reinhardt die Leistung des scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden Ralph Kehl.

Für den im Lauf des Berichtsjahres aus dem Vorstand ausgeschiedenen Bernd Schmidt wurde im September 2020 Udo Pfeffer berufen.

Mit ihrem Votum für eine Satzungsänderung stimmte die Versammlung für einen größeren finanziellen Handlungsspielraum im Vorstand und ermöglichte eine breitere digitale Aufstellung der Genossenschaft, speziell mit Blick auf die Mitgliederkommunikation.

Zum Abschluss stellte Kock sowohl aktuelle Projekte vor als auch Zukunftspläne der EGV vor. Angesichts der steigenden Energiepreise sei »Dampf auf dem energetischen Kessel« und damit erst recht Handlungsbedarf der EGV, sagt er. Kurz vor der Realisierung seien nach vielen Jahren der Planung die Windparks »Trillrodt« und »DreiHerrenStein«, so Kock. Mit zwei großen Fotovoltaik-Freiflächenanlagen stehe man in Ehringshausen und Neustadt in den Startlöchern.

Über Vogelsberger Tellerrand blicken

Im Rahmen eines Zukunftsprozesses habe man fünf Entwicklungspunkte erarbeitet, mit denen die EGV ihre Position weiter ausbauen wolle, führte Kock aus: Man wolle die Gebietskulisse aufheben und über den Vogelsberger Tellerrand blicken. Engagements bei Genossenschaften in Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz seien erste Schritte da hin. Man wolle das Investitionsvolumen weiter ausbauen und für Mitgliederwachstum sowie Mitarbeiterwachstum sorgen. Darüber hinaus sollten die Geschäftskompetenzen des Vorstands ausgeweitet werden - ein erster Schritt dazu war die erfolgte Satzungsänderung. »Die Leitplanken in der Energiepolitik verändern sich - es gibt neue Chancen aber auch neue Risiken«, sagte Kock.



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