20. April 2021, 21:52 Uhr

Problem mit Klärschlamm lösen

20. April 2021, 21:52 Uhr
Mit der Phosphorrückgewinnung soll dieser Stoff für die Düngung aus dem Klärschlamm gewonnen und von Schadstoffen getrennt werden. ARCHIVFOTO: SCHEPP

Die Stadt Schlitz wird gemeinsam mit benachbarten Gemeinden ein regionales Konzept zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm entwickeln. In interkommunaler Zusammenarbeit wollen die Gemeinden so zur Ressourcenschonung beitragen und werden vom Umweltministerium mit knapp 43 000 Euro unterstützt. Das teilte Umweltministerin Priska Hinz mit. Eine erste Machbarkeitsstudie zur Phosphorrückgewinnung in Schlitz kam zu dem Ergebnis, dass das Vorhaben wirtschaftlich darstellbar ist. Diese ersten Untersuchungen hätten aber auch gezeigt, dass es in der Region Vogelsberg eine auf natürliche Weise in der Erde entstandene Vorbelastung mit Nickel gibt, die sich im Klärschlamm wiederfindet.

Eine herkömmliche thermische Behandlung der Klärschlämme werde deshalb voraussichtlich nicht ausreichen, um den Schwermetallgehalt zu verringern. Um aus diesen Klärschlämmen Düngemittel herzustellen, brauche es eine besondere Anlagentechnik. Das hessische Umweltministerium fördert nun einen großtechnischen Versuch, um zu klären, ob die sogenannte Drehrohr-Technologie dafür infrage kommt. »Die Phosphorrückgewinnung ist von großer Relevanz, denn Phosphor ist ein für alle Lebewesen notwendiges Element. Der Nährstoff ist essenziell für das Pflanzenwachstum und die Sicherstellung der Nahrungsmittelversorgung, deshalb wird der Stoff zum Düngen verwendet. Weltweit werden die Phosphor-Vorräte knapper und für die Düngung gibt es keine alternativen Stoffe. Ein Großteil der Klärschlämme wird derzeit verbrannt, ohne dass der darin enthaltene Phosphor genutzt wird. Teilweise werden Klärschlämme zum Düngen genutzt, dies kann jedoch schädlich für Verbraucher, Boden und Gewässer sein, da die Klärschlämme andere Schadstoffe wie Arzneimittelrückstände enthalten können. Mit der Phosphorrückgewinnung wird der wichtige Stoff für die Düngung aus dem Klärschlamm gewonnen und von Schadstoffen getrennt. Mit Inkrafttreten der Klärschlammverordnung wurde erstmals die Pflicht zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm eingeführt. Der Weg zum Phosphorrecycling ist aber anspruchsvoll«, so Hinz.

Ausbringen wird schwieriger

Gemäß Klärschlammverordnung besteht ab 2029 eine Pflicht zur Phosphorrückgewinnung. Die Klärschlammverordnung sieht ferner vor, dass Klärschlämme aus Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von 100 000 Einwohnerwerten oder mehr ab 2029 und Klärschlämme aus Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von 50 000 Einwohnerwerten oder mehr ab 2032 nicht mehr direkt bodenbezogen verwertet werden dürfen. Für Anlagen mit geringerer Ausbaugröße kann unter strengen Auflagen der Phosphor im Klärschlamm weiterhin durch ein Aufbringen auf den Boden genutzt werden. Durch die Vorgaben wird die stoffliche Verwertung auf landwirtschaftlichen Flächen deutlich limitiert.

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