30. Juli 2021, 21:33 Uhr

Schwalben helfen kann einfach sein

30. Juli 2021, 21:33 Uhr
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Von Herbert Schott
Alwin Werth mit seinem Enkel Luka vor seinem schwalbenfreundlichen Haus. FOTO: HSO

Feldatal-Groß-Felda (hso). »Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren.« So sagt es ein altes Sprichwort. So zu sehen ist im Hause der Familie Werth in Groß-Felda das Glück, denn dort nisten zwischenzeitlich zwölf Schwalbenpaare und sorgen sich um ihren Nachwuchs. Für die Boten des Glücks wird es immer schwieriger, geeignete Nistplätze und das entsprechende Nistmaterial zu finden.

Früher, als die Landwirtschaft in den Dörfern noch überall anzutreffen war, gab es für die Schwalben genügend Plätze und Futter, um sich zu vermehren. In fast jedem Bauernhof wohnten in den Ställen und an den Häusern Mehlschwalben und die Bauern waren dankbar dafür, denn die Vögel reduzierten auf natürlichem Wege die vielen Fliegen und anderen Insekten.

Bauernhöfe und Ställe sind heutzutage jedoch Mangelware geworden. Ihre Nester bauen die Schwalben als kunstvoll beinahe geschlossene Lehmkugeln an Gebäuden unterm Dach und an Mauern. Leider fehlt in unserer bereinigten Landschaft immer mehr das geeignete Baumaterial und so hilft man den Vögeln mehr und mehr mit Kunstnestern und sichert damit ihren Fortbestand. Diese werden aufgrund der Formgebung von den Vögeln sehr gut angenommen. Sie sind auch extrem widerstandsfähig und damit sehr lange haltbar.

Kunstnester

Man bringt sie in mindestens drei Metern Höhe direkt unter dem Dachfirst an. Laut Alwin Werth, Ehrenvorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Groß-Feld/Kestrich, dauert es doch einige Zeit, bis die Nester von den Schwalben angenommen werden.

Ist dies aber erst geschehen, dann können Kolonien von fast beliebiger Größe aufgebaut werden. Bei ihm war es so, dass im zweiten Jahr nach der Anbringung der vier Nisthilfen diese bezogen wurden. Die Mehlschwalben haben in der Regel zwei Jahresbruten in der Zeit vom Mai bis September. Sie legen zwei bis fünf Eier, die Brutdauer beträgt 16 Tage. Dieser Tage wurden bei ihm die jungen Mehlschwalben rund 22 Tage im Nest gefüttert bevor sie ausfliegen. Derzeit kann man vom Hof aus ein reges Treiben der Schwalbeneltern beobachten, wie sie ihre Jungen füttern. Die Schwalben erbeuten dabei ihre Nahrung ausschließlich im Flug. Zu den wichtigsten Nahrungsquellen zählen Schmetterlinge, Mücken, Fliegen und Eintagsfliegen. Die an seinem Haus montierten Kunstnester bekam Werth vom Romröder Forstamtsleiter gestiftet und sie wurden vom Fachwart für den Obst- und Gartenbau und anerkannten Naturschutzkundigen Manfred Schlosser aus Kestrich an ihn übergeben. Diese Aktion sollte zur Förderung der Schwalbenpopulation dienen.



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